Entwicklung Eigenständige Jugendpolitik
Sehr oft werden politische Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen auf das Leben junger Menschen haben. Das betrifft mal Bildungspolitik, mal Arbeitsmarktpolitik, mal Umweltpolitik, mal ganz andere Themen und es passiert genauso in Kommunen, wie auch in Bundesländern und auf Bundesebene. Sehr selten wird dabei darauf geachtet, ob diese Entscheidungen den Interessen junger Menschen gerecht werden. Nur vereinzelt wird darüber nachgedacht oder sogar die Meinung der Jugendlichen erfragt.
Muss das so sein?
- Wäre es nicht viel besser, wenn alle Entscheidungen, die das Leben junger Menschen betreffen, auf ihre Interessen und Lebensrealitäten abgestimmt wären?
- Wäre es nicht viel besser, wenn all die verschiedenen politischen Akteur_innen ein gemeinsames Verständnis von Jugendpolitik hätten und auf das gleiche Ziel hin arbeiten?
Diese Idee versteckt sich hinter dem Begriff „Eigenständige Jugendpolitik“! Ende 2011 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) einen Prozess zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik (EiJP) gestartet. Das Eckpunktepapier des BMFSFJ formuliert wie der Weg zu einer EiJP aussehen soll und welche Schritte gegangen werden müssen. Der Prozess nimmt Bezug auf die EU-Jugendstrategie.
EiJP-Prozess | Die Themen
- Bildung: „Schule und außerschulische Lern- und Bildungsorte“
- Partizipation: „Beteiligungschancen und -anlässe im öffentlichen Raum“
- Übergänge zwischen Schule und Beruf: „Übergangsgestaltung (1./2. Schwelle)“
EiJP-Prozess | Die Instrumente
- Die Fachforen: Die Entwicklung einer EiJP ist dialogisch angelegt. Fachleute aus den Bereichen der Politik, Jugendarbeit, Medien und Wissenschaft treffen in sogenannten Fachforen aufeinander und entwickeln hier Leitlinien für eine EiJP. Bis 2014 werden insgesamt 9 Fachforen (jeweils drei zu den oben genannten Themen) stattfinden.
- Die Jugendbeteiligung: Das Projekt Ichmache>Politik sorgt dafür, dass die EiJP nicht ohne junge Menschen entwickelt wird: es sichert die Jugendbeteiligung am Prozess ab. Die Ergebnisse der Fachforen werden den jungen Menschen vorgelegt. Sie sind die Jury des Prozesses und bewerten die Vorschläge der Erwachsenen auf ihre Sinnhaftigkeit. So funktioniert´s.
- Darüber hinaus werden mit Hilfe wissenschaftlicher Expertisen und durch Modellprojekte einzelne Aspekte genauer betrachtet.
Grafik zur Verbildlichung des Prozesses.
EiJP-Prozess | Organisation
Seit März 2012 wird der Prozess durch das Zentrum Eigenständige Jugendpolitik koordiniert. Das Zentrum umfasst die Geschäftsstelle und die Steuerungsgruppe (bestehend aus Verter_innen des BMFSFJ, der AGJ, des DBJR, der Kommunalen Spitzenverbände, der AGJF, des DJI).
EiJP-Prozess | Papiere und Positionen
Einige Organisationen haben zur Eigenständigen Jugendpolitik Positionen und Vorstellungen entwickelt, zum Beispiel:
Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe (AGJ)
Auch auf parlamentarischer Ebene wird das Thema Eigenständige Jugendpolitik diskutiert:
Antrag der Regierungskoalition (CDU/CSU und FDP)
Pressemitteilung zur Debatte des Antrags im Familienausschuss
Kleine Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion
Informationen des Bundesministeriums zum Prozess:
Das Eckpunktepapier zum Prozessauftakt
Zusammenfassender Artikel von Abteilungsleiter Lutz Stroppe
Website des BMFSFJ zur Eigenständigen Jugendpolitik



