Ein eigenständiges Jugendprogramm!

Foto: dieprojektoren | DVD Blickwinkel (CC-by-na)

Die EU-Bildungsminister_innen haben am 11. Mai 2012 den Vorschlag für "Erasmus für alle" verabschiedet.

Gegen das ausdrückliche Votum der EU-Kommission hat der Rat als Kompromissvorschlag ein Jugendkapitel aufgenommen, um den Jugendbereich innerhalb des Programmes deutlicher herauszustellen. Die Forderung der Jugendverbände und auch des BMFSFJ nach einem eigenständigen Jugendprogramm fand keine Mehrheit. Einige Kritikpunkte wurden durch die dänische EU-Ratspräsidentschaft im Vorfeld aufgegriffen. Es findet sich ein Bezug zu den Zielen der EU-Jugendstrategie, den Mitgliedsstaaten wird die Möglichkeit der Einrichtung einer jugendspezifischen Nationalagentur eingeräumt und die Finanzbestimmungen sollen eine festgelegte Summe für den Jugendbereich enthalten.

Positiv ist sicher auch die weitere Unterstützung des Strukturierten Dialogs, der Arbeit des Europäischen Jugendforums und der europäischen Netzwerkarbeit von Jugendorganisationen. Jugendinitiativen sollen nicht mehr von der Förderung ausgeschlossen werden, wie es noch der Vorschlag der EU-Kommission vorsah.

Trotzdem bleiben noch viele Aspekte ungeklärt und benötigen einer Klarstellung, etwa die Absicherung der tatsächlich für "Jugend" zur Verfügung stehenden Finanzmittel oder die weitere politische Begleitung der Umsetzung des Programms durch ein eigenen jugendspezifischen Programmausschuss. Zu hoffen bleibt, dass es auch in den nächsten Monaten gelingt, sich auf einen anderen Namen für das neue gemeinsame Jugend-und Bildungsprogramm zu einigen.

Das neue Jugendkapitel bietet aus Sicht des Deutschen Bundesjugendring Gestaltungsmöglichkeiten, die genutzt werden müssen. Dafür wird es notwendig sein, im weiteren legislativen Prozess aktiv für die Interessen der Jugendarbeit in Europa einzutreten. Denn die EU-Kommission hat schon ihren Vorbehalt zur Ratsvorlage erklärt. Sie wird also weiterhin unbeirrt gegen die Vorschläge der Mehrheit der Mitgliedstaaten und den Stimmen aus dem Jugendbereich ankämpfen und einseitig auf den Nutzen des Programms für Arbeit und Beschäftigung setzen. Daher kommt in den nächsten Monaten dem Europäischen Parlament besondere Bedeutung bei, um den bestehenden Beschluss des Rates klarer zu formulieren und weiter zu qualifizieren. Es darf auf keinen Fall ein Zurück zur Vorlage der EU-Kommission geben.

 

Einschätzung des DBJR zur Einrichtung des EU-Förderprogramms "Erasmus für alle" (2014-2020) vom 7. März 2012.

Reaktion des Europäischen Jugendforums auf den Entwurf für den Mehrjährigen EU-Finanzrahmen (auf Englisch).

Pressemeldung 4|2012 EU-Förderprogramm „Erasmus für alle“: EU-Kommission im Abseits

Die EU-Förderprogramme für Bildung und Mobilität gehen 2014 in eine neue Runde: Die dänische EU-Ratspräsidentschaft hat einen Vorschlag für die Umsetzung von „Erasmus für alle“ vorgelegt. Mit der Aufnahme eines eigenen Jugendkapitels wurde formal die Forderung der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten aufgegriffen, trotz des massiven Widerstands der zuständigen EU-Kommissarin Androulla Vassiliou. Leider bleibt der vorliegende Entwurf aus Sicht des Deutschen Bundesjugendrings weit hinter den Erwartungen der Jugendorganisationen zurück.

Erstellungsdatum: 02.04.2012 Dateigröße: 113 kB
dbjr_pm4-2012_erasmus_fuer_alle.pdf (113 kB)

Pressemeldung 2|2012 Jugendarbeit muss im EU-Programm „Erasmus für alle“ erkennbar bleiben

Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) teilt die Kritik der Bundesländer am geplanten EU-Programm „Erasmus für alle“. Die Bundesländer nehmen in der Bundesratsitzung am 10. Februar unter anderem Stellung zu den Zielen, Leistungen und zur Struktur des künftigen EU-Programms. Sie betonen, dass die bisher bestehenden Programme im Jugend- und Bildungsbereich auch in Zukunft sichtbar und in ihrer Ausrichtung erhalten bleiben müssen, unter anderem das Programm „Jugend in Aktion“.

Erstellungsdatum: 09.02.2012 Dateigröße: 61 kB
dbjr_pm2-2012_erasmus.pdf (61 kB)

PM 6|2011 Eigenständiges EU-Jugendprogramm muss erhalten bleiben

Der Deutsche Bundesjugendring verfolgt mit großer Sorge, dass die EU-Kommission in einem neuen Programm „Bildung Europa“ ab 2014 alle bisher bestehenden Programme in den Bereichen Bildung und Jugend zusammenzufassen will. Dabei haben sich zahlreiche Mitgliedstaaten, das Europäische Parlament und die Zivilgesellschaft in Beschlüssen, Positionen und Konsultationen klar für die Fortführung und Weiterentwicklung des bestehenden Programms JUGEND IN AKTION ausgesprochen.

Erstellungsdatum: 26.10.2011 Dateigröße: 60 kB
dbjr-pm06-2011_jugend_in_aktion.pdf (60 kB)

PM 1|2011 DBJR fordert erhalt des EU-Programms JUGEND IN AKTION

Die Europäische Kommission will das Förderprogramm Jugend in Aktion einstellen. Der DBJR kritisiert die Pläne und macht in der Pressemeldung deutlich, warum das Programm erhalten werden muss.

Erstellungsdatum: 01.04.2011 Dateigröße: 126 kB
pm01-2011_jugend-in-aktion.pdf (126 kB)

Stellungnahme zum EU-Förderprogramm JUGEND in AKTION

JUGEND IN AKTION ist das EU-Programm für junge Menschen im Alter von 15 bis 28 Jahren. Es fördert das nichtformale Lernen, Mobilität innerhalb und außerhalb der EU-Grenzen und ermuntert zur Einbeziehung junger Menschen, ungeachtet ihres bildungsbezogenen, sozialen und kulturellen Hintergrunds. Der DBJR gibt in dieser Stellungnahme Einschätzungen ab und stellt Forderungen.

Erstellungsdatum: 26.08.2010 Dateigröße: 138 kB
Stellungnahme_EU-Foerderprogramm_JUGEND_nach_2013.pdf (138 kB)

Position der Bundesregierung Position zum EU-Jugendprogramm ab 2014

Die Bundesregierung nimmt in der Position Stellung zu den Plänen der EU-Kommission, das Programm Jugend in Aktion einzustellen. Sie entwirft auch Perspektiven für ein Programm ab dem Jahr 2014.

Erstellungsdatum: 30.03.2011 Dateigröße: 75 kB
Bundesregierung_Position_EU-Jugendprogramm2014.pdf (75 kB)