Aktionen in der Öffentlichkeit

Zeichen Fussgängerzone

Raus aus den Gruppenräumen, rauf auf die Straße! Wenn das Reden nicht mehr hilft, müssen wir sichtbar werden. Bei der Planung ist wichtig: Die meisten Leute sind freitags oder samstags zu erreichen – da gehen nämlich die meisten bummeln. Ein paar Fragen sind zu klären: Was ist unsere Botschaft? Was wollen wir genau von wem? Was sind die richtigen Argumente? Es ist wichtig, dass die Botschaft klar und deutlich rüberkommt. Möglich ist viel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen: Plakate basteln oder ein großes Transparent, Improvisationstheater, eine Demo mit vielen Menschen. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Alles, was Leute anspricht und auf das Anliegen aufmerksam macht, ist erlaubt.

Für die Organisation muss geklärt werden: Welche Materialien werden gebraucht? Was steht zur Verfügung? Ein Stand und eine Aktion muss in der Verwaltung angemeldet werden. Wie das geht, erklärt das zuständige Ordnungsamt. Für die öffentliche Nutzung von urheberrechtlich geschützter Musik – sowohl Live-Musik als auch Musik vom Band – müssen Gebühren an die GEMA entrichtet werden.

Ein Flashmob

Menschenmenge von obenFoto: Walter Reich | pixelio.de

Bei einem Flashmob treffen sich alle Teilnehmenden an einem Ort, an dem sie weitere Instruktionen über den eigentlichen Aktionsort und Ablauf des Flashmobs bekommen. Typisch für Flashmobs ist die wie aus dem Nichts blitzartig entstehende Bildung des Mobs, das identische Handeln der Personen im Mob (z. B. applaudieren, telefonieren mit gleichen Texten), und die plötzliche und völlig abrupte Auflösung nach wenigen Minuten.

Bei einem Flashmob im Rahmen der Kampagne müsste die Aktion also etwas mit deiner Gruppe zu tun haben. Ein Jugendchor kann zum Beispiel auf dem Wochenmarkt herumbummeln, plötzlich zu singen beginnen und dann wieder weiter einkaufen, als sein nichts gewesen. Pfadfindergruppen könnten plötzlich aus dem Nichts auftauchen und ein Zelt mitten in der Fußgängerzone aufbauen.

Wichtig ist: Alle Beteiligten tauchen am vereinbarten Ort zur vereinbarten Zeit auf, um dort kurz und für die unwissenden Passant_innen völlig überraschend einer gänzlich unerwarteten Tätigkeit nachzugehen. So schnell wie die Menschen zusammengekommen sind, löst sich ihre Gruppe vor den Augen der verdutzten Zuschauer_innen auch wieder auf.

Wenn die ganze Aktion größer werden soll, können andere Jugendgruppen aus der Stadt oder aus dem Umland eingeladen werden.

Moosgraffiti wachsen lassen

Moos

Mit einem Moosgraffito des Kampagnen-Claims wächst die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit – im wahrsten Sinne des Wortes. Während gespühte Graffiti im Bereich der Straftat liegen, kann niemand was dagegen haben, wenn irgendwo Moos auf einer Wand oder auf einem Fußgängerweg wächst.

Moos wächst auf feuchtem Untergrund, meist in schattiger Umgebung. Um ein wachsendes Graffito aus Moos zu machen, kann man folgendes Rezept verwenden:

Eine handvoll Moos in den Mixer geben, zwei Tassen Buttermilch oder Joghurt, ein halber Teelöffel Zucker und nach Bedarf Wasser dazugeben und auf niedriger Stufe mixen. Die Konsistenz sollte einem Trinkjoghurt ähneln.

Die Mischung nun mit Hilfe einer Schablone auf feuchte Wände mit einem Pinsel auftragen und von Zeit zu Zeit kontrollieren, dass das Graffito feucht bleibt. Gegebenenfalls mit Wasser besprühen. Schon bald sollte das Graffito anfangen zu wachsen und wurzeln. Neben Wänden kann man die Moosmischung natürlich auch auf jeglichen anderen Objekten auftragen. 

Möglich ist auch, eine Wand oder den Fußgängerweg mit Hilfe einer Schablone besonders gründlich zu säubern. Ist schließlich nicht verboten, etwas sauber zu machen. Der Nachteil: Während Moosgraffiti wachsen und wachsen, verblassen die sauberen Stellen. 

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