Werkstätten der Demokratie
Kinder- und Jugendverbände sind Experimentierfelder für die Partizipation von jungen Menschen. Hier lernen sie alles, was für ein selbstbestimmtes politisches Leben notwendig ist. Und das nicht theoretisch, durch Papiere und Vorträge, sondern quasi nebenbei im täglichen Handeln. Dazu gehören Bereitschaft und Fähigkeit zur Artikulation eigener Interessen, Wege und Möglichkeiten, diese durchzusetzen, ebenso wie der Umgang mit Konflikten. Kinder und Jugendliche lernen in der Gruppe und in der verbandlichen Zusammenarbeit auch, sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun, Kompromisse zu finden. Kooperation zählt, und Befehle „von oben" werden kritisch hinterfragt.
Gleichzeitig erfahren die Kinder und Jugendlichen auch, was es heißt, Verantwortung für andere zu übernehmen und diese „Macht" verantwortlich zu nutzen. Jugendverbände bieten also nicht bloß die Möglichkeit zur Teilnahme an vorgeformten Aktivitäten, sondern fordern die aktive Mitgestaltung ein. Demokratie wird damit erfahrbar, weil das Zusammenleben in der Freizeit und im Verband demokratisch gestaltet wird.
Democracy rules
Kinder und Jugendliche lernen auch die Kommunikationsformen der Demokratie. Ein wichtiger Bereich ist dabei die Wahl von Vertreterinnen und Vertretern, die für alle Gruppenmitglieder sprechen können. Die jungen Menschen erfahren die Vorzüge einer solchen „Vertretungsstruktur": Im Kontakt mit Kooperationspartnern im Nachbardorf, im angrenzenden oder entfernten Bundesland, bundesweit oder international kommt man häufig weiter, wenn man mit geschlossener Stimme auftritt.
In der Gruppe lernen junge Menschen, ihre eigene Rolle zu erkennen und auszufüllen. Und damit auch, die Fähigkeiten einzelner für die Gemeinschaft zu nutzen und Personen je nach Fähigkeit mit Aufgaben zu betrauen. Kurzum: Jugendverbände bieten die Möglichkeit, demokratische Zusammenarbeit in unterschiedlichen Feldern zu realisieren; dies reicht von der Entscheidung über Gruppenaktivitäten bis hin zur Meinungsfindung zu politischen Fragen.