Strukturierter Dialog

Junge Menschen haben das Recht, bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt auch für die europäische Ebene. Die Beteiligung Jugendlicher an der Umsetzung der EU-Jugendstrategie findet im Rahmen des sogenannten Strukturierten Dialogs mit der Jugend statt. Er soll sicherstellen, dass die Positionen und Forderungen junger Menschen zu Themen der europäischen Jugendpolitik Gehör finden. Dabei setzt man auf einen direkten und regelmäßigen Austausch zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern: Jugendliche bringen ihre Anliegen persönlich vor; die Politik setzt sich ernsthaft damit auseinander und gibt ein Feedback.

Die EU-Jugendstrategie wird nicht nur in Brüssel umgesetzt, sondern auch in den Mitgliedstaaten. Dementsprechend beginnt auch der Dialog zwischen Jugend und Politik nicht erst auf der europäischen Ebene, sondern bezieht auch die lokale, die regionale und nationale Ebene mit ein. Auf diese Weise sollen die europäischen Prozesse „geerdet“ und mit der Lebenswelt von jungen Menschen verknüpft werden.

27 Länder, 18 Monate, 1 Schwerpunktthema – das ist kurzgesagt der Rahmen für den Strukturierten Dialog, wie ihn die EU-Jugendstrategie vorsieht. Für eineinhalb Jahre wird eines der Schwerpunktthemen der EU-Jugendstrategie in den Mittelpunkt gestellt. Zu diesem finden in allen EU-Mitgliedstaaten Befragungs- und Beteiligungsprozesse mit Jugendlichen und Jugendorganisationen statt. Rund alle sechs Monate werden die Ergebnisse EU-weit zusammengetragen und auf halbjährlichen EU-Jugendkonferenzen gebündelt.

Die Basis des Strukturierten Dialogs in Deutschland bilden dezentrale Dialogprozesse auf lokaler und regionaler Ebene. Jugendverbände, Jugendparlamente, Jugendclubs, Schulklassen, lose Gruppen von Jugendlichen: Die Teilnahme am Strukturierten Dialog steht allen jungen Menschen offen. Ministerialbeamter, Bürgermeisterin, Landtagsabgeordneter, Jugendamtsleiterin oder EU-Kommissarin: Alle, die politische Entscheidungen treffen, die das Leben von Jugendlichen beeinflussen, sollen sich am Dialog beteiligen.

Gesteuert wird die Umsetzung des Strukturierten Dialogs in den Mitgliedstaaten jeweils von nationalen Arbeitsgruppen. In Deutschland setzt sich diese aus zehn Personen zusammen, die zentrale Felder der Jugendhilfe und Jugendpolitik sowie die unterschiedlichen föderalen Ebenen repräsentieren. Zur Unterstützung wurde darüber hinaus beim Deutschen Bundesjugendring eine nationale Koordinierungsstelle eingerichtet. Sie ist eines der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekte, die die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland bis 2013 begleiten.

Ausführliche Informationen zum Strukturierten Dialog, seiner Umsetzung in Deutschland und Europa sowie Anregungen für die Praxis vor Ort gibt es unter strukturierter-dialog.de.

Wie der Strukturierte Dialog funktioniert und wie ihr euch beteiligen könnt, erklärt kurz und knapp dieser Clip. In hochauflösender Qualität findet ihr ihn bei Vimeo