AG historisch-politische Bildung: Gedenkstättenfahrten

Am 16. Juni 2026 kamen Fachkräfte der Jugendverbände und -ringe in der AG historisch-politische Bildung zusammen. Im Mittelpunkt standen Gedenkstättenfahrten als Format historisch-politischer Bildung, Fragen nach guten Rahmenbedingungen und Methoden sowie der Austausch zu Förderung, Teilnehmendengewinnung und Zugängen für unterschiedliche junge Menschen.

Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, was eine gute Gedenkstättenfahrt ausmacht. Diskutiert wurde, wie Fahrten fachlich vorbereitet, pädagogisch begleitet und sinnvoll nachbereitet werden können. Im Austausch zeigte sich, dass es dabei nicht nur um den Besuch eines historischen Ortes geht, sondern um einen gut eingebetteten Bildungsprozess. Eine tragfähige Vorbereitung, ausreichend Zeit vor Ort, Raum für Eindrücke und Emotionen sowie eine gute Begleitung der Gruppe wurden als zentrale Gelingensbedingungen benannt.

Auch der Einstieg in die Planung einer ersten Gedenkstättenfahrt wurde aufgegriffen. Im Austausch ging es darum, wie Themen ausgewählt, Kooperationspartner∗innen gefunden und geeignete Orte angesprochen werden können. Als besonders hilfreich beschrieben die Teilnehmenden niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten für junge Menschen, Anreize durch die Reisen und Destinationen an sich, erprobte Materialien und kollegialen Austausch, gerade wenn Jugendverbände oder Jugendringe ein entsprechendes Format neu aufbauen möchten. Breiten Raum nahmen Fragen zur Ansprache und Beteiligung junger Menschen ein. Diskutiert wurde, wie Jugendliche für historisch-politische Bildungsangebote gewonnen werden können, insbesondere wenn das Thema zunächst als schwer zugänglich oder wenig attraktiv wahrgenommen wird. Gute Kommunikation, konkrete Anlässe, passende Formate und die Orientierung an Interessen und Lebenswelten junger Menschen wurden dabei als wichtige Zugänge herausgestellt. Deutlich wurde, dass außerschulische politische Jugendbildung und Gedenkstättenfahrten idealerweise keine Kosten für junge Menschen haben sollten, wenn das die Förderbedingungen erlauben, um die Angebote zugänglich und einladend zu gestalten.

Darüber hinaus wurden strukturelle Fragen besprochen. Dazu gehörten Kosten und Eigenanteile, Fördermöglichkeiten für Gedenkstättenfahrten sowie Erfahrungen mit Projektförderungen, wie im Kontext der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Der Austausch machte sichtbar, dass historisch-politische Bildung verlässliche Förderbedingungen braucht, damit Fahrten und begleitende Bildungsangebote für junge Menschen möglichst niedrigschwellig zugänglich bleiben. In weiteren Austauschrunden wurden konkrete Bedarfe gesammelt: etwa zu regional übergreifenden Übersichten und Kontakten, konkrete Empfehlungen für Fahrten nach Dachau und zum NS-Dokumentationszentrum München sowie zu Methoden für die Arbeit mit jungen Menschen. Ergänzend wurden Materialien und Übersichten zu Zielorten, Methodenboxen, Checklisten und Best-Practice-Ansätzen für Gedenkstättenfahrten zusammengetragen.

Die AG unterstrich damit erneut die Bedeutung kontinuierlicher Vernetzung für die historisch-politische Bildung in Jugendverbänden und Jugendringen. Sie bietet Raum, um praktische Fragen gemeinsam zu bearbeiten, Erfahrungen aus unterschiedlichen Strukturen zusammenzuführen und Formate weiterzuentwickeln, die junge Menschen in ihrer Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart stärken. Kolleg*innen, die auch erstmals Maßnahmen in dem Bereich planen sind dabei herzlich eingeladen, mit ihren Fragen und Ideen die Diskussion zu bereichern.

 

Über die Fachstelle Politische Jugendbildung und ihre Formate werden die Vernetzung, der Wissenstransfer sowie der fachliche und kollegiale Austausch im Bereich der politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit zu Projekten, Fragen und Ideen der Teilnehmer*innen gebündelt. Die Formate stehen allen Interessierten und Aktiven aus den Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bundesjugendrings offen, die sich zu den Themen der Politischen Bildung und Demokratiebildung austauschen und beteiligen wollen.

Weitere Termine der Werkstatt Politische Jugendbildung sind unter Termine und Veranstaltungen zu finden. Für weitere Vernetzung und dem Austausch zu Informationen, Impulsen und Veranstaltungen im Feld der Politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit gibt es den Verteiler Politische Jugendbildung. Die Aufnahme in den Verteiler steht allen Interessierten, Aktiven und Zuständigen im Bereich der politischen Jugendbildung in den Jugendringen und -verbänden offen, Anfragen auf Aufnahme in den Verteiler können an die Fachstelle Politische Jugendbildung gerichtet werden.