AG historisch-politische Bildung: Queere Erinnerungsarbeit, Wissenstransfer und Ausblick auf 2026

Am 1. September 2025 kamen Interessierte in der AG historisch-politische Bildung zusammen. Im Mittelpunkt standen Einblicke in ein Projekt queerer Erinnerungsarbeit, Fragen zum Aufbau und Erhalt junger Teamer*innenstrukturen sowie erste Überlegungen zur weiteren Vernetzung und zu einer Jahrestagung 2026.

Bereits im Austausch zu aktuellen Entwicklungen wurde deutlich, wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen historisch-politischer Bildung vor Ort sind. Berichtet wurde unter anderem von Folgeanträgen und Umstrukturierungsprozessen, von kommunal finanzierten Angeboten sowie von dem Versuch, kleinere Formate und feste Kernteams in der Arbeit zu stärken. Sichtbar wurde dabei, dass historisch-politische Bildung auf verlässliche Strukturen, gute Kooperationen und langfristige Perspektiven angewiesen ist.

Ein Schwerpunkt des Treffens lag auf dem Projekt „un-gehört, un-erzählt und un-gesehen. Junge Queers erinnern und erforschen den Nationalsozialismus“. Im Rück- und Ausblick auf das abgeschlossene Projekt wurde deutlich, welche Potenziale in queer ausgerichteter Erinnerungsarbeit liegen und welche Anforderungen damit verbunden sind. Diskutiert wurden unter anderem Fragen der Zugänglichkeit, der Ansprache junger Menschen im ländlichen Raum, des Umgangs mit emotional belastenden Themen sowie der Gestaltung möglichst sicherer und diskriminierungssensibler Räume. Auch die Herausforderungen bei Dokumentation, Ergebnisaufbereitung und Produktionsdruck in geförderten Projekten wurden thematisiert.

Im Austausch zu aktuellen Fragen und Bedarfen stand zudem die Frage im Raum, wie junge Teamer*innen gewonnen, begleitet und langfristig eingebunden werden können. Dabei ging es nicht nur um den Aufbau entsprechender Pools, sondern auch um Wissenstransfer, Kontinuität und die Weitergabe von Erfahrungen innerhalb der Strukturen. Deutlich wurde, dass diese Fragen für viele Projekte historisch-politischer Bildung zentral sind.

Darüber hinaus wurden Perspektiven für die weitere Arbeit der AG angesprochen, etwa mit Blick auf die historisch-politische Bildung in Österreich sowie auf mögliche Planungen für eine Jahrestagung 2026. Die AG bot damit erneut Raum, um Projekte sichtbar zu machen, Praxiserfahrungen zu teilen und gemeinsame Herausforderungen weiter zu bearbeiten.

Insgesamt machte das Treffen deutlich, wie wichtig kontinuierlicher Austausch, diskriminierungssensible Ansätze und tragfähige Strukturen für die historisch-politische Bildung in Jugendverbänden und Jugendringen sind.

 

Über die Fachstelle Politische Jugendbildung und ihre Formate werden die Vernetzung, der Wissenstransfer sowie der fachliche und kollegiale Austausch im Bereich der politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit zu Projekten, Fragen und Ideen der Teilnehmer*innen gebündelt. Die Formate stehen allen Interessierten und Aktiven aus den Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bundesjugendrings offen, die sich zu den Themen der Politischen Bildung und Demokratiebildung austauschen und beteiligen wollen.

Weitere Termine der Werkstatt Politische Jugendbildung sind unter Termine und Veranstaltungen zu finden. Für weitere Vernetzung und dem Austausch zu Informationen, Impulsen und Veranstaltungen im Feld der Politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit gibt es den Verteiler Politische Jugendbildung. Die Aufnahme in den Verteiler steht allen Interessierten, Aktiven und Zuständigen im Bereich der politischen Jugendbildung in den Jugendringen und -verbänden offen, Anfragen auf Aufnahme in den Verteiler können an die Fachstelle Politische Jugendbildung gerichtet werden.