AG historisch-politische Bildung: Rechtsextremer Druck, Jahrestagung und Qualifizierung

Am 30. Januar 2024 kamen Interessierte der AG historisch-politische Bildung digital zusammen. Im Mittelpunkt standen der zunehmende Druck durch rechte und rechtsextreme Akteur*innen auf Jugendverbände und Jugendringe, die Planungen für eine Jahrestagung 2024 sowie die Weiterarbeit an gemeinsamen Qualifizierungsformaten im Bereich historisch-politischer Bildung.

Zu Beginn des Treffens wurde deutlich, dass historisch-politische Bildung und demokratische Jugendverbandsarbeit zunehmend unter Druck geraten. Im Austausch ging es um unterschiedliche Erfahrungen mit rechten und teils parteinahen Angriffen auf zivilgesellschaftliche Strukturen – von aufwändigen Anfragen bis hin zu Versuchen, Jugendringe und ihre Arbeit öffentlich unter Verdacht zu stellen. Sichtbar wurde dabei, dass diese Entwicklungen nicht nur Ressourcen binden, sondern auch Auswirkungen auf die Handlungsspielräume und die öffentliche Wahrnehmung der Arbeit haben.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Planungen für eine Jahrestagung im Jahr 2024. Vorgestellt wurde der Stand eines Arbeitskreises, der eine digitale Tagung vorbereitet und sich zugleich für regelmäßige Jahrestagungen einsetzt. Ziel ist es, die Praxis historisch-politischer Bildung besser zu vernetzen und die außerschulische historisch-politische Bildung weiterzuentwickeln. Im Austausch wurden erste Wünsche zu Format, Zielgruppen und Themen gesammelt. Genannt wurden unter anderem Fragen der Zielgruppenansprache, unterschiedliche methodische Zugänge, projektbezogene Praxisbeispiele sowie inhaltliche Schwerpunkte, die über klassische Stadtrundgänge hinausgehen.

Darüber hinaus wurde auf die bisherige Entwicklung der AG zurückgeblickt. Deutlich wurde, dass der regelmäßige Austausch zu aktuellen Themen und Praxisfragen für die Beteiligten einen wichtigen Mehrwert bietet. Zugleich wurde der Wunsch bekräftigt, die AG weiterhin als Ort für kollegiale Beratung, fachliche Vertiefung und projektbezogene Zusammenarbeit zu nutzen.

Ein weiterer Baustein der gemeinsamen Arbeit ist die Entwicklung einer Juleica-Schulung beziehungsweise eines Ergänzungsmoduls zur historisch-politischen Bildung. Im Treffen wurde das Interesse an einer solchen gemeinsamen Projektarbeit bekräftigt. Dabei wurde deutlich, dass Qualifizierungsangebote ein wichtiger Ansatz sind, um historisch-politische Bildung stärker in die Praxis von Jugendverbänden und Jugendringen zu tragen.

Auch die Kürzungen von Förderungen auf Landesebene wurden als relevantes Thema benannt. Die AG machte damit erneut deutlich, dass historisch-politische Bildung nicht nur gute Praxis und fachlichen Austausch braucht, sondern auch verlässliche Rahmenbedingungen, Schutz vor Angriffen und Räume für gemeinsame Weiterentwicklung.

 

Über die Fachstelle Politische Jugendbildung und ihre Formate werden die Vernetzung, der Wissenstransfer sowie der fachliche und kollegiale Austausch im Bereich der politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit zu Projekten, Fragen und Ideen der Teilnehmer*innen gebündelt. Die Formate stehen allen Interessierten und Aktiven aus den Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bundesjugendrings offen, die sich zu den Themen der Politischen Bildung und Demokratiebildung austauschen und beteiligen wollen.

Weitere Termine der Werkstatt Politische Jugendbildung sind unter Termine und Veranstaltungen zu finden. Für weitere Vernetzung und dem Austausch zu Informationen, Impulsen und Veranstaltungen im Feld der Politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit gibt es den Verteiler Politische Jugendbildung. Die Aufnahme in den Verteiler steht allen Interessierten, Aktiven und Zuständigen im Bereich der politischen Jugendbildung in den Jugendringen und -verbänden offen, Anfragen auf Aufnahme in den Verteiler können an die Fachstelle Politische Jugendbildung gerichtet werden.