AG historisch-politische Bildung: VR-Erinnerungsarbeit, Jahrestagung 2026 und Umgang mit rechten Herausforderungen
Bereits im Einstieg wurde deutlich, wie vielfältig die historisch-politische Bildungsarbeit in Jugendverbänden und Jugendringen derzeit ausgestaltet wird. Im Austausch ging es unter anderem um Wanderungen und Workshops an historischen Orten, Projekte mit Schulklassen, die Ausbildung junger Menschen zu Jugendguides, Gedenkstättenfahrten sowie Formate zu rechtsextremen Codes und rechtsextremen Angriffen. Sichtbar wurde dabei, dass historisch-politische Bildung an unterschiedlichen Orten, mit verschiedenen Zielgruppen und in enger Verbindung zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten stattfindet.
Ein Schwerpunkt des Treffens lag auf dem Projekt „Zeit ohne Zeugen“, einem modularen Angebot der Erinnerungsarbeit mit VR-Brillen. Im Austausch wurde deutlich, welches Potenzial digitale und immersive Formate für historisch-politische Bildung entfalten können, um Zugänge zu Erinnerungsorten und historischen Themen zu eröffnen. Zugleich wurden damit verbundene pädagogische Fragen diskutiert, etwa zum Umgang mit entstehenden Emotionen, zur Einbettung in vorbereitende Bildungsprozesse sowie zu Fragen der Barrierearmut und alternativen Nutzungsmöglichkeiten jenseits klassischer VR-Anwendungen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Überlegungen zur Jahrestagung historisch-politische Bildung 2026. Diskutiert wurde die Möglichkeit, die nächste Jahrestagung an eine bereits geplante Fachtagung in Frankfurt (Oder) anzuknüpfen, die sich mit Partizipation sowie Chancen, Herausforderungen und Grenzen historisch-politischer Bildung beschäftigt. Deutlich wurde dabei das Interesse, die AG stärker mit bestehenden Fachzusammenhängen zu verknüpfen und zugleich eigene Bedarfe und Perspektiven in größere Diskussionsräume einzubringen.
Darüber hinaus richtete sich der Blick auf die Weiterentwicklung des Formats der AG und auf Themen für das Jahr 2026. Im Austausch wurden unter anderem der Umgang mit rechtsaffinen Jugendlichen sowie Geschichtsrevisionismus in sozialen Medien als wichtige Themen benannt. Damit wurde erneut deutlich, dass historisch-politische Bildung nicht nur historische Kenntnisse vermittelt, sondern auch auf aktuelle demokratiegefährdende Entwicklungen reagieren und junge Menschen in ihrer Urteils- und Handlungsfähigkeit stärken muss.
Die AG bot damit erneut Raum, um Praxisbeispiele sichtbar zu machen, fachliche Fragen gemeinsam zu reflektieren und Perspektiven für die Weiterentwicklung historisch-politischer Bildung in Jugendverbänden und Jugendringen zu entwickeln.
Über die Fachstelle Politische Jugendbildung und ihre Formate werden die Vernetzung, der Wissenstransfer sowie der fachliche und kollegiale Austausch im Bereich der politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit zu Projekten, Fragen und Ideen der Teilnehmer*innen gebündelt. Die Formate stehen allen Interessierten und Aktiven aus den Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bundesjugendrings offen, die sich zu den Themen der Politischen Bildung und Demokratiebildung austauschen und beteiligen wollen.
Weitere Termine der Werkstatt Politische Jugendbildung sind unter Termine und Veranstaltungen zu finden. Für weitere Vernetzung und dem Austausch zu Informationen, Impulsen und Veranstaltungen im Feld der Politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit gibt es den Verteiler Politische Jugendbildung. Die Aufnahme in den Verteiler steht allen Interessierten, Aktiven und Zuständigen im Bereich der politischen Jugendbildung in den Jugendringen und -verbänden offen, Anfragen auf Aufnahme in den Verteiler können an die Fachstelle Politische Jugendbildung gerichtet werden.