Auftaktveranstaltung der digitalen Fokusreihe „Engagiert unter Druck"

Am 10.06.2026 startete der DBJR mit einer digitalen Auftaktveranstaltung seine Fokusreihe „ENGAGIERT UNTER DRUCK – herausfordernde Zeiten für Ehrenamt und Engagement“. Im Mittelpunkt standen die Situation ehrenamtlichen Engagements junger Menschen in Jugendverbänden und die Herausforderungen, die Jugendverbandsarbeit seit der Corona-Pandemie prägen.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Gunda Voigts von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) blickten die rund 100 Teilnehmenden auf aktuelle Entwicklungen, Belastungen und Veränderungsprozesse im Engagement junger Menschen. Anlass und Grundlage der Diskussion war die Vorstellung der Publikation „Ehrenamtliches Engagement junger Menschen in Jugendverbänden. Ein Praxisforschungsprojekt zur Zukunft der Jugendverbandsarbeit nach Corona“ von Gunda Voigts, Sureija Gotzmann und Maja Reifegerst, die aus dem gemeinsamen Praxisforschungsprojekt von DBJR und HAW Hamburg hervorgegangen ist. „Die Studie macht sichtbar, was wir in der Praxis seit Jahren beobachten. Sie liefert eine wichtige Grundlage, um die Interessen junger Engagierter stärker in politische Entscheidungen einzubringen“, betonte Daniela Broda, Vorsitzende des Bundesjugendrings.

Link zum Padlet des Forschungsprojekts und den Ergebnissen

Link zum Buch

Link zur Meldung der HAW Hamburg

Im Anschluss an den Input von Prof. Dr. Gunda Voigts bot eine Gruppenphase Raum für vertiefenden Austausch. Die Teilnehmenden diskutierten zentrale Herausforderungen für ehrenamtliches Engagement in Jugendverbänden: die Frage nach mehr Wertschätzung und Anerkennung junger Engagierter, die Gewinnung neuer Mitglieder und Ehrenamtlicher unter Berücksichtigung sozialer Ungleichheiten, den Spagat zwischen dem Engagement, das Jugendverbände für ihr Bestehen benötigen, und dem Engagement, das junge Menschen leisten wollen, die Möglichkeiten zum Abbau und zur Bewältigung von Bürokratie sowie die Stärkung junger Ehrenamtlicher im pädagogischen Umgang mit herausfordernden Teilnehmenden.

In den Gruppen ging es zugleich darum, wie mit den Ergebnissen des Praxisforschungsprojekts weitergearbeitet werden kann und was Jugendverbände dafür benötigen. Die Teilnehmenden besprachen, welche Herausforderungen derzeit besonders drängen, welche bisherigen Ansätze wirksam waren oder an Grenzen gestoßen sind und wo weiterer Forschungs- oder Entwicklungsbedarf besteht. Zudem wurden Rückmeldungen, Einschätzungen und Forderungen an Wissenschaft, Politik, den Bundesjugendring und die Jugendverbände selbst gesammelt.

Der Auftakt bot auch die Möglichkeit, Ideen und Themen für die folgenden Teile der Fokusreihe einzubringen. 

Die Dokumentation im Nachgang erhält den Input, sowie die Statements, Ergebnisse und Rückmeldungen aus den Gruppen:

Link zur Dokumentation

28.09.2026 von 16 – 18 Uhr digital | Nächster Teil der Fokusreihe zum Thema
„(Un-)Demokratisches Engagement? Zur Eignung und Verantwortung von Jugendleiter*innen“

Die digitale Veranstaltung bietet Raum, um gemeinsam über den Umgang mit menschenverachtenden und insbesondere rechtsextremen Einstellungen und Grenzfällen zu sprechen. Wie gehen wir mit Äußerungen und Verhalten von Personen in Juleica-Ausbildungen oder im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit um? Welche Voraussetzungen gelten für die Ausstellung der Juleica? Welche Rolle spielt das Kriterium der Geeignetheit? Wie sind die Entscheidungsmöglichkeiten der Organisationen und Träger und wo müssen klare Grenzen gezogen werden? Gemeinsam werden Erfahrungen, Unsicherheiten und mögliche Umgangsformen diskutiert. Darauf aufbauend werden Kriterien für die Geeignetheit sowie für den Umgang mit Grenzfällen und rechtsaffinen jungen Menschen gemeinsam skizziert.