Austausch zu Kinder- und Jugendreisen im BMWE

Gespräch mit MdB Babendererde und Vertretern der Kinder- und Jugendreisebranche
Am 18. Mai 2026 traf sich die Fachstelle Jugendreisen gemeinsam mit weiteren Verbänden des Kinder- und Jugendreisens zu einem Austausch mit Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. An dem Gespräch nahmen zudem mehrere Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion teil. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragen und Herausforderungen im Bereich der Kinder- und Jugendreisen.

Ein zentrales Thema war das Pauschalreiserecht als Beispiel für notwendigen Bürokratieabbau im ehrenamtlichen Engagement. Jugendverbandliches Reisen wird wesentlich durch ehrenamtliches Engagement getragen und ermöglicht. Seit der Einführung der Insolvenzversicherungspflicht für Pauschalreiseanbieter in den §§ 651a ff. BGB besteht in den Mitgliedsorganisationen des Bundesjugendrings große Unsicherheit, ob und in welchem Umfang diese Regelungen für die vielfältigen Freizeitmaßnahmen der Kinder- und Jugendarbeit gelten. Vor dem Hintergrund der am 12. März 2026 vom Europäischen Parlament verabschiedeten Änderungsrichtlinie zur EU-Pauschalreiserichtlinie und der nun anstehenden nationalen Umsetzung in Deutschland regte die Fachstelle Jugendreisen an, dieses Gelegenheitsfenster für eine rechtliche Klarstellung zu nutzen. Dr. Ploß sagte zu, den Vorschlag prüfen zu lassen.

Die Fachstelle Jugendreisen nutzte gemeinsam mit dem Deutschen Jugendherbergswerk und dem Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten als Teil der Vernetzungsrunde gemeinnützige Jugendreisen auf Bundesebene außerdem die Gelegenheit, auf den erheblichen Investitionsbedarf in Jugendbildungsstätten, Jugendherbergen und weiteren gemeinnützigen Freizeit- und Übernachtungsstätten hinzuweisen. Die bestehenden Förderprogramme des Bundes greifen bislang nicht ausreichend die spezifischen Bedarfe dieser Häuser in gemeinnütziger Trägerschaft auf. Insbesondere hohe Eigenanteile stellen für viele Einrichtungen regelmäßig ein kaum überwindbares Hindernis dar.

Ferner warb die Fachstelle für eine Neuauflage der Grundlagenstudie zu Kinder- und Jugendtourismus aus dem Jahr 2013, die damals durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wurde. Zudem regte sie an, den Dialog zu Kinder- und Jugendreisen zu verstetigen. Beide Vorschläge stießen auf positive Resonanz. Konsens bestand darin, dass Kinder- und Jugendreisen eine wichtige Bedeutung für Resilienz, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen haben.

Der Bundesjugendring bedankt sich bei Frau Dr. Babendererde (MdB, CDU/CSU) für die Organisation und Moderation des Termins, bei Herrn Dr. Christoph Ploß für den offenen und ergebnisorientierten Austausch sowie bei den teilnehmenden Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge, Wolfgang Dahler und Ralph Edelhäußer (alle CDU/CSU).