Begegnung mit dem französischen Jugendring CNAJEP in Berlin
DBJR
Im Austausch in Berlin ging es darum, wie Rechtsextremismus in der Arbeit der Jugendringe und ihrer Mitgliedsorganisationen in Deutschland und Frankreich adressiert werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt war der Mythos eines vermeintlichen Neutralitätsgebots. Dabei wurde deutlich: Jugendverbände sind Orte demokratischer Bildung und Selbstorganisation. Sie stärken junge Menschen darin, eigene Positionen zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Aushandlung praktisch zu erleben.
Am Beispiel der U18-Wahlen wurden politische Einstellungen junger Menschen und Möglichkeiten jugendgerechter politischer Bildung veranschaulicht. U18 ist ein bundesweites Demokratieprojekt des Bundesjugendrings, das jungen Menschen vor Europa- und Bundestagswahlen ermöglicht, politische Meinungsbildung, Beteiligung und Wählen praktisch zu erleben. Die Stimmabgabe wird dabei mit vorbereitenden Angeboten politischer Jugendbildung verbunden.
Zum Programm gehörten außerdem ein Besuch im Deutschen Bundestag sowie der Besuch der Ausstellung „Roads not Taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können“ im Deutschen Historischen Museum. Die Ausstellung befasst sich mit Wendepunkten der deutschen Geschichte und zeigt, wie historische Entwicklungen auch anders hätten verlaufen können.
Als Folgeformat führt die Arbeitsgruppe „Lutter contre les idées des extrêmes droites“ von CNAJEP vom 20. bis 24. April 2026 eine politische Reise nach Berlin durch. Dabei will die Delegation den Austausch mit Jugendverbänden und Trägern zu Rechtsextremismus, politischer Bildung, Prävention und Handlungsperspektiven vertiefen. Ähnliche Begegnungen zur Lage der jungen Zivilgesellschaft hatte CNAJEP zuvor bereits in Ungarn, Italien und Belgien durchgeführt.
Der französische Jugendring CNAJEP
Mit dem französischen Jugendring CNAJEP verbindet den Bundesjugendring eine jahrzehntelange Zusammenarbeit und Freundschaft. Beide Jugendringe arbeiten eng in der deutsch-französischen Jugendpolitik zusammen und stellen gemeinsam den Vorsitz des Beirats im Deutsch-Französischen Jugendwerk. Der Beirat wird bis Ende 2026 von Carolin Vogt für den DBJR und Maxime Boitieux für CNAJEP geleitet. CNAJEP ist die französische Plattform der Jugend- und Volksbildungsverbände und vereint mehr als 70 nationale Organisationen.