Bundesjugendring beim Digitaltag 2026
Digitaltag
Lena Bloemacher vertrat den Bundesjugendring beim Panel „Digitale Sicherheit für Kinder und Jugendliche“ auf dem Digitaltag 2026.
Beim Digitaltag 2026 diskutierte Lena Bloemacher für den Deutschen Bundesjugendring auf dem Panel „Digitale Sicherheit für Kinder und Jugendliche“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie junge Menschen in der digitalen Welt wirksam geschützt werden können, ohne ihre digitale Teilhabe einzuschränken.
Digitale Räume sind für junge Menschen Orte der Information, Begegnung, Bildung und gesellschaftlichen Beteiligung. Gleichzeitig bestehen dort reale Risiken: Hass und Hetze, sexualisierte Gewalt, Desinformation, Mobbing, sozialer Druck und manipulative Plattformmechanismen. Für den Bundesjugendring ist deshalb klar: Schutz, Befähigung und Teilhabe müssen gemeinsam gedacht werden.
Lena Bloemacher, stellvertretende Vorsitzende des Bundesjugendrings, ging in der Diskussion auch auf die Handlungsempfehlungen der Expert*innenkommission für Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt ein. Insbesondere die vorgeschlagene pauschale Altersgrenze für soziale Medien für unter 13-Jährige bewertet der Bundesjugendring kritisch. Pauschale Verbote und starre Altersgrenzen setzen nicht an den Ursachen der Probleme an. Die zentralen Risiken entstehen durch Plattformdesigns und Geschäftsmodelle, die Aufmerksamkeit binden, problematische Inhalte verstärken und persönliche Daten wirtschaftlich verwerten. Zudem besteht die Gefahr, dass die Nutzung lediglich in weniger regulierte und schlechter einsehbare digitale Räume verlagert wird.
In seiner Stellungnahme zu den Handlungsempfehlungen fordert der Bundesjugendring deshalb, Plattformen verbindlich in die Verantwortung zu nehmen. Dafür braucht es gemeinsame europäische Lösungen statt nationaler Alleingänge. Mit dem Digital Services Act besteht bereits ein europäischer Rechtsrahmen, der konsequent umgesetzt und durchgesetzt werden muss. Der geplante Digital Fairness Act bietet die Chance, weitere Schutzlücken zu schließen und manipulative Plattformgestaltung wirksamer zu regulieren.
Ebenso wichtig ist die verbindliche Beteiligung junger Menschen: Entscheidungen über digitale Lebenswelten dürfen nicht über ihre Köpfe hinweg getroffen werden.
Das Panel fand am 26. Juni im Rahmen des bundesweiten Digitaltags statt. Unter dem Schwerpunktthema „Digitale Sicherheit: Verstehen. Vermitteln. Vertrauen.“ kamen Perspektiven aus Jugendverbandsarbeit, Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen.