Follow-Up zum Jugenddialog-Event „Fake News. Hate Speech.”
Auf der Grundlage der Forderungen und Anliegen der jungen Teilnehmer*innen, schlossen die Dialogpartner*innen und auch einige Teilnehmer*innen Wetten ab. Wir haben bei allen Personen, die gewettet haben, nachgefragt. Hier zeigen wir euch die Rückmeldungen von einigen Personen:
UMGESETZT
Wetten, dass ich mich für den systemischen Ausbau von Beratungsstellen im Umgang mit Fake News und Hate Speech einsetzen werde.
Renate Künast (MdB, B90/ Die Grünen)
Ich habe mich in meiner Partei dafür eingesetzt, dass der Ausbau von Beratungsstellen gegen Hatespeech und Fake News und deren Mitfinanzierung durch die Plattform-Anbieter in unser Wahlprogramm aufgenommen wird. Im Parlament habe ich mich im Reformprozess des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes für den systematischen Ausbau von Beratungsstellen eingesetzt. Im Februar habe ich gemeinsam mit anderen Grünen Abgeordneten zahlreiche Vertreter*innen von Beratungsstellen zu einem internen Fachaustausch eingeladen, um über die Herausforderungen und Bedarfe vor Ort zu sprechen. Zudem habe ich das Thema in öffentlichen Veranstaltungen und Diskussionsrunden auf die Agenda gesetzt. Nicht zuletzt führe ich seit einigen Wochen gemeinsam mit HateAid ein Grundsatzverfahren gegen Facebook, was Betroffene von Falschzitaten und Verleumdungen entlasten möchte und gleichzeitig der tollen Arbeit von Beratungsstellen öffentliche Aufmerksamkeit verschafft. Ich werde mich in meiner täglichen Arbeit auch weiterhin gegen Hatespeech und für den Ausbau von Beratungsstellen einsetzen.
UMGESETZT
Ich wette, dass ich Corona im Familienchat zu Thema mache.
Katja (Teilnehmerin)
Ich habe das Thema Corona im Familienchat angesprochen. Am 21.03. schrieb ich:
„Hallo zusammen, Ich überlege schon länger, hier das Thema Corona anzusprechen. Da es teilweise ein sehr sensibles Thema ist, wollte ich anfragen, ob überhaupt Interesse besteht oder euch das Thema sowieso aus den Ohren heraushängt. Hättet ihr Interesse an z. B. einer Videokonferenz? Und falls ja, an welchem Unterthema? Medizin, politische Maßnahmen oder z. B. Impfung?
Viele Grüße Katja“
Daraufhin passierte ein paar Tage gar nichts. Etwa einen Monat später kam das Thema nochmal auf, als ein m. E. fragwürdiges Video in der Gruppe geteilt wurde. Daraufhin haben hauptsächlich zwei „Corona-Skeptiker“ und zwei „Corona-Vorsichtige“ (darunter ich) eine kurze Diskussion geführt. Und auch wenn ich die Diskussion als sehr respektvoll wahrgenommen habe, hat sich eine Person irgendwann aus der Diskussion verabschiedet. Sie hatte das Gefühl, bei der geäußerte Kritik zu schnell in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden. Dennoch freue sie sich „wenn mal wieder eine Zeit kommt, in der wir uns wieder angstfrei (von Angesicht zu Angesicht) begegnen und uns darüber austauschen könnten.“ Die Plattform bzw. eine schriftliche Diskussion hielt die Person für ungeeignet – erst recht bei einem so kontrovers diskutierten Thema. Meiner Meinung nach völlig zurecht wollte sie (zusätzliche) Missverständnisse vermeiden. Und bei einem Gespräch per Chat geht ja bekannterweise ein Großteil der Kommunikation verloren.
NOCH NICHT UMGESETZT
Wir wetten, dass wir in unserem Verband eine Aktion zu diesem Thema durchführen.
Alex & Dominik (Teilnehmer)