Friedensarbeit braucht wirksame Jugendbeteiligung

Beim Fachtag „From Local to Global: Friedensarbeit in der Internationalen Jugendarbeit“ am 11. Juni 2026 in Bonn gestalteten der Bundesjugendring und das Deutsche Nationalkomitee für Internationale Jugendarbeit (DNK) einen Workshop zu guter Jugendbeteiligung im Kontext der Youth, Peace and Security-Agenda. IJAB-Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatten zum Fachtag eingeladen, um Friedensarbeit im Feld der Internationalen Jugendarbeit zu verorten und Akteur*innen stärker zu vernetzen.

Im gemeinsamen Workshop stand die Frage im Mittelpunkt, wann Jugendbeteiligung wirklich wirksam ist und welche Bedingungen dafür im Kontext der Youth, Peace, Security-Agenda (YPS-Agenda) notwendig sind. Die Teilnehmenden lernten die Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung kennen und übertrugen sie auf die YPS-Agenda. Die Standards wurden gemeinsam vom Bundesjugendring und dem Bundesjugendministerium entwickelt und bieten Orientierung dafür, wie Beteiligung wirksam, inklusiv, transparent und überprüfbar gestaltet werden kann. Die YPS-Agenda geht auf die UN-Sicherheitsratsresolution 2250 zurück und umfasst die fünf Handlungsfelder Beteiligung, Schutz, Prävention, Partnerschaften sowie Disengagement und Reintegration.

In Arbeitsphasen diskutierten die Teilnehmenden fünf zentrale Fragen: Welche institutionellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen braucht Jugendbeteiligung zu YPS? Wie kann sie alle jungen Menschen erreichen? Welche Qualifikation ist notwendig? Wie wird Beteiligung transparent? Und wie kann sie überprüft und weiterentwickelt werden?

Die Diskussion zeigte, dass Jugendbeteiligung zu Frieden und Sicherheit politische Verantwortung, klare Zuständigkeiten und verlässliche Ansprechpersonen braucht. Die Teilnehmenden betonten außerdem, dass die YPS-Agenda stärker in die nationale Ebene übersetzt werden muss. Jugendgerechte Kommunikation, verständliche Begriffe, Vertrauen und eine lebensweltliche Übersetzung sind entscheidend, damit YPS nicht abstrakt bleibt.

Auch Qualifikation wurde als zentrale Voraussetzung benannt. Junge Menschen brauchen Wissen, Informationen, Sprache, Selbstbewusstsein und ein praktisches Verständnis dafür, welchen Mehrwert die YPS-Agenda für sie hat. Für die Internationale Jugendarbeit wurden Fachkräfteaustausche zu den fünf Säulen der YPS-Agenda als möglicher Ansatzpunkt diskutiert. Transparenz, Rückkopplung, realistische Rahmenbedingungen und Kostentransparenz wurden als weitere Bedingungen guter Beteiligung hervorgehoben.

Als zentrale Erkenntnis des Workshops bleibt: Qualitätsstandards für Jugendbeteiligung sind auch in Bezug auf den Bereich Frieden und Sicherheit relevant und müssen bei Beteiligungsformaten beachtet und angewandt werden.