Armut

Gemeinsame Erklärung: Jugendarmut nicht länger hinnehmen!

Die bisherigen Maßnahmen der Politik zur Bekämpfung von Armut junger Menschen reichen bei weitem nicht aus. Deswegen fordern wir in einer gemeinsamen Erklärung des Ratschlags Kinderarmut die Politik auf, Armut von Kindern und Jugendlichen nicht länger hinzunehmen und konkrete Konzepte zur Bekämpfung vorzulegen.

Für junge Menschen, die am Anfang ihres Lebensweges stehen, bedeutet Armut oft den Verlust persönlicher Zukunftsperspektiven - und des Vertrauens in die Gesellschaft. Das Ausmaß der Kinder- und Jugendarmut in Deutschland und Europa ist immer noch ein gesellschaftlicher Skandal. Als DBJR setzen wir uns seit Jahren dafür ein, Armut insbesondere bei Kindern und Jugendlichen wirksam zu bekämpfen, unter anderem in der Nationalen Armutskonferenz (NAK). Als Mitglied in der NAK haben wir uns aktiv im Ratschlag Kinderarmut engagiert.

Anlässlich des Internationalen Kindertages fordert ein breites Bündnis unter Federführung der NAK nun Bund, Länder und Kommunen auf, der Bekämpfung der Armut von Kindern und Jugendlichen in Deutschland die Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient. Dazu appelliert das Bündnis an die politisch Verantwortlichen endlich konkrete Konzepte mit notwendigen Umsetzungsschritten vorzulegen, die allen Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen ermöglichen.

In einer gemeinsamen Erklärung des Ratschlags Kinderarmut fordern wir zusammen mit über 53 Organisationen, darunter die Nationale Armutskonferenz, fünf der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, Gewerkschaften, Sozialverbände, Kinderrechtsorganisationen, Familienverbände, Selbsthilfeorganisationen und anderen: „Ein gutes Aufwachsen von allen Kindern und Jugendlichen muss in unserer Gesellschaft Priorität haben!“

Unser stellvertretender Vorsitzender Matthias Schröder erklärt dazu: „Armut ist ein umfassendes gesellschaftliches Problem. Aber nicht alle Altersgruppen sind gleich von den Folgen der Armut betroffen. Gerade die Jugendlichen und jungen Erwachsenen befinden sich in einer besonders tiefgreifenden Umbruchphase ihres Lebens: Sie sollen – oder müssen – den Start in ein selbstständiges Leben bewältigen, dies unterschiedet sie von anderen Altersgruppen.“

Wir stellen fest: Die bisherigen Maßnahmen vonseiten der Politik reichen nicht aus. Die Armut von Kindern und Jugendlichen stagniert auf hohem Niveau, die Armutsbetroffenheit junger Menschen steigt überproportional zum Niveau der Gesamtbevölkerung. Deswegen fordern wir gemeinsam mit den unterzeichnenden Organisationen die Politik in Bund, Ländern und Kommunen auf, Armut von Kindern und Jugendlichen nicht länger hinzunehmen. Wir sind uns darin einig, dass alles getan werden muss, damit alle Kinder gesellschaftliche Teilhabe und ein gutes Aufwachsen erfahren können. Dazu gehören der Ausbau der sozialen Sicherungssysteme, aktuell auch durch krisenbedingte Aufschläge und vereinfachten Zugang zu Leistungen, die Sicherstellung sozialer Infrastruktur und die intensive Begleitung von Kindern und Jugendlichen zurück in ihren Kita- und Schulalltag. Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf ein gutes Aufwachsen!

Dabei sind vier Grundsätze zentral:

  1. Armut ist kein Versagen der*des Einzelnen!
  2. Alle Kinder und Jugendlichen haben Anspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse!
  3. Jedes Kind ist gleich viel wert!
  4. Unterstützung muss dort ankommen, wo sie gebraucht wird!

Matthias Schröder sagt: „Im kommenden Superwahljahr werden viele Parlamente neu gewählt, darunter der Bundestag. Die Bekämpfung der Armut von Kindern und Jugendlichen muss bei den Parteien viel stärker in den Fokus rücken. Wir fordern konkrete Konzepte, die allen Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen ermöglichen.“

Die vollständige Erklärung im Wortlaut: www.dbjr.de/fileadmin/PDFtmp/Ratschlag_Kinderarmut_2020_gemeinsame_Erklaerung_29.05.2020.pdf

 

Themen: Armut