Jährliches Jugendverbändegespräch mit Bundesumweltminister Carsten Schneider
Foto: BMUKN
Vertreter*innen des Bund der Deutschen Landjugend, der BUNDjugend, der Jugend des Deutschen Alpenvereins, der NAJU und der Naturfreundejugend stellten im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) ihre Perspektiven vor. Sie machten deutlich, dass sich junge Menschen in Jugendverbänden auch unter schwierigen Bedingungen für ehrenamtliches Engagement, demokratische Mitgestaltung und einen sozial und ökologisch gerechten Umwelt- und Naturschutz begeistern. Zugleich berichteten sie von wachsenden Herausforderungen durch rechtsextreme Angriffe, Vielfachkrisen, steigende Kosten und eine seit Jahren nicht ausreichend dynamisierte Förderung der Jugendverbände, die zusätzliche Unsicherheiten schafft.
Die Jugendverbände betonten, dass eine starke demokratische Zivilgesellschaft eine Voraussetzung für wirksamen Klima-, Natur- und Umweltschutz ist. Sie warben dafür, die Verbändeförderung des Bundesumweltministeriums zu stärken, deren Fördervolumen den Preissteigerungen anzupassen und sich auch innerhalb des Bundeskabinetts für eine verlässliche Förderung der anerkannten Jugendumwelt- und Naturschutzverbände einzusetzen. Dazu gehöre auch ,wie im Koalitionsvertrag angekündigt, ein erhöhter und dynamisierter Kinder- und Jugendplan des Bundes, der Jugendumwelt- und naturschutzverbänden die notwendige Planungssicherheit für ihre bundeszentrale Arbeit gibt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war gute und wirksame Jugendbeteiligung. Am Beispiel der unter deutscher Präsidentschaft stehenden Alpenkonvention hoben die Jugendverbände hervor, wie wichtig Förderprogramme sind, die echte Beteiligung junger Menschen an umweltpolitischen Prozessen ermöglichen. Solche Programme schaffen Räume für junge Perspektiven, Umweltbildung und internationale Zusammenarbeit. Zugleich machten die Jugendverbände deutlich, dass Antragstellung und Projektadministration häufig mit hohem bürokratischem und personellem Aufwand verbunden sind und sprachen sich daher für Entbürokratisierung und Staatsmodernisierung aus, ohne dabei fachliche Standards oder Umwelt- und Naturschutzbelange abzusenken.
Darüber hinaus diskutierten die Jugendverbände Schnittstellen zu anderen Bundesministerien und zur Arbeit der Bundesregierung insgesamt. Angesprochen wurden unter anderem die Düngeverordnung, die EU-Wiederherstellungsverordnung, die Gemeinsame Agrarpolitik sowie die Sorge vor einem Rückschrauben von Umwelt- und Naturschutzstandards und dem Verlust wichtiger Förderprogramme. Mit Blick auf Klimaschutz und Energiepolitik machten die Jugendverbände deutlich, dass internationale rechtliche Verpflichtungen, nationale Klimaziele und politisches Handeln stärker zusammengebracht werden müssen. Sie forderten den Abbau fossiler Subventionen und einen klaren Einsatz für erneuerbare Energien.
Die Jugendverbände zeigten sich erfreut über das offene Gespräch auf Augenhöhe und den sachlichen, inhaltlich fundierten Austausch mit Bundesumweltminister Carsten Schneider.
Wendelin Haag, Vorsitzender des Bundesjugendrings betonte: „Die Offenheit des Bundesumweltministeriums gegenüber Jugendbeteiligung und die Bereitschaft, junge Perspektiven in umwelt- und klimapolitische Prozesse einzubeziehen, ist von großer Bedeutung. Auch, dass das Jugendverbändegespräch seit vielen Jahren ein fixer Termin für die Hausleitung ist, ist ein wichtiges Signal für die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und Jugendverbänden.“
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