Jugendverbände

Jugendpolitik kurz und knapp

Unser DBJRinfo (vom 12. Oktober 2018) bündelt jugendpolitische Nachrichten und Entwicklungen. Wir geben Hinweise auf Veranstaltungen und Materialien.

Jugendpolitik

Jugendliche fordern mehr Aufklärung zu Fake News
In einer aktuellen Studie sind zwei Drittel der 14- bis 24-Jährigen der Ansicht, dass die Verbreitung von Falschnachrichten den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland gefährdet. Mindestens einmal pro Woche stoßen Jugendliche laut Studie in sozialen Medien auf Fake News und Hassrede, knapp ein Fünftel sogar täglich. Dabei wünschen sich drei Viertel der Befragten, dass der Umgang mit Falschnachrichten und Hate Speech auch in der Schule behandelt wird. Dort ist das Phänomen aber kein Thema. Die Vodafone Stiftung Deutschland hatte die repräsentativen Studie in Auftrag gegeben. Der Studie zufolge sieht die Mehrheit der jungen Menschen (58 Prozent) die Betreiber der Plattformen in der Pflicht, 46 Prozent fordern von den Medien, aktiv zu werden, 33 Prozent erwartet, dass die Bundesregierung dagegen vorgeht. 45 Prozent sehen aber auch sich selbst und die Nutzer*innen gefordert. Mehr als die Hälfte der Beschwerden junger Menschen sind laut Studie jedoch erfolglos geblieben oder wurde erst sehr spät bearbeitet.

Du hast die Wahl!
Der Bayerische Jugendring (BJR) und der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) rufen besonders Jung- und Erstwähler*innen auf, ihre Stimme für Vielfalt, Respekt, Toleranz und Mitmenschlichkeit abzugeben. „Jede Stimme zählt, wenn es um die Frage geht, wie wir zukünftig zusammenleben wollen. Wer nicht wählt, überlässt die Stimme Parteien, die undemokratische Positionen vertreten“, sagte BJR-Präsident Matthias Fack. Dauzu gibt es auch ein Interview von Matthias Fack zur U18-Wahl und der Forderung einer Wahlaltersenkung mit jetzt.de: "Wenn das Wahlalter also abgesenkt würde, dann müssten sich die Parteien auch mal darüber Gedanken machen, wie sie junge Menschen erreichen – und sich mit deren Lebenswirklichkeit auseinandersetzen. Denn die Jugendlichen wollen dann ja auch ernst genommen werden in ihren Anliegen und die Parteien müssten sich dazu positionieren."

Neue Bundesjugendleitung der Solijugend
Beim 23. Bundesjugendkongress der Solidaritätsjugend Deutschlands wurde eine neue Bundesjugendleitung gewählt. Dennis Mayer wurde als Vorsitzender im Amt bestätigt. Janina Sander, Dirk Weber und Birgit Kupfer sind stellvertretende Vorsitzende. Als weitere Mitglieder wurden Verena Pfeuffer, Frank Klopf, Niklas Pallmann, Andreas Frank, Jannik Pallmann, Josephine Haq Khan und Luca Schirmer gewählt. Tobias Köck und Kerstin Bähker sind die Revisor*innen der Solijugend. Bei der inhlaltichen Beratung wurde das „Leitbild und Vision der Solijugend“ sowie die Position „Europäischer und internationaler Jugendaustausch bei der Solijugend – wir schauen über den Tellerrand!“ beschlossen. Verabschiedet wurde auch ein Antrag zu „Förderung des sicheren Fahrradverkehrs, insbesondere im urbanen Raum“.

Chancen für ländliche Räume verbessern
Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) fordert die Öffnung des Art 104c und Art 91a im Grundgesetz. So könne langfristig die Kooperation von Bund und Ländern ermöglicht werden sowie Maßnahmen und Förderung des Bundes nicht als bürokratischer Problemfall in den Kommunen ankommen. Für die Entwicklung ländlicher Räume begrüßt der BDL auch den Vorschlag des Bundesrats, Artikel 91a zu aktualisieren. Der notwendigen Förderung der Strukturen ländlicher Räume müsse aus Sicht des BDL durch nachhaltige Verstetigung, Flexibilisierung und Vereinfachung der Mittelverwendung Rechnung getragen werden.

70 Jahre Landesjugendring Nordrhein-Westfalen
Mit geladenen Gästen aus Jugendverbandsarbeit, Politik und Wissenschaft feierte der Landesjugendring NRW sein 70-jähriges Bestehen – und diskutierte Herausforderungen für die Zukunft. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Jugendverbände vor Herausforderungen stehen: Digitalisierung und Demokratieförderung, aber auch Mobilität sind Themen, die vor allem junge Menschen in Zukunft betreffen werden – dazu braucht es weiterhin starke Jugendverbände. 

16 Wege zu mehr Jugendgerechtigkeit
Am 24. September 2018 fand der bundesweite Prozess „Jugendgerechte Kommune“ mit einer Ehrung der teilnehmenden Kommunen im Rahmen der Konferenz „Politik für, mit und von Jugend“ seinen Abschluss. Die Referenzkommunen aus dem gesamten Bundesgebiet haben unterschiedlichste Wege zu mehr Jugendgerechtigkeit erprobt. In einem Peer-Learning-Prozess, an dem Jugendliche und Erwachsene gleichberechtigt teilnahmen, wurde der Austausch der Kommunen untereinander und mit externen Expertinnen und Experten ermöglicht. Die Koordinierungsstelle „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ legt nun die Publikation „16 Wege zu mehr Jugendgerechtigkeit – Gelingensbedingungen für Jugendgerechte Kommunen“ vor, welche die zentralen Erkenntnisse aus dem Prozess aufbereitet und so eine umfassende Grundlage für an Jugendgerechtigkeit interessierte kommunale Akteure bietet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse der Rollen, die Jugendliche, Fachkräfte der Jugendarbeit, Verwaltungsmitarbeitende sowie Politiker*innen in diesen Prozessen einnehmen können.

Veranstaltungen, Material und Wettbewerbe

Kongress zur Sozialen Frage
Gemeinsam mit anderen Arbeiter*innenjugendverbänden will sich die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken der Sozialen Frage widmen. mit Blick auf verschiedene soziale Feldern und Missständen (z.B. Wohnungspolitik, Arbeitszeit oder Gesundheitswesen) sollen bei einem Kongress vom 30. November bis 2. Dezember konkrete Forderungen erarbeitet werden. Außerdem wird erörtert, welche Rolle Jugendverbände eigentlich im Kampf um Das Gute Leben spielen und welchen Handlungsspielraum wir haben.

Ausschreibung: MEET UP! Deutsch-Ukrainische Jugendbegegnungen 2019
Die Stiftung EVZ fördert 2019 deutsch-ukrainische und deutsch-ukrainisch-russische Begegnungen für junge Menschen zwischen 16 und 35 Jahren. Anträge auf Förderung sind spätestens bis zum 02.12.2018 bei der Stiftung EVZ einzureichen! Ziel des Programms ist es, die Beziehungen zur Ukraine zu intensivieren und das Engagement junger Menschen aus Deutschland und aus der Ukraine für demokratische Grundwerte und Völkerverständigung zu stärken. Es werden bestehende Partnerschaften und neue Initiativen gefördert. Informationen zur Ausschreibung und die Antragsformulare hier.

Medienbildung für alle. Digitalisierung. Teilhabe. Vielfalt.
Wie kann inklusive Medienbildung in Theorie und Praxis weiterentwickelt und weitergebracht werden? Hierzu veranstaltet die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) vom 16.-18. November 2018 in Bremen das 35. Forum Kommunikationskultur "Medienbildung für alle. Digitalisierung. Teilhabe. Vielfalt." Im aktuellen Positionspapier dazu weist die GMK auf notwendige Voraussetzungen hin, um (Medien-) Bildungsprozesse über die gesamte Lebensspanne hinweg nach den Zielvorstellungen von Inklusion gestalten zu können. Anmeldung und Programm des Forums hier.

Jobs, Jobs, Jobs
Stellen aus dem Bereich der Jugendarbeit und Jugendhilfe veröffentlichen wir hier. Aktuell in eigener Sache:

Wir, der Deutsche Bundesjugendring, suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n Mitarbeiter*in für die Leitung des Büros der Geschäftsführung. Die Stelle ist voraussichtlich befristet bis 30. September 2021. Der Beschäftigungsumfang beträgt 100% der betrieblichen Arbeitszeit, die Vergütung erfolgt nach TVöD Ost E9. Bewerbungsschluss ist der 28. Oktober 2018. Die vollständige Ausschreibung.

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