Jugendverbände

Jugendpolitik kurz und knapp

Unser DBJRinfo (vom 19. März 2020) bündelt jugendpolitische Nachrichten und Entwicklungen. Wir geben Hinweise auf Veranstaltungen und Materialien.

Jugendpolitik

AGJ: Aufnahme geflüchteter Minderjähriger von der griechisch-türkischen Grenze

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) fordert in einem aktuellen Zwischenruf die deutsche Bundesregierung und die Europäische Union auf, endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden, die mit der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Geflüchteten Kindern und Jugendlichen soll damit der ihnen zustehende Schutz gewährt werden. Viele deutsche Kommunen und einige Bundesländer haben in den vergangenen Monaten freie Kapazitäten für die Aufnahme von minderjährigen Geflüchteten signalisiert und sich als „sichere Häfen“ angeboten. Die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland signalisiert ebenfalls ihre Bereitschaft und Fähigkeit zur Aufnahme und Betreuung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen.

Coronavirus: Verschiebung zahlreicher Gremien und Veranstaltungen

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus und der damit verbundenen Schutzmaßnahmen werden auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden zahlreiche Gremiensitzungen und Veranstaltungstermine verschoben. Auch Fachtage, Workshops und Vernetzungstreffen des DBJR werden, zunächst bis Ende April, nicht in physischer Form stattfinden. Satzungsgemäße Gremien werden weiter geplant und nicht abgesagt. Für seine Mitgliedsorganisationen stellt der DBJR Informationen und Leitfäden bereit, die von anderen Trägern herausgegeben werden. Alle weiteren Informationen und der Maßnahmenplan zu Veranstaltungen, Gremien, Dienstreisen und Vertretungen stehen auf einer Sonderseite bereit.

Coronavirus: AdB fordert Unterstützung für zivilgesellschaftliche Akteure

Der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. (AdB), Fachverband für über einhundert Bildungsstätten, Bildungswerke, Akademien, Heimvolkshochschulen und Internationale Begegnungsstätten, fordert die Bundesregierung auf, mit ihren Maßnahmepaketen zur Abmilderung der Folgen von COVID-19 insbesondere auch die zivilgesellschaftlichen Akteure der Jugend- und Bildungsarbeit zu unterstützen. Deren wichtige Arbeit für die demokratische Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen darf nicht gefährdet werden. Bund, Länder und Kommunen sind zudem gefordert, die bestehenden Möglichkeiten des Haushaltsrechts auszuschöpfen und ihre Förderregularien anzupassen, damit öffentlich geförderte Jugend- und Bildungseinrichtungen nicht in ihrer Existenz gefährdet werden.

Parlamentarischer Abend des Bundes der deutschen Landjugend e. V.

Beim Parlamentarischen Abend des Bundes der deutschen Landjugend (BDL) haben rund 20 Bundestagsabgeordnete mit 40 Landjugendlichen und weiteren Gästen diskutiert. Der BDL hatte dafür sechs Themen ausgewählt, die von B wie Beteiligung bis Z wie Zukunft der Jungwinzer und Junglandwirte reichten. Trotz aller Meinungsunterschiede waren Parlamentarier*innen, Gäste aus Verbänden und Ministerien wie die Landjugend selbst nach den Gesprächsrunden vom Parlamentarischen Abend angetan.

Kompetenznetzwerk zur Prävention von Islam- und Muslimfeindlichkeit nimmt Arbeit auf

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej), die Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit (CLAIM) und das Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) bilden zukünftig das „Kompetenznetzwerk im Themenbereich Prävention von Islam- und Muslimfeindlichkeit“. Das Netzwerk stellt sich gegen die immer virulenter werdende Islamfeindlichkeit und setzt sich für die Stärkung einer ambiguitätstoleranten Gesellschaft ein, in der jede*r angstfrei leben kann. Ein weiteres Ziel des Netzwerks ist die selbstverständliche Partizipation aller Jugendlichen an den Strukturen der Jugendverbandsarbeit.

Veranstaltungen, Material und Wettbewerbe

Digitale Alternativen in Zeiten von Corona

In Zeiten von Home Office und Social Distancing sind Möglichkeiten digitaler Vernetzung wichtiger denn je. Das Kooperationsprojekt „jugend.beteiligen.jetzt“ bietet verschiedene Tools für die Praxis digitaler Partizipation. Eine Auflistung der Werkzeuge mit detaillierten Infos gibt es unter https://jugend.beteiligen.jetzt/werkzeuge/tools. Eine Dokumentation der Entwicklung von Online-Beteiligungstools gibt es unter https://tooldoku.dbjr.de/.

Jugendaktionscamp 2020 – Macht unsere Welt bunter! (12.-14.06.2020)

Das Jugendaktionscamp der Aktion Mensch bietet 120 jungen Menschen mit und ohne Behinderung die Möglichkeit, Workshops rund um das Thema Inklusion zu besuchen, mit bekannten Speaker*innen und Influencer*innen ins Gespräch zu kommen und eigene Projektideen zu entwickeln. Mit dem Jugendaktionscamp sollen junge Menschen darin empowert werden, eine inklusive Gesellschaft proaktiv und selbstbewusst mitzugestalten. Gleichzeitig soll die Sichtbarkeit für jugendliches Engagement zum Thema Inklusion gefördert und bundesweit Anschlussmöglichkeiten für Engagement in Organisationen und Verbänden aufgezeigt werden. Das Jugendaktionscamp ist kostenfrei und findet vom 12. bis 14. Juni 2020 in Bonn statt.

Anmeldung zum 17. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Essen (18.-20.05.2021)

Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag ist als Fachkongress mit Fachmesse die größte kostenlose Fortbildungsveranstaltung für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe. Aber auch Interessierte aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wie auch Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Unter dem Motto „Wir machen Zukunft – Jetzt!“ wird es 2021 u. a. um Kinderschutz, den wachsenden Fachkräftebedarf, Demokratie, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Inklusion gehen. Anmeldungen für Aussteller sind bis zum 15.05.2020 unter https://www.jugendhilfetag.de/ möglich.

Neue Publikationen des IDA e. V. zur Antirassismusarbeit

Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) hat neue Materialien zum Thema Antirassismusarbeit publiziert, darunter die beiden Reader „Rassismuskritische Öffnung“ und „Antimuslimischer Rassismus und Muslimische Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft“. Außerdem gibt es neue Inhalte in der Vielfalt-Mediathek, etwa einen Podcast zur Verbreitung extrem-rechter Ideologien im Gaming-Bereich und ihrem tatsächlichem Einfluss. Einen Überblick über die Materialien liefert die IDA-Infomail 01/2020.

Neuauflage der Elternwissen-Ausgabe zum Thema „Cybermobbing“

Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e. V. hat ihre Elternwissen-Ausgabe zum Thema „Cybermobbing“ aktualisiert. Die Broschüre informiert Eltern und Bezugspersonen über das Phänomen Cybermobbing, erklärt die Mechanismen von Gewalt im digitalen Raum und bietet Möglichkeiten, wie Kinder und Jugendliche sich möglichst geschützt im Internet bewegen können, wie sie Risiken digitaler Mediennutzung einzuschätzen lernen und deren Chancen positiv wahrnehmen können. Sie zeigt Handlungsmöglichkeiten für Eltern auf, deren Kinder bereits Erfahrungen mit Cybermobbingattacken gemacht haben, und verweist auf weitergehende Informationen und Hilfsangebote. Die überarbeitete Ausgabe kann bestellt oder kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Neues Hilfeportal: Hilfe bei Stress im Netz

Das Portal jugend.support vermittelt Rat und Hilfe bei Stress im Netz für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. Es dient als zentrale Anlaufstelle und als Verteilerkreis zur schnellen und passenden Hilfe. Durch die Zusammenarbeit mit den bekanntesten anerkannten Beratungsstellen in Deutschland können die Jugendlichen schnell weitergeleitet werden. Somit müssen Jugendliche nicht erst selbst nach der richtigen Beratungsstelle suchen, sondern finden alle Ansprechpartner auf einer Webseite.

Ausschreibung: Förderfonds des Deutschen Kinderhilfswerkes

Für Initiativen, Vereine und Projekte der Kinder- und Jugendarbeit besteht noch bis zum 31. März 2020 die Möglichkeit, Anträge bei den Förderfonds des Deutschen Kinderhilfswerkes zu stellen und bis zu 5.000 Euro zu erhalten. Ziel der Förderfonds ist die Bekanntmachung der Kinderrechte und die Verbesserung der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen unter dem Aspekt der Mitbestimmung. Anträge können Vereine, freie Träger, Initiativen, Elterngruppen, Kinder- und Jugendgruppen sowie Schülerinitiativen für noch nicht begonnene Projekte stellen. Voraussetzung für eine Bewilligung ist, dass die Kinder und Jugendlichen an der Planung und Durchführung des Projektes aktiv beteiligt werden. Weitere Informationen zu den Förderfonds des Deutschen Kinderhilfswerkes gibt es unter www.dkhw.de/foerderfonds.

Ausschreibung: Jugenddemokratiepreis 2020

Der Jugenddemokratiepreis der Bundeszentrale für politische Bildung steht in diesem Jahr unter dem Motto "Jung. Laut. Vereint (?)". Mit ihm werden einmal pro Jahr junge Menschen aus der ganzen Welt ausgezeichnet, die sich mit ihren Projekten in einer herausragenden Art und Weise für die Demokratie in Europa einsetzen. Der Jugenddemokratiepreis wird von einer Jugendjury verliehen und ist damit eine Würdigung von Jugendlichen für Jugendliche. Gesucht werden Projekte, die Hürden überwinden, Mut beweisen, Dialoge schaffen und Menschen mit verschiedenen Lebenserfahrungen wieder miteinander ins Gespräch bringen. Bewerbungen sind bis zum 1. April 2020 unter www.bpb.de/jugenddemokratiepreis möglich.

Ausschreibung: Dieter Baacke Preis 2020 – Auszeichnung für medienpädagogische Projekte

Auch in diesem Jahr schreibt die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e. V. (GMK) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) einen Sonderpreis beim Dieter Baacke Preis aus. Zum Thema des Sonderpreises 2020 „Speak out & connect“ können gezielt Projekte entwickelt und realisiert werden. Der Sonderpreis ist mit 2.000 € dotiert. Bewerben können sich medienpädagogische Projekte, die Kindern und Jugendlichen kreativ und kritisch die Nutzung digitaler Medien zur Umsetzung und Verbreitung ihrer Interessen, ihrer Themen und für ihr Engagement vermitteln. Der Preis zeichnet Pädagog*innen aus für Methoden und Angebote, die Kinder und Jugendliche dazu befähigen oder darin unterstützen, digitale Medien couragiert, phantasievoll und zugleich reflektiert als Sprachrohr oder zur Vernetzung zu nutzen. Bewerbungen können bis 31. Juli 2020 eingereicht werden.

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