Jugendverbände

Jugendpolitik kurz und knapp

Unser DBJRinfo (vom 18.02.2021) bündelt jugendpolitische Nachrichten und Entwicklungen. Wir geben Hinweise auf Veranstaltungen und Materialien.

JUGENDPOLITIK

Kampagne #HörtAufDieJugend des Bayerischen Jugendrings

Der Bayerische Jugendring (BJR) und die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Jugendsozialarbeit Bayern haben kritisiert, dass die Politik bei den Maßnahmen zur Bewältigung der SARS-CoV-2-Pandemie Jugendliche und ihre Lebenswirklichkeit vollständig ignoriert. Sie machten bei einer Pressekonferenz deutlich: Junge Menschen brauchen eine Perspektive, keine Verschärfung der sozialen Spaltung.

Der BJR will mit der Kampagne #HörtAufDieJugend die Anliegen der Jugend deutlich machen. Die Idee: In den sozialen Medien posten junge Menschen ihre Bedürfnisse, Forderungen oder Herzensanliegen. Über die in einer Internetseite integrierte Social-Media-Wall werden alle Statements, Fotos oder Videos sichtbar. Alle jungen Menschen und Jugendorganisationen in Bayern sind herzlich eingeladen, Beiträge oder Videos zu posten und sich zu beteiligen. Mehr Infos: https://www.bjr.de/service/umgang-mit-corona-virus-sars-cov-2/hoertaufdiejugend.html

Auch im Homeschooling: Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt!

Digitale Lernräume wurden über Jahrzehnte vernachlässigt. In der Pandemie fehlen nun verlässliche Konzepte für die Prävention sexueller Gewalt in diesen Räumen. Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken (SJD) macht in einer Pressemeldung deutlich, dass durch die Digitalisierung des Unterrichts massive Probleme entstehen. Das Internet werde nicht nur wegen des digitalen Unterrichts wichtiger, sondern auch für Sexualstraftäter*innen attraktiver. Sie können sich etwa Zugangsdaten zu Videokonferenzen verschaffen, um dort Kinder und Jugendliche zu belästigen oder pornografisches Material einzuspeisen. Die Falken weisen darauf hin, dass potentielle Täter*innen nicht nur von außen kommen. Auch Lehrer*innen oder Mitschüler*innen können Videochats, WhatsApp-Gruppen oder andere Plattformen nutzen, um Kontakte aufzubauen. Die Gefahr erhöht sich auch dadurch, dass es über Messengerdienste, Break-Out Sessions und Chats sehr viel einfacher ist, unbeobachtete Einzelgespräche zu suchen, um Kontakte aufzubauen und Übergriffe durchzuführen oder vorzubereiten.

Bundesländer und Schulen stehen in der Verantwortung, schnellstmöglich tragfähige Schutzkonzepte zu entwickeln. Einen Forderungskatalog skizzieren die Falken unter https://www.wir-falken.de/aktuelles/meldungen/10923447.html

Weniger Lohn für gleiche Arbeit?

Wer in Berlin ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) macht, erhält fast doppelt so viel Taschengeld wie Freiwillige, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen. Das ist ungerecht und muss endlich angepasst werden, fordert der Landesjugendring Berlin. „Wer ein FÖJ anbietet, erhält vom Land Berlin rund 10.000 Euro für jede*n Freiwillige*n im Jahr“, sagt Tilmann Weickmann, Geschäftsführer des Landesjugendrings Berlin. „Träger des FSJ erhalten in der Regel gar keine Förderung vom Land.“ Das hat zur Folge, dass Anbieter des FÖJ mehr Taschengeld zahlen können. Vergangenen Dezember hatte Berlin eine Engagementstrategie mit 100 Handlungsempfehlungen vorgelegt. Nummer 11 der Empfehlungen will die Freiwilligendienste stärken. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und die Senatskanzlei können nach Ansicht des Landesjugendrings nun zeigen, dass ihnen soziales Engagement ebenso wichtig ist wie ökologisches.

Rechte von geflüchteten Kindern und Jugendlichen endlich umsetzen!

In einem Appell der Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge heißt es: Geflüchtete Kinder und Jugendliche verweilen aktuell immer noch zu lange in Unterbringungseinrichtungen, die alles andere als kindgerechte Orte sind. Für traumatisierte Kinder gibt es oft keine angemessene Unterstützung. Das Recht auf Bildung und damit verbunden der Schulbesuch wird Kindern und Jugendlichen in Landesunterkünften vorenthalten. Die Aktionsgemeinschaft fordert unter anderem, Handlungsspielräume zum Wohle der Kinder und Jugendlichen zu nutzen und den Aufenthalt auf das rechtliche Maß zu verkürzen. Außerdem müsse die Bundesregierung bundesweite Regelungen schaffen, so dass junge Geflüchtete nicht länger als dringend notwendig in Aufnahmeeinrichtungen verbleiben müssen.

Umfrage des Projektes Europe@Home

Im Rahmen des Europe@Home-Projekts organisieren die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) Deutschland gemeinsam mit anderen nationalen JEF-Sektionen und der Student Union OBESSU eine Studie zu digitalen Bildungsangeboten. Dabei werden auch die digitalen Bildungsangebote von Jugendorganisationen europaweit durch eine Online-Umfrage evaluiert. Die Online-Umfrage ist zu finden unter https://communication784742.typeform.com/to/GfTO9ZjP

Recht junger Menschen auf Schutz vor Gewalt

Das Bundesjugendkuratorium weist in einem Zwischenruf auf die Verantwortung des institutionellen Gefüges von Staat und Trägern hin, das Aufwachsen in seiner Gesamtheit zu begleiten – insbesondere Kinder und Jugendliche vor seelischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt zu schützen. Kinder und Jugendliche haben ein Grundrecht auf Schutz vor seelischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt. Dem gesamten institutionellen Gefüge des Aufwachsens muss hierfür die notwendigen finanziellen, fachlichen und personellen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um dahingehend präventiv, intervenierend und aufarbeitend handeln zu können.

Der gesamte Zwischenruf ist zu finden unter http://www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen

OECD: Bessere Politik für ein besseres Leben

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Kampagne The Future of Work – What now? gestartet. Ziel ist, zu verstehen, was junge Menschen in der Krise bewegt und ob sie sich gut für die Zukunft gewappnet fühlen. Die Ergebnisse der Kampagne fließen in einen Jugendaktionsplan ein, der Ende des Jahres an die OECD-Mitgliedsländer übergeben wird. Adressiert werden 15- bis 30-Jährige mit Fragen wie: Wie gut fühlt ihr euch für den Arbeitsmarkt oder euren aktuellen Job qualifiziert? Seid ihr zufrieden damit, wie euch das Bildungssystem auf die Arbeitswelt vorbereitet hat? Zur OECD-Umfrage (auf Englisch): https://futureofwork.oecd.org/en

MATERIAL, VERANSTALTUNGEN und WETTBEWERBE

#FreiraumNetz zu jugendgerechter Netzpolitik

in der Reihe #FreiraumNetz der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung (et) und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) geht es um die Frage „Welche Themen gehören auf die Agenda für eine jugendgerechte Netzpolitik?“. Seit 2020 wird #FreiraumNetz mit einer Reihe dezentraler Workshops fortgesetzt. Die aktuellen Termine für 2021 sind unter https://www.evangelische-akademien.de/projekt/freiraumnetz/#-freiraumnetz21---termine zu finden. Details zur Anmeldung gibt es dort ebenfalls.

JUGEND PRÄGT: Rund um Politik und Demokratie

Der Landesjugendring Thüringen hat JUGEND PRÄGT zu einer Bildungsplattform für Themen rund um Politik und Demokratie weiterentwickelt. Unter https://jugendpraegt.de gibt es kurze Erklärvideos, kompakte Influencervideos mit Mirko Drotschmann (alias „MrWissen2go“), Interviews im Chatformat, Praxismaterialien für Fachkräfte aus Schule und Jugend(verbands)arbeit sowie jugendaffine Begriffs- und Kontexterklärungen.

Webtalkreihe Rassismus wirkt - wir zeigen wie

Zur Folge 6 der Webtalkreihe, die anschließend als Audio-Podcast bereitsteht, lädt die Vielfaltmediathek des Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) am Donnerstag, 25.02.2021 um 17:00 Uhr ein unterhttps://www.facebook.com/hashtag/webtalkreihe.

Im Gespräch wird aus rassismuskritischer und intersektionaler Perspektive über Rassismus(formen), Wirkungsweisen und Handlungsstrategien in unserer Gesellschaft und über aktuelle Fragen diskutiert. Es geht um Möglichkeiten für Empowerment, Solidarität und Veränderungen. Die Webtalkreihe ist ein digitales Bildungsangebot der Opferberatung Rheinland und Re_Struct.

Persönlichkeiten für Themenschwerpunkt „Engagement und Inklusion“ gesucht

Für die Kampagne „Engagement macht stark!“ zur 17. Woche des bürgerschaftlichen Engagements sucht das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) außergewöhnlich engagierte Persönlichkeiten sowie spannende Projekte. Das Kampagnenjahr 2021 steht im Zeichen der Inklusion. Engagierte Menschen können vorschlagen werden, die dem Kampagnenschwerpunkt durch ihren beispielhaften Einsatz ein Gesicht verleihen. Empfehlungen sind bis zum 31.03.2021 möglich unter https://www.engagement-macht-stark.de/botschafterinnen/call-botschafterinnen/formular-vorschlag-botschafterin/

www.schulsache.de bietet Orientierung im Umgang mit Medien

Zum Safer Internet Day 2021 startete das Deutsche Kinderhilfswerk die Internetseite www.schulsache.de. Die Seite bietet Lehrkräften eine praxisnahe Möglichkeit, Kindern Sicherheit und Orientierung im Umgang mit Medien zu vermitteln und sie dabei zu fördern, Inhalte kritisch zu hinterfragen und sich ihre eigenen Meinungen zu bilden. Schwerpunkt der Seite sind kinderrechtliche Themen, aufbereitet für die Vermittlung in Schule und Hort bis zur 6. Klasse. Lehrer*innen sowie pädagogische Fachkräfte finden auf der Webseite zudem die Methodenreihe „Methoden für die Schulpraxis“ sowie Materialien für digitales Lernen, die für das selbständige Arbeiten, zum Beispiel auch im Homeschooling, konzipiert wurden.

Medizinische Kinderschutzhotline für Fachkräfte der Jugendhilfe

Das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) verlängert die Laufzeit des Projekts „Medizinische Kinderschutzhotline“ bis Dezember 2024. Zudem steht die Hotline seit 01.01.2021 auch Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Familiengerichte zur Verfügung. Über die Hotline gibt es Expertise und niedrigschwellige Unterstützung bei Fragen zum medizinischen Kinderschutz. In einer Evaluation der Medizinischen Kinderschutzhotline wurde bestätigt, dass es einen anhaltend großen Beratungsbedarf bei den medizinischen Berufen zum Umgang mit einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung gibt. Die Rufnummer der Medizinischen Kinderschutzhotline lautet 0800/1921000.

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