Jugendverbände

Jugendpolitik kurz und knapp

Unser DBJRinfo (vom 9. Januar 2020) bündelt jugendpolitische Nachrichten und Entwicklungen. Wir geben Hinweise auf Veranstaltungen und Materialien.

Jugendpolitik

Pfadfinder*innen setzen Zeichen für eine friedliche Welt

Pfadfinder*innen der Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände (rdp) trugen das Friedenslicht aus Bethlehem kurz vor Weihnachten in Bundesministerien und -institutionen in Berlin, unter anderem auch ins Bundespräsidialamt. Sie setzten ein Zeichen für eine friedlichere Welt. Unter dem Motto „Mut zum Frieden“ forderten die Pfadfinder*innen dazu auf, sich gemeinsam mit anderen aktiv für den Frieden in der Welt und der Gesellschaft einzusetzen. Neben der Übergabe des Lichts nutzen die Pfadfinder*innen die Möglichkeit, im Gespräch mit Bundesminister*innen oder Parlamentarischen Staatssekretär*innen die Bedeutung der Friedenspolitik für junge Menschen in Deutschland zu vermitteln.

BDKJ fordert kostenlosen ÖPNV für Freiwilligendienstleistende

Zum Tag des Ehrenamtes im Dezember forderte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit der Social-Media-Aktion #freiefahrtfuerfreiwillige kostenlosen Nahverkehr für Freiwilligendienstleistende. Hunderttausende Freiwilligendienstleistende machen sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg zu ihren Einsatzstellen und müssen dafür ihr Taschengeld investieren. Junge Menschen sollen aus Sicht des BDKJ im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst kostenlos mit Bus und Bahn zu ihren Einsatzorten fahren können. Statt einer Debatte über die Dienstpflicht sollten Rahmenbedingungen für Freiwilligendienstleistende verbessert werden. Die Forderung ist nicht neu. Seit 2017 setzen sich die Zentralstellen für den kostenlosen Nahverkehr ein und konnten in einzelnen Bundesländern bereits Erfolge erzielen (Berlin, Brandenburg, Hessen und Niedersachsen).

Landjugend macht Jugendpolitik in der Grünen Woche

Bei der zentralen Jugendveranstaltung des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) während der Grünen Woche in Berlin geht es im Gespräch mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner unter anderem um Chancen und Herausforderungen, Sorgen und Nöte der jungen Menschen in den ländlichen Räumen. Im Jugendforum, einer weiteren politischen Aktivität des BDL, ist Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu Gast, Bundesjustizministerin a.D. Die Verfechterin der Frauenquote hat zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes ein Buch zu Menschenwürde und Freiheitsrechten vorgelegt. Darauf wird BDL-Vize Anna Hollenbach das Gespräch genauso lenken wie auf Freiheit und Sicherheit, Demokratie und Toleranz, ländliche Räume und Zukunft.

Erster „Kinderrechte-Index“ für die Bundesrepublik Deutschland

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat den ersten „Kinderrechte-Index“ für die Bundesrepublik Deutschland vorgestellt. In der Pilotstudie werden vor allem die kinderrechtlichen Entwicklungsbedarfe, aber auch Beispiele guter Umsetzung in den einzelnen Bundesländern aufgezeigt. Der Studie liegt ein breiter kinderrechtlicher Forschungsansatz zugrunde, der basierend auf der UN-Kinderrechtskonvention gemeinsam mit einem interdisziplinär zusammengesetzten Wissenschaftlichen Beirat entwickelt wurde. Dabei wurden fünf Kinderrechte in den Mittelpunkt gestellt: das Recht auf Beteiligung, das Recht auf Gesundheit, das Recht auf angemessenen Lebensstandard, das Recht auf Bildung, und das Recht auf Ruhe und Freizeit, Spiel und Erholung.

Veranstaltungen, Material und Wettbewerbe

Vernetzungsveranstaltung „Radikalisierung erkennen“

Welche psychologischen und gesellschaftlichen Faktoren tragen zu einer Radikalisierung bei? Wann und in welcher Form kann zivilgesellschaftliches Engagement präventiv gegen Radikalisierung wirken? Um diese Fragen und unterschiedliche Aspekte politischer und religiös begründeter Extremismen im gemeinsamen Austausch mit engagierten Bürger*innen zu diskutieren, lädt das Bündnis für Toleranz und Demokratie (BfDT) zur zweitägigen Vernetzungsveranstaltung „Radikalisierung erkennen! – Chancen der Prävention durch zivilgesellschaftliches Engagement in verschiedenen Lebenswelten“ am 20./21. März 2020 in Mainz ein. Weitere Infos und Anmeldung hier.

Neue Broschüre: Was tun nach einem rassistischen Angriff?

Der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e. V. (VBRG) und die Opferberatung Rheinland (OBR) haben die Broschüre „Was tun nach einem rassistischen Angriff? Empfehlungen für Betroffene“ veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um einen Ratgeber, der Betroffene von rassistischer Gewalt in zehn Sprachen und mit begleitenden Illustrationen über wichtige Sofortmaßnahmen sowie bundesweite Beratungsangebote informiert. Die Broschüre gibt es als kostenloses PDF zum Download.

Neue Broschüre der DLRG-Jugend: Schwimmen gegen den rechten Strom

Als Antwort auf die zunehmende rechte Mobilisierung hat die DLRG-Jugend eine neue Handreichung gegen Ausgrenzung, Hass und Intoleranz veröffentlicht. Mit der Broschüre „Schwimmen gegen den rechten Strom“ will der Kinder- und Jugendverband seine Position deutlich ausdrücken und ein klares Zeichen für eine vielfältige und offene Gesellschaft setzen. Die Broschüre beschreibt nicht nur einen Handlungsrahmen zum Umgang mit Rechtspopulismus sondern bietet auch konkrete Hilfestellungen, auch für Situationen außerhalb des Verbandes. Zum Einstieg in das Thema werden der moderne Rechtsextremismus sowie aktuelle Strategien der „Neuen Rechten“ vorgestellt. Darauf eingehend zeigt die Handreichung entsprechende Interventionsmöglichkeiten in der (Verbands-)Praxis auf. Die Broschüre ist zum Selbstkostenpreis von € 1 pro Exemplar über das Bundesbüro der DLRG-Jugend oder online erhältlich.

Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2020

Ab sofort können sich Kinder- und Jugendprojekte für den Deutschen Kinder- und Jugendpreis bewerben. Die Bewerbung kann in den Kategorien Solidarisches Miteinander, Politisches Engagement und Kinder- und Jugendkultur erfolgen. Alle Kinder und Jugendlichen, die bei einem Projekt maßgeblich mitwirken und mitbestimmen, können ihr Projekt über das Online-Formular einreichen. Sie können von einer volljährigen Person, durch Vereine und Bürgerinitiativen unterstützt werden. Insgesamt werden 30.000 Euro an die Gewinnerprojekte vergeben, Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2020.

Ausschreibung: Qualifizierungsprogramm zu Internationaler Jugendarbeit

Mit „Learning by doing - Qualifizierungsprogramm für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe zu Internationaler Jugendarbeit“ möchte die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V. (IJAB) zeigen, wie Maßnahmen Internationaler Jugendarbeit selbst geplant, organisiert und durchgeführt werden können. In Schulungen wird das notwendige Handwerkszeug  (Methodenkenntnisse, Informationen zu Fördermöglichkeiten u. v. m.) vermittelt. Besondere Vorkenntnisse in internationaler Jugendarbeit oder Fremdsprachenkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Bewerbungsfrist endet am 17. Januar 2020. Mehr Informationen gibt es hier.

Ausschreibung: Förderprogramm für gemeinsame deutsch-polnische Gedenkstättenprojekte

Das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) bietet 2020 erneut das Förderprogramm „Wege zur Erinnerung“ an. Das Programm richtet sich an deutsch-polnische oder trilaterale Partnerschaften, die sich bei gemeinsamen Jugendbegegnungen mit der Thematik der Geschichte des Nationalsozialismus, des Holocaust, des Zweiten Weltkriegs und der Besetzung Polens durch Nazideutschland auseinandersetzen. Detaillierte Informationen zum Förderprogramm gibt es hier, Bewerbungsfrist ist der 29. Februar 2020.

Ideenwettbewerb „Kultur + Nachhaltigkeit = Heimat“

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung sucht gemeinsam mit dem Deutschen Kulturrat über den Ideenwettbewerb „Kultur + Nachhaltigkeit = Heimat“ innovative Kooperationsprojekte von Kulturschaffenden und Naturschutzakteuren. Ziel des Wettbewerbs ist es, durch Austausch neue Perspektiven auf Kultur und Umwelt zu eröffnen. Gesucht werden konkrete, innovative Ideen, die eine Bewusstseinsveränderung anregen – zum Beispiel neuartige Informationsangebote, Aktionen im öffentlichen Raum, die Entwicklung von innovativem Lehr- und Lernmaterial zu Nachhaltigkeitsthemen, Veranstaltungen, Design-Workshops, Theaterstücke und andere künstlerische Projekte. Bewerben können sich gemeinnützige Akteure, also zum Beispiel Verbände, Vereine, Stiftungen, Netzwerke von Institutionen und Körperschaften des öffentlichen Rechts. Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass mindestens eine Institution aus dem Bereich Natur- und Umweltschutz und eine aus dem kulturellen Sektor in dem antragstellenden Projekt als Partner zusammenarbeiten. Bewerbungsschluss ist der 5. Februar 2020.

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