Jugendverbände

Jugendpolitik kurz und knapp im Oktober

Unser DBJRinfo (vom 08.10.2021) bündelt jugendpolitische Nachrichten und Entwicklungen. Wir geben Hinweise auf Veranstaltungen und Materialien.

JUGENDPOLITIK

Landesjugendring NRW begrüßt Stärkung der Strukturen

Im Rahmen der Fachtagung kommunale Jugendpolitik haben Delegierte der kommunalen Jugendringe aus NRW die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Jugendringe gegründet. Die LAG Jugendringe will zukünftig die Vernetzung, Qualifizierung und Begleitung der Jugendringe in kommunalen Prozessen unterstützen – insbesondere bei der Beteiligung junger Menschen. In das Team der Sprecher*innen wurden Pia Kötter (Arbeitskreis Jugend Essen), Marius Nisslmüller (Stadtjugendring Bad Honnef), Stefanie Schröder (Stadtjugendring Lüdenscheid) und Julian D. Lagemann (Kreisjugendring Steinfurt) gewählt.

Berliner*innen wählen Wahlalter 16

Einer Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre steht nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl nichts mehr im Weg. Die Parteien, die sich bereits klar dafür ausgesprochen haben, verfügen über die nötige Zweidrittelmehrheit für die Änderung. Der Landesjugendring Berlin ermuntert die Parteien, zügig für Wahlalter 16 in Berlin zu sorgen. Die junge Generation ist bereit zu wählen und kann nicht mehr länger warten.

Aufarbeitung von Machtmissbrauch bei Pfadfinder*innen

Die Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) setzt auf einen partizipativen Prozess und lädt Betroffene von Machtmissbrauch in ihren Reihen zum Austausch ein. Bei einem ersten Treffen konnten sich Betroffene von Machtmissbrauch über den Prozess und die geplanten Strukturen informieren sowie Rückmeldungen zur Beteiligung von Betroffenen geben. Der Verband setzt damit einen Beschluss seiner Bundesversammlung um.

Auch der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) startete einen umfassenden Aufarbeitungsprozess. In Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) arbeitet der BdP mögliche Fälle von sexualisierter Gewalt und die dafür verantwortlichen Strukturen zwischen den Jahren 1976 und 2006 auf. Der BdP möchte die Kultur des Schweigens mit Blick auf sexualisierte Gewalt in der Vergangenheit brechen und eine kritische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt im eigenen Verband befördern. Der betroffenengerechte Umgang ist dabei handlungsleitend.

#offengeht! Für eine solidarische Flüchtlingspolitik

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) schließt sich als Erstunterzeichnerin gemeinsamen mit vielen weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen dem Aufruf „Solidarität entgrenzen: #offengeht“ an. Die Initiative von PRO ASYL, der Diakonie Hessen, des Initiativausschusses für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz und des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrats (BZI) macht sich für eine menschenrechtsbasierte Migrations- und Flüchtlingspolitik stark. Die gemeinsame Erklärung der Organisationen ist hier als PDF zu finden: https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/A4_offengeht_25.8.21-1.pdf

Bundesjugendtag der DLRG-Jugend

Der Bundesjugendtag der DLRG-Jugend stellte die Weichen für die Zukunft. Das neue Vorstandsteam rund um die Vorsitzende Johanna Lubian startet mit Felix Kalkuhl, Christian Fritz, Aylin Piontek und Tim Opitz als Stellvertreter*innen in die neue Wahlperiode. Christoph Freudenhammer, Carolin Limbach und Marina Lüeße verlassen den Vorstand. In seiner elfjährigen Mitgliedschaft im Vorstand, davon vier Jahre als Vorsitzender der DLRG-Jugend, hat Christoph Freudenhammer insbesondere für die Prävention sexualisierter Gewalt viel in der DLRG-Jugend bewegt. Die Versammlung beschloss ebenfalls die „Strategischen Ziele der DLRG-Jugend 2021-2025“.

Bundesversammlung des Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder

Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) e.V. – über den Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände Mitglied im DBJR – hielt seine 49. Bundesversammlung ab. Der Verband beschäftigte sich mit der Frage, wie der BdP noch nachhaltiger werden und wie dies in die Ortsgruppen getragen werden kann. Im Rahmen eines Prozesses zur Verbandsentwicklung wurde ein kritischer bzw. frischer Blick auf die Pädagogische Konzeption, einer der Grundlagentexte für die Arbeit des BdP, geworfen. Ein Workshop diskutierte die Rolle des BdP als politischer Akteur. Außerdem wurde die langjährige Bundesgeschäftsführerin Jacqueline Weil verabschiedet.

158. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings

In der 158. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings (BJR) verabschiedeten die Delegierten das Positionspapier Inklusion und bestätigten Inklusion als selbstverständliche Haltung auf allen Ebenen in der Kinder- und Jugendarbeit in Bayern. Beschlossen wurde ebenfalls, Jugendarbeit als Wirk- und Werkstätte der Demokratie sowie das Engagement im Bereich der Demokratie-Bildung zu verstärken. Außerdem beschloss die Vollversammlung Forderungen für einen Restart der bayerischen Jugend(verbands)arbeit – jetzt. Alle Positionen sind auf der Seite des BJR zu finden unter https://www.bjr.de/service/beschluesse/

„Gesicht Zeigen!“ fordert Demokratiefördergesetz

Der Verein „Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“ wendet sich mit dringenden Forderungen an die zukünftigen Koalitionäre. Die wichtigste davon: Die zügige Verabschiedung eines Demokratiefördergesetzes. Mit Blick auf das tödliche Attentat in Idar-Oberstein appellieren zivilgesellschaftliche Organisationen, die zunehmende Radikalisierung im rechtsextremen Milieu endlich ernst zu nehmen und konsequent zu bekämpfen.

Langzeitstudie: Soziale Teilhabe im Lebensverlauf junger Erwachsener

Mit der Langzeitstudie „CLS | Soziale Teilhabe im Lebensverlauf junger Erwachsener“ werden über mehrere Jahre hinweg Übergänge junger Menschen vom Aufwachsen in der Heimerziehung (§ 34 SGB VIII) oder Pflegefamilie (§ 33 SGB VIII) ins Erwachsenenleben untersucht. Umgesetzt wird die Studie von der Universität Hildesheim (Institut für Sozial- und Organisationspädagogik), vom Deutschen Jugendinstitut e. V. (DJI), von der Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e. V. (GISS) und der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen e. V. (IGfH). Die Studie soll Hinweise darauf geben, warum Übergänge mitunter scheitern und so zu Belastungen der jungen Menschen führen. Inhalte der Studie sind die Themen „Wohnen“, „Arbeit“, „Qualifikationen“, „Freizeit“, „Gesundheit“, „soziale Beziehungen“ und „Inanspruchnahme sozialstaatlicher Leistungen“. Die Gesamtlaufzeit der Langzeitstudie erstreckt sich bis 2030.

Erster Klima-Risiko-Index für Kinder

Klimawandel und Umweltbelastungen bedrohen die Gesundheit, Bildung und den Schutz der Kinder weltweit und setzen sie tödlichen Krankheiten aus. Besonders bedroht sind Kinder in Afrika. Dies geht aus dem ersten Klima-Risiko-Index für Kinder von UNICEF und Fridays for Future hervor. Der Bericht „Die Klimakrise ist eine Krise der Kinderrechte: Einführung des Klima-Risiko-Index für Kinder“ ist die erste umfassende Analyse von Klimarisiken aus der Perspektive von Kindern. Weltweit leben danach etwa eine Milliarde Kinder – fast die Hälfte der 2,2 Milliarden Mädchen und Jungen weltweit – in einem der 33 Länder, die aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels als „extrem stark gefährdet“ gelten. Kinder sind dort mehreren klima- und umweltbedingten Gefahren, Schocks und Belastungen ausgesetzt und zudem besonders verletzlich aufgrund der unzureichenden Grundversorgung in den Bereichen Wasser und Sanitär, Gesundheit und Bildung. Mehr Informationen unterhttps://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/2021/report-klimawandel-auswirkungen-auf-kinder/246268

Votum für Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises

Bis 20.10.2021 kann unter https://www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis über 403 herausragende engagierte Personen und Initiativen abgestimmt werden. Der Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Er würdigt das freiwillige Engagement von Menschen und jenen, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen.

MATERIAL, VERANSTALTUNGEN und WETTBEWERBE

Deutscher Kinder- und Jugendhilfepreis

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis – Hermine-Albers-Preis – in den Kategorien Praxispreis, Theorie- und Wissenschaftspreis sowie Medienpreis der Kinder- und Jugendhilfe ausgeschrieben: Den Praxispreis zum Thema „Kinder- und Jugendhilfe digital“, den Theorie- und Wissenschaftspreis sowie den Medienpreis (Zielgruppe: Journalist*innen) ohne Themenbindung. Die Ausschreibung zum Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis 2022 in allen drei Kategorien gibt es als PDF unter www.agj.de/fileadmin/files/jugendhilfepreis/screen_faltblatt_djhp_2022_final_01.pdf

Bewerbungsschluss für den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis ist der 22.10.2021. Der insgesamt mit 15.000 Euro dotierte Preis wird von den Obersten Jugend- und Familienbehörden der Länder gestiftet. Pro Kategorie kann ein Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro sowie ein Anerkennungsbetrag von 1.000 Euro vergeben werden.

www.jugenderinnert.de online

Die Website https://jugenderinnert.de ist online. Auf der Seite gibt es unter „geförderte Projekte“ eine Übersicht über die einzelnen Projektträger und ihre Kooperationspartner*innen. Der Bereich „Veranstaltungen und Vernetzungen“ informiert über Termine der Bundesstiftung bezüglich „Jugend erinnert“. Er soll in Zukunft auch den Projektträgern die Möglichkeit geben, über Veranstaltungen im Rahmen von „Jugend erinnert“ zu informieren.

Rat- und Hilfeplattform www.jugend.support

Abzocke, sexuelle Belästigung, Cybermobbing, Extremismus, Fake News oder Suchtgefahr: Junge Menschen werden heutzutage mit einer Vielzahl an Risiken und Problemen in ihrem Online-Alltag konfrontiert. Die Rat- und Hilfeplattform www.jugend.support bietet Unterstützung bei Stress im Netz. Hier finden Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche Tipps zur Selbsthilfe und schnelle Hilfe im Notfall. Das Besondere: Als zentrale Anlaufstelle vermittelt jugend.support die passende Hilfe für jedes Online-Problem. Junge Menschen werden direkt zu anerkannten Beratungs- und Meldestellen in Deutschland weitergeleitet, die vertraulich und kostenlos weiterhelfen können. Starke Partner*innen wie z.B. die Nummer gegen Kummer, Jugendnotmail, U25 und jugendschutz.net sind mit an Bord. Ziel des Angebotes ist, die digitale Selbstverteidigung zu stärken.

AdB-Fachzeitschrift: „Demokratierelevant – Politische Bildung in der (Corona)Krise“

Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Außerschulische Bildung widmet sich dem Themenschwerpunkt „Demokratierelevant – Politische Bildung in der (Corona)Krise“. In der Ausgabe reflektieren politische Bildner*innen, welche Rolle ihr Arbeitsfeld in Zeiten der Pandemie spielt, wie sich politische Bildung aktuell gestaltet und welche Lehren daraus für die zukünftige Gestaltung der Räume und Praxis politischer Bildung gezogen werden können. In den Beiträgen geht es nicht nur darum, ob und wie gut die Bildungsarbeit vom Lernort Bildungsstätte in den digitalen Raum verlagert und welche neuen Formate entwickelt wurden. Es geht auch darum, wen Politische Bildung erreicht und wen sie vielleicht auch verloren hat, ob sie die Krise proaktiv auch als Chance nutzen kann oder den Entwicklungen eher hinterherläuft. Die Fachzeitschrift Außerschulische Bildung Nr. 3/2021 (96 Seiten) ist zu beziehen über die Geschäftsstelle des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten e. V. (redaktion@adb.de).

Jugendgerechte Verbraucher*innen-Informationen

Gemeinsam mit einer Jugendredaktion erstellt das IJAB-Team vom Jugend-Verbraucher-Dialog aktuelle, jugendgerechte Verbraucher*innen-Informationen. Die Beiträge kommen aus den Bereichen Digitale Lebenswelten, Nachhaltiger Konsum, Wohnen, Miete und Geld, Körper und Gesundheit und Reisen und Mobilität und sind inspiriert durch den Dialog mit europäischen Partnern. Mehr Infos unter https://www.jugendverbraucherdialog.de

 

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