Konferenz „Jugendaustausch in Europa feiern“ in Paris

Anlässlich des 63. Jahrestags des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und des 10-jährigen Bestehens des Regional Youth Cooperation Office of the Western Balkans (RYCO) kamen vom 7. bis 10. Juli 2026 junge Menschen aus Frankreich, Deutschland und dem Westbalkan in Paris. Für den Bundesjugendring nahm Sophie Schmitz, stellvertretende Vorsitzende, teil.

An der Konferenz „Jugendaustausche in Europa feiern!“ beteiligten sich 24 junge Menschen aus Frankreich, Deutschland, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Als engagierte Mitglieder von nationalen Jugendringen, Jugendorganisationen und Vereinen bekräftigten sie die Bedeutung von Jugendarbeit und internationalem Austausch für Teilhabe, Zusammenarbeit und Stabilität in Europa.

Die Begegnung knüpfte an die seit 2016 bestehende Zusammenarbeit zwischen DFJW und RYCO an. Das DFJW hatte den Gründungsprozess von RYCO begleitet; beide Organisationen verbindet die Überzeugung, dass junge Menschen an Entscheidungen mitwirken müssen, die sie betreffen. RYCO versteht sich als unabhängiger institutioneller Mechanismus der sechs Partner des Westbalkans, der Versöhnung und Kooperation junger Menschen in der Region durch Jugendaustausch fördern soll.

Im Austausch mit Benjamin Haddad, dem französischen beigeordneten Minister für Europa, diskutierten die Teilnehmenden die Erweiterung der Europäischen Union. Dabei wurde deutlich, dass EU-Erweiterung nicht nur eine institutionelle und geopolitische Frage ist. Junge Menschen, Jugendorganisationen und zivilgesellschaftliche Strukturen müssen frühzeitig einbezogen werden. Gerade in den Ländern des Westbalkans darf das Vertrauen junger Menschen in europäische Institutionen nicht enttäuscht werden. Dafür braucht es glaubwürdige Perspektiven, transparente Prozesse und konkrete Beteiligungsmöglichkeiten.

In Paris wurden die Teilnehmenden außerdem in der französischen Nationalversammlung, in der Deutschen Botschaft sowie in der gemeinsamen Vertretung der Region Grand Est und des Saarlandes empfangen. In Gesprächen mit politischen Entscheidungsträger*innen, Diplomat*innen und Expert*innen ging es um die Erweiterung der Europäischen Union, den Schutz der Demokratie, den Umgang mit Desinformation, wachsenden Nationalismus und die Bedeutung von Jugendaustausch für Konfliktprävention.

Die Teilnehmenden machten zugleich auf Herausforderungen aufmerksam, mit denen Jugendringstrukturen in Europa konfrontiert sind. Dazu gehören eingeschränkte zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume und eine unzureichende Finanzierung. Sie sprachen sich für stärkere Zusammenarbeit zwischen Jugendringen, gerechten Zugang zu internationaler Mobilität und die Anerkennung junger Menschen als Partner*innen bei der Politikgestaltung aus.

Sophie Schmitz, stellvertretende Vorsitzende des Bundesjugendrings: „Junge Menschen brauchen ein Europa, das Begegnung ermöglicht, statt sie zu erschweren. Internationale Jugendarbeit lebt davon, dass junge Menschen grenzüberschreitend Verantwortung übernehmen und gemeinsame Antworten auf europäische Herausforderungen entwickeln. Dafür braucht es eine auskömmliche Finanzierung und offene Grenzen. Kontrollen wie an der deutsch-französischen Grenze erschweren Begegnung ganz praktisch und stehen im Widerspruch zum Gedanken europäischer Zusammenarbeit.“