Reformen nicht auf dem Rücken junger Menschen austragen
Aus diesem Anlass warnt der Bundesjugendring vor einer Debatte, die die soziale Infrastruktur vor allem aus einer Kürzungslogik betrachtet. Wer notwendige Reformen an kurzfristigen Einsparzielen ausrichtet, gefährdet Rechte, Schutz und Teilhabe junger Menschen und belastet künftige Haushalte.
Auch aus Sicht des Bundesjugendrings ist es notwendig , Kommunen finanziell zu entlasten und bürokratische Verfahren zu vereinfachen. Das darf aber nicht bedeuten, Leistungen, Standards oder gewachsene Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe zu schwächen. Jugendverbände, Jugendringe und andere freie Träger sichern vielfältige, niedrigschwellige, demokratische und bedarfsgerechte Angebote. Sie dürfen nicht als Kostenfaktor betrachtet werden, sondern sind Teil einer leistungsfähigen sozialen Infrastruktur.
Bereits die im April bekannt gewordenen Überlegungen zu Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe geben nicht nur den Jugendverbänden und -ringen Anlass zur starken Sorge, dass Reformen unbeabsichtigte Nebenwirkungen für das gesamte Feld der Kinder- und Jugendhilfe entfalten können. Daher erzeugten dieses Papier viel Kritik bei jungen Menschen, in der Fachwelt und in der Politik. Wenn Steuerung, Effizienz und Haushaltskonsolidierung einseitig den Rahmen setzen, geraten Subsidiarität, Pluralität und die Beteiligung junger Menschen unter Druck. Gute Jugendpolitik orientiert sich nicht zuerst an Kassenlagen, sondern an den Bedarfen und Rechten junger Menschen.
Besonders kritisch sieht der DBJR ein Menschenbild, das junge Menschen und ihre Familien vor allem als Verwaltungs- und Kostenproblem erscheinen lässt. Reformen müssen Rechte stärken, Übergänge absichern und Schutzräume erhalten. Das gilt für alle jungen Menschen, unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus, Behinderung, sozialer Lage oder Wohnort.
Der Bundesjugendring fordert Bund und Länder auf, die weitere Umsetzung im engen Austausch mit Jugendverbänden, Jugendringen und anderen freien Trägern sowie jungen Menschen selbst zu entwickeln. Kommunale Entlastung darf nicht durch Leistungsabbau erkauft werden. Notwendig sind auskömmliche Finanzierung, starke soziale Infrastruktur und Reformen, die den Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe ernst nehmen. Notwendig sind auskömmliche Finanzierung, starke soziale Infrastruktur und Reformen, die den Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe ernst nehmen.