Teilnahmebeiträge für jugendverbandliche Ferienfreizeiten steigen weiter
Grundlage der Auswertung ist eine Befragung der Mitgliedsorganisationen des Bundesjugendrings sowie ihrer Gliederungen zu den Teilnahmebeiträgen für einwöchige Ferienfreizeiten innerhalb Deutschlands. Ziel der Erhebung war es, die aktuelle Kostenentwicklung transparent darzustellen und strukturelle Veränderungen sichtbar zu machen. Im März 2026 lagen 359 Rückmeldungen vor.
Demnach betragen die durchschnittlichen Teilnahmebeiträge:
- 214,18 Euro im Jahr 2024
- 229,54 Euro im Jahr 2025
- 248,78 Euro voraussichtlich im Jahr 2026
Im Vergleich zum Jahr 2019 steigen die Teilnahmebeiträge damit bis 2026 um rund 53,7 Prozent. Die Entwicklung macht deutlich, dass es sich nicht um kurzfristige Preisschwankungen handelt, sondern um eine strukturelle Kostensteigerung, die sich über mehrere Jahre hinweg verfestigt und die jugendverbandliche Praxis zunehmend unter Druck setzt.
Zur Einordnung der aktuellen Zahlen lohnt ein Blick auf frühere Erhebungen der Fachstelle Jugendreisen. Bereits eine Befragung unter rund 580 Organisationen Ende 2022 zeigte einen deutlichen Anstieg der Teilnahmebeiträge: Diese lagen bei durchschnittlich 162,11 Euro im Jahr 2019, stiegen auf 169,65 Euro im Jahr 2022 und wurden für 2023 mit 202,66 Euro kalkuliert. Die Daten bilden einen wichtigen Referenzrahmen und verdeutlichen die Dynamik, mit der sich die Kostenentwicklung in den vergangenen Jahren beschleunigt hat.
Erstmalig wurden in der aktuellen Befragung auch Bundesländer mit erfasst. Damit lassen sich Rückschlüsse auf die Preisentwicklung in einzelnen Ländern ziehen. Belastbare Zahlen liegen derzeit für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Schleswig-Holstein, Bayern, Berlin und Baden-Württemberg vor. Auch hier zeigt sich zwischen 2024 und 2026 ein deutliches Plus bei den Teilnahmebeiträgen. In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Berlin und Baden-Württemberg steigen die Kosten jeweils um rund 18 Prozent. In Hessen beträgt der Anstieg rund 21 Prozent. In Schleswig-Holstein und Bayern liegt die Preissteigerung jeweils bei rund 22 Prozent. Für die übrigen Bundesländer liegen bislang keine belastbaren Aussagen vor, da der Rücklauf dort noch zu gering ist; die bisher vorliegenden Daten deuten jedoch auf vergleichbare Entwicklungen hin, ohne größere Abweichungen erkennen zu lassen. Insgesamt macht die Auswertung damit deutlich, dass die Kostensteigerungen kein regionales Einzelphänomen sind, sondern sich in mehreren Bundesländern ähnlich deutlich abzeichnen.
Die jugendverbandliche Praxis zeigt zugleich, wie zentral Ferienfreizeiten für junge Menschen sind. Sie ermöglichen Erholung, Gemeinschaftserfahrungen, Selbstständigkeit und außerschulisches Lernen – unabhängig vom familiären Hintergrund. Aus Sicht des Bundesjugendrings darf dieses Angebot nicht zu einem Privileg werden. Ziel und Auftrag der Jugendverbandsarbeit bleibt es, allen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an Ferienfreizeiten zu ermöglichen.
Damit dies auch unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelingt, braucht es politische Lösungen. Erforderlich sind insbesondere eine Erhöhung sowie eine an die reale Kostenentwicklung angepasste Dynamisierung der Fördermittel auf allen föderalen Ebenen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Ferienfreizeiten auch künftig ein selbstverständlicher Bestandteil jugendverbandlicher Arbeit bleiben.