Werkstatt Politische Jugendbildung: Begriffsbestimmung, Praxisprojekte und Austausch zu Landtagswahlen

Am 23. September 2025 kamen Interessierte aus den Mitgliedsorganisationen in der Werkstatt Politische Jugendbildung zusammen. Im Mittelpunkt standen die Frage nach dem Selbstverständnis politischer Bildung in Jugendverbänden, Einblicke in aktuelle Praxisprojekte sowie der Austausch darüber, welche Formate rund um Landtagswahlen junge Menschen erreichen und wie mit der AfD umgegangen werden kann.

Ein Schwerpunkt der Werkstatt lag auf der Frage, wie politische Bildung in Jugendverbänden begriffen und gemeinsam beschrieben werden kann. Vorgestellt wurde ein Prozess zur Begriffsbestimmung politischer Bildung, in dem unterschiedliche Verständnisse, Haltungen und Erwartungen innerhalb von Jugendverbänden aufgegriffen und in ein gemeinsames Selbstverständnis überführt wurden. Deutlich wurde dabei, dass die Auseinandersetzung mit Grundannahmen, Zielen und Qualitätsmerkmalen politischer Bildung nicht nur fachliche Klärung schafft, sondern auch für die Praxis Orientierung bietet. Zugleich wurde sichtbar, dass sich Debatten inzwischen stärker auf den Umgang mit rechten Positionen und die Beteiligung rechter Jugendlicher verschieben.

Daneben gaben mehrere Projekte Einblick in unterschiedliche Zugänge politischer Jugendbildung. Vorgestellt wurden ein niedrigschwelliges Format für junge Engagierte mit praktischem Zugang über gemeinsames Handeln sowie eine crossmediale Bildungsplattform, die pädagogische Fachkräfte und Ehrenamtliche dabei unterstützt, mit jungen Menschen über Politik ins Gespräch zu kommen. Deutlich wurde dabei, wie unterschiedlich politische Jugendbildung ausgestaltet werden kann: durch unmittelbare Erfahrungen, durch Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote oder durch digitale Formate, die aktuelle Themen niedrigschwellig aufgreifen.

Im Austausch zu aktuellen Fragen und Bedarfen stand insbesondere der Blick auf anstehende Landtagswahlen im Vordergrund. Diskutiert wurde, welche Formate junge Menschen aktuell erreichen und welche Ansätze sich in der Praxis bewähren. Genannt wurden unter anderem niedrigschwellige Gesprächsformate mit Politiker*innen in persönlicher Atmosphäre, lokale Aktionen vor Ort, U18-Wahlen sowie begleitende Social-Media-Kampagnen. Deutlich wurde, dass politische Bildung rund um Wahlen an den Lebenswelten junger Menschen anknüpfen und konkrete Zugänge eröffnen muss.

Auch der Umgang mit der AfD spielte im Austausch eine wichtige Rolle. Dabei wurde deutlich, dass viele Strukturen nach handlungsfähigen Strategien suchen, um auf veränderte politische Kräfteverhältnisse zu reagieren, ohne die eigenen Ziele aus dem Blick zu verlieren. Diskutiert wurde, welche Formate sinnvoll sind, wo klare Abgrenzung notwendig ist und welche Herausforderungen sich insbesondere für Lobbyarbeit und politische Positionierungen ergeben.

Die Werkstatt machte damit erneut deutlich, wie wichtig kontinuierlicher Austausch, gemeinsame Verständigung und praxisnahe Reflexion für die politische Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit sind. Sie bot Raum, um unterschiedliche Erfahrungen zusammenzubringen, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und gemeinsame Herausforderungen weiter zu bearbeiten.

 

Weitere Termine der Werkstatt Politische Jugendbildung sind unter Termine und Veranstaltungen zu finden. Für weitere Vernetzung und dem Austausch zu Informationen, Impulsen und Veranstaltungen im Feld der Politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit gibt es den Verteiler Politische Jugendbildung. Die Aufnahme in den Verteiler steht allen Interessierten, Aktiven und Zuständigen im Bereich der politischen Jugendbildung in den Jugendringen und -verbänden offen, Anfragen auf Aufnahme in den Verteiler können an die Fachstelle Politische Jugendbildung gerichtet werden.