Werkstatt Politische Jugendbildung: Rechtsextremismus, Fachdebatten und Anforderungen an die Praxis

Am 25. Juni 2025 kamen Interessierte aus den Mitgliedsorganisationen in der Werkstatt Politische Jugendbildung zusammen. Im Mittelpunkt standen der Umgang mit Rechtsextremismus und demokratiefeindlichen Entwicklungen, fachliche Anforderungen an politische Bildung in der Jugendarbeit sowie aktuelle Debatten zu Kompetenzprofilen, Wirksamkeit und Förderstrukturen.

Ein Schwerpunkt der Werkstatt lag auf Einblicken in Projekte und fachliche Ansätze politischer Jugendbildung. Vorgestellt wurde unter anderem die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus, die Monitoring, Vernetzung, Präventionsansätze und den Austausch zwischen Wissenschaft, Fachpraxis, Zivilgesellschaft und Betroffenen zusammenführt. Deutlich wurde dabei, wie wichtig spezialisierte Strukturen, kontinuierliche Vernetzung und klare Positionierungen gegen Rassismus und völkischen Nationalismus für die politische Jugendbildung sind.

Darüber hinaus wurden Ergebnisse aus einer Praxisforschung zu Anforderungen politischer Bildung in der Jugendarbeit vorgestellt. Im Mittelpunkt standen Fragen, wie politische Bildung vor Ort konzeptionell gestärkt, an konkreten Fasozialen Problemen anknüpfen und zugleich stärker an den Selbstbildungskräften junger Menschen ausgerichtet werden kann. Diskutiert wurde insbesondere, welche Rolle politikdidaktische Konzeptionen, Reflexionsprozesse, Gesprächshaltungen, Fortbildungen und intermediäre Strukturen für die Qualität politischer Jugendbildung spielen.

Ein weiterer fachlicher Impuls bezog sich auf das Kompetenzprofil für Fachkräfte der politischen Bildung. Der Austausch machte deutlich, dass die Professionalisierung politischer Bildung nicht nur über einzelne Formate, sondern auch über die Weiterentwicklung fachlicher Standards, Kompetenzbereiche und Qualifizierungsangebote verläuft. Daran anknüpfend wurde auch die Frage der Wirksamkeit politischer Bildung aufgegriffen.

Im Austausch zu aktuellen Fragen und Bedarfen spielte zudem der Umgang mit der AfD und rechtsextremen Entwicklungen eine wichtige Rolle. Dabei ging es sowohl um den Stand der Debatte um ein AfD-Verbotsverfahren als auch um die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten zivilgesellschaftliche Akteur*innen in den kommenden Jahren haben, um demokratische Strukturen zu stärken und rechten Entwicklungen entgegenzutreten.

Auch aktuelle Entwicklungen im Feld der politischen Bildung wurden aufgegriffen. Thema waren unter anderem Veränderungen in der Förder- und Institutionenlandschaft, Perspektiven für künftige fachliche Debatten sowie anstehende Veröffentlichungen und Veranstaltungen. Die Werkstatt machte damit erneut deutlich, dass politische Jugendbildung in Jugendverbänden sowohl auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen reagieren als auch ihre fachlichen Grundlagen und Unterstützungsstrukturen weiterentwickeln muss.

Zum Abschluss richtete sich der Blick auf kommende Austauschräume und Formate. Die Werkstatt bot damit erneut einen Rahmen, um fachliche Entwicklungen aufzugreifen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Perspektiven für die politische Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit weiterzudenken.

 

Weitere Termine der Werkstatt Politische Jugendbildung sind unter Termine und Veranstaltungen zu finden. Für weitere Vernetzung und dem Austausch zu Informationen, Impulsen und Veranstaltungen im Feld der Politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit gibt es den Verteiler Politische Jugendbildung. Die Aufnahme in den Verteiler steht allen Interessierten, Aktiven und Zuständigen im Bereich der politischen Jugendbildung in den Jugendringen und -verbänden offen, Anfragen auf Aufnahme in den Verteiler können an die Fachstelle Politische Jugendbildung gerichtet werden.