Werkstatt Politische Jugendbildung: Selbstverständnis, Umfrage und Perspektiven aus der Praxis

Am 28. Februar 2023 kamen Interessierte in der Werkstatt Politische Jugendbildung zusammen, um über das Verständnis politischer Jugendbildung in Jugendverbänden, die Entwicklung eines Fragebogens sowie unterschiedliche Perspektiven aus der Praxis zu sprechen. Im Mittelpunkt standen dabei die Frage nach Ziel und Gegenstand der Erhebung, unterschiedliche Begriffe und Zugänge sowie die Herausforderung, die Vielfalt der Strukturen angemessen abzubilden.

Ein Schwerpunkt der Werkstatt lag auf der Diskussion eines Fragebogens, mit dem Perspektiven, Merkmale und Praxis politischer Jugendbildung sichtbarer gemacht werden sollen. Im Austausch wurde deutlich, dass es kein einheitliches Verständnis politischer Bildung in der Jugendverbandsarbeit gibt. Gerade deshalb wurde die Frage zentral, ob die Erhebung vor allem ein Bild bestehender Praxis zeichnen oder stärker zur begrifflichen Klärung beitragen soll.

Dabei zeigte sich, dass bereits die Form der Fragen inhaltliche Setzungen vornimmt. Diskutiert wurde unter anderem, wie eng oder weit politische Bildung gefasst werden sollte, welche Begriffe und Themen darunter fallen und wie niedrigschwellig ein Fragebogen gestaltet sein muss, damit er in unterschiedlichen Strukturen anschlussfähig ist. Deutlich wurde zugleich, dass politische Bildung in der Praxis sehr unterschiedlich verortet wird und sich nicht immer klar von Demokratiebildung, Partizipation oder anderen Feldern trennen lässt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, welche Perspektiven und Ebenen mit einer solchen Erhebung erreicht werden sollen. Im Austausch wurde deutlich, dass sich Praxis und Rahmenbedingungen je nach Struktur, Verbandstyp, Region und Ebene stark unterscheiden. Auch die Rollen von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen sowie Fragen von Verantwortung, Anregung und Umsetzung politischer Bildungsprozesse wurden als wichtige Aspekte benannt.

Zugleich wurde deutlich, dass eine Erhebung diesem Feld nur begrenzt gerecht werden kann, wenn sie zu stark vereinfacht oder zu stark auf einzelne Maßnahmen blickt. Diskutiert wurde deshalb, wie offene und geschlossene Fragen sinnvoll verbunden werden können, um sowohl übertragbare Erkenntnisse zu gewinnen als auch die Komplexität der Praxis nicht aus dem Blick zu verlieren. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie Reflexion, Selbstverständigung und Sichtbarkeit des Feldes miteinander verbunden werden können.

Die Werkstatt machte damit früh deutlich, welche Spannungen das Thema politische Jugendbildung in Jugendverbänden prägen: zwischen Offenheit und begrifflicher Schärfung, zwischen Vielfalt und Vergleichbarkeit sowie zwischen interner Reflexion und externer Sichtbarkeit. Zugleich wurde der Bedarf sichtbar, den Austausch über Begriffe, Praxis und Transfer weiterzuführen und dafür passende Formate zu schaffen.

 

Über die Fachstelle Politische Jugendbildung und ihre Formate werden die Vernetzung, der Wissenstransfer sowie der fachliche und kollegiale Austausch im Bereich der politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit zu Projekten, Fragen und Ideen der Teilnehmer*innen gebündelt. Die Formate stehen allen Interessierten und Aktiven aus den Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bundesjugendrings offen, die sich zu den Themen der Politischen Bildung und Demokratiebildung austauschen und beteiligen wollen.

Weitere Termine der Werkstatt Politische Jugendbildung sind unter Termine und Veranstaltungen zu finden. Für weitere Vernetzung und dem Austausch zu Informationen, Impulsen und Veranstaltungen im Feld der Politischen Jugendbildung in der Jugendverbandsarbeit gibt es den Verteiler Politische Jugendbildung. Die Aufnahme in den Verteiler steht allen Interessierten, Aktiven und Zuständigen im Bereich der politischen Jugendbildung in den Jugendringen und -verbänden offen, Anfragen auf Aufnahme in den Verteiler können an die Fachstelle Politische Jugendbildung gerichtet werden.