Wohin gehts, Jugenddialog?

In letzter Zeit wurden mehrere Evaluierungen des EU-Jugenddialogs vorgenommen, deren Ergebnisse wir euch heute vorstellen möchten.

Ein Blick auf die EU-Jugendstrategie: Halbzeitbewertung

Der EU-Jugenddialog ist eine Maßnahme der Europäischen Jugendstrategie (2019-2027), welche den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in der Europäischen Union stellt. Die Strategie soll sicherstellen, dass sich junge Menschen beteiligen können, ihre Rechte geschützt werden und sie eine Stimme haben. In dem Bericht wurde untersucht, ob die Strategie gut funktioniert und umgesetzt wird.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die zum Jugenddialog herausgefunden wurden.

  • Obwohl der Jugenddialog eine stärkere Einbindung und ein stärkeres Engagement junger Menschen ermöglicht hat, wurden nur begrenzte Belege für seinen direkten Einfluss auf die Politikgestaltung auf Europäischer Ebene festgestellt.
  • Es besteht auch Raum für Verbesserungen, um sicherzustellen, dass der Jugenddialog alle jungen Menschen einbezieht, insbesondere solche aus benachteiligten Verhältnissen oder ländlichen Gebieten sowie junge Menschen mit Behinderungen.
  • Junge Menschen sollten besser auf den EU-Jugenddialog vorbereitet werden und Nationale Jugendringe einbezogen werden.
  • Außerdem wird betont, die Synergien zwischen verschiedenen Beteiligungsinitiativen zu erfassen und zivilgesellschaftliche Organisationen bei der Förderung von Beteiligungsmöglichkeiten zu unterstützen.

Hier findet ihr den ausführlichen Bericht: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52024DC0162

 

Nachklapp zum Europäischen Jahr der Jugend

2022 war das Europäische Jahr der Jugend. Damit mit dem Jahr nicht auch das Interesse an der Jugend verloren geht, hat die Europäische Kommission nun eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie darlegt, wie sie weiterhin die Belange junger Menschen einbeziehen wird. Hinsichtlich des EU-Jugenddialogs wurde hierzu folgendes von der Kommission zugesagt:

  • Die Kommission möchte den EU-Jugenddialog stärken und den Dialogschwerpunkt stärker an ihrem Arbeitsprogramm ausrichten.

Was das genau bedeutet, wurde noch nicht weiter ausgeführt. Sobald uns mehr Infos dazu vorliegen, ergänzen wir die Info hier.

Was über den Jugenddialog hinaus noch von der Kommission zugesagt wurde, könnt ihr hier nachlesen: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_24_86

 

Review der letzten Beteiligungsrunden im EU-Jugenddialog

Die Forschungsgruppe Youth Partnerships wurde von der Europäischen Kommission damit beauftragt, einen Blick auf die letzten Beteiligungsrunden im EU-Jugenddialog (2010-2022) zu werfen und Punkte zu identifizieren, die verbesserungswürdig im EU-Jugenddialog sind. Dabei wurden u.a. folgende Empfehlungen formuliert:

In Bezug auf die Ressourcen für den EU-Jugenddialog:

  • Generell sollten zusätzliche Ressourcen für die Aktivitäten des EU-Jugenddialogs bereitgestellt werden.
  • Die Nationalen Arbeitsgruppen sollten Pläne erstellen und sich bemühen, den gesamten ihnen zugewiesenen Etat durch Erasmus+ Zuschüsse zu nutzen und so viele Jugendliche wie möglich sinnvoll einzubinden.

In Bezug auf die Themen des EU-Jugenddialogs:

  • Neben den Europäischen Jugendzielen könnte der EU-Jugenddialog besser mit wichtigen bevorstehenden Initiativen der Kommission verknüpft werden. Die Kommission hat in ihrer Kommunikation zum Europäischen Jahr der Jugend Interesse bekundet, den Fokus des Dialogs stärker mit dem Arbeitsprogramm der Kommission in Einklang zu bringen.

In Bezug auf die Teilnehmenden:

  • Der EU-Jugenddialog sollte inklusiver werden und diversere Zielgruppe einbeziehen
  • Die Nationalen Arbeitsgruppen sollten mehr Informations-/Bildungsmöglichkeit zur Verfügung stellen, um junge Teilnehmende auf den EU-Jugenddialog vorzubereiten.

In Bezug auf die Sichtbarkeit und Wirksamkeit des EU-Jugenddialogs:

  • Die Berichte der Nationalen Arbeitsgruppen sollten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
  • Richtlinien, Entscheidungen und Dokumente einschließlich der Empfehlungen aus dem EU-Jugenddialog sollten auf eine zugänglichere und jugendfreundlichere Weise und/oder in verschiedenen Formaten zur Verfügung gestellt werden.
  • Es sollte in regelmäßigen Abständen eine systematische Überprüfung aller innerhalb des EU-Jugenddialogs formulierten Politikempfehlungen durchgeführt werden, um jungen Menschen Informationen über die Wirksamkeit und Auswirkungen des Dialogs bereitzustellen.

Den gesamten Bericht findet ihr hier: https://pjp-eu.coe.int/documents/42128013/47261884/Review+of+the+9+cycles+of+the+EU+Youth+Dialogue+%282010-2022%29+executive+summary.pdf/b95d939d-ffd2-382c-68f7-5597557d4e20?t=1708012066530

Wir werden uns dafür einsetzen, dass die verschiedenen Empfehlungen auf europäischer wie nationaler Ebene umgesetzt werden.