Y20 2026 in Washington: Gemeinsame Forderungen an die G20

Vom 11. bis 14. August 2026 kamen junge Delegierte aus den G20-Staaten und der Europäischen Union zum Youth 20 (Y20) in Washington, D. C. zusammen. Eine fünfköpfige DNK-Delegation brachte dabei die Perspektiven junger Menschen aus Deutschland in die internationalen Verhandlungen ein. Gemeinsam verabschiedeten die Delegationen ein Communiqué mit politischen Empfehlungen an die G20, in dem auch mehrere Anliegen der deutschen Delegation verankert werden konnten.

Die deutsche Delegation im Y20-Prozess

Unter der Delegationsleitung von Alisan Yasar, der den Track „Fragility, Conflict and Violence“ vertrat, brachte sich die deutsche Delegation in allen fünf Themenbereichen ein. Dörthe Winkler verhandelte zu „Energy Security, Energy Transition, Renewable Resources, Forest Management“, Jannik Kiesel im Track „Innovation and Digital Transformation“, Finja-Lee Bethke zu „Global Economy and Job Creation“ und Lisa Mastiaux im Track „Food Security and Global Health“.

Die DNK-Delegation konnte dabei unter anderem die Youth, Peace and Security Agenda, den Gender Health Gap sowie die Forderung nach einem Zugang zu Energie als Menschenrecht im gemeinsamen Communiqué verankern.
 

Vier Tage Austausch und politische Verhandlungen

Der Gipfel in Washington bildete den Abschluss der bereits seit Mai laufenden Vorverhandlungen. Nach der Anreise und einem ersten Kennenlernen der Delegationen standen mehrere intensive Verhandlungsrunden in den fünf Tracks im Mittelpunkt. Ergänzt wurden diese durch Expert*innen-Roundtables und Diskussionsrunden zu internationalen Herausforderungen – von Frieden und Sicherheit über Energie und Wirtschaft bis hin zu Digitalisierung und globaler Gesundheit.

Auch außerhalb der Verhandlungen bot das Programm Raum für Austausch und Vernetzung, unter anderem bei Veranstaltungen im Aspen Institute sowie bei Gesprächen mit Expert*innen aus Politik und Gesellschaft. Am 13. August gingen die Verhandlungen in die finale Phase: Die Delegierten berieten die letzten offenen Punkte und stimmten über das gemeinsame Abschlusscommuniqué ab.

Am letzten Gipfeltag übergab die deutsche Delegation das verabschiedete Communiqué außerdem an die Deutsche Botschaft in Washington, D. C.. Ein abschließendes Programm unter dem Titel „From Consensus to Action“ richtete den Blick darauf, wie die Forderungen des Y20 in den weiteren G20-Prozess eingebracht werden können.

Gemeinsame Forderungen an die G20

Das verabschiedete Communiqué bündelt die Empfehlungen der fünf Tracks an die G20. Ein Schwerpunkt liegt auf einer ökologisch und sozial gerechten Energiewende: Energie soll bezahlbar und zugänglich sein, betroffene Gruppen einschließlich junger Menschen sollen an der Gestaltung der Transformation beteiligt werden. Das Communiqué fordert zudem ausdrücklich, den Zugang zu Energie als grundlegendes Menschenrecht anzuerkennen.

Auch werden die G20-Staaten aufgefordert, die Youth, Peace and Security Agenda unter anderem durch nationale Aktionspläne und verbindliche Beteiligung junger Menschen an Konfliktprävention und Friedensförderung zu stärken. Im Gesundheitsbereich fordert das Communiqué mehr Forschung zu Frauengesundheit und geschlechterdifferenzierte Gesundheitsdaten, um bestehende Ungleichheiten abzubauen.

Mit dem gemeinsamen Communiqué tragen die Delegierten ihre Perspektiven nun in den weiteren G20-Prozess. Ziel bleibt, dass junge Menschen nicht nur von globalen politischen Entscheidungen betroffen sind, sondern ihre Interessen und Lösungsansätze auch unmittelbar in deren Gestaltung einbringen können.

Was ist der Y20?
Der Youth 20 (Y20) ist die offizielle Jugendbeteiligungsgruppe im Rahmen der G20 und besteht seit 2010. Junge Delegierte aus den G20-Mitgliedern kommen zusammen, um zu zentralen Themen der jeweiligen G20-Präsidentschaft gemeinsame politische Empfehlungen zu entwickeln. Diese werden in einem Communiqué gebündelt und richten sich an die Staats- und Regierungschef*innen der G20. Der Y20 ist damit ein wichtiges Instrument, um Perspektiven junger Menschen in die internationale Zusammenarbeit der G20 einzubringen.

Themen: Y7 / Y20