Zivildienst: Engagement stärken statt erzwingen

Die Bundesregierung bereitet mit einem Bundesgesellschaftsdienstegesetz die Strukturen für einen möglichen neuen Zivildienst vor. Das Bundesjugendministerium hat dazu bereits Verbände und Organisationen nach möglichen Einsatzkapazitäten gefragt. Für den Bundesjugendring ist klar: Sollte eine verpflichtende Wehrpflicht wieder eingeführt werden, braucht es auch eine zivile Alternative. Eine neue zivile Dienstpflicht wird dadurch aber nicht zum richtigen Weg.

„Wird eine verpflichtende Wehrpflicht wieder eingeführt, braucht es auch eine zivile Alternative. Grundsätzlich lehnt der Bundesjugendring verpflichtende Dienste aber ab, militärisch wie zivil. Engagement kann nicht erzwungen werden. Anerkennung, gute Rahmenbedingungen und Wertschätzung für freiwilliges Engagement schaffen weit mehr Solidarität als staatlicher Zwang“, betont Daniela Broda, Vorsitzende des Bundesjugendrings.

Zu kurz greift aus Sicht des Bundesjugendrings insbesondere die Vorstellung, junge Menschen müssten durch einen Pflichtdienst den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Junge Menschen starten mit sehr unterschiedlichen finanziellen, sozialen und familiären Voraussetzungen ins Erwachsenenleben. Wer soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Spaltung überwinden will, muss ihre strukturellen Ursachen angehen, statt jungen Menschen eine zusätzliche Pflicht aufzuerlegen.

Der Bundesjugendring setzt deshalb auf Freiwilligkeit: Freiwilligendienste und junges Engagement müssen so ausgestattet sein, dass alle jungen Menschen, die sich engagieren möchten, dies auch können – freiwillig und selbstbestimmt. Dazu gehört insbesondere ein Rechtsanspruch auf einen Freiwilligendienst und eine finanzielle Absicherung, die Engagement unabhängig vom Geldbeutel ermöglicht.