Junge Zivilgesellschaft braucht verlässliche Räume: Austausch des Bundesjugendrings mit Staatssekretärin Dr. Dörte Dinger
Jugendverbände und Jugendringe ermöglichen jungen Menschen niedrigschwellige Wege in demokratisches Engagement. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Zivilgesellschaft unter Druck steht, braucht es dafür verlässliche Strukturen.
„Junge Menschen brauchen Räume, in denen sie Demokratie erleben und mitgestalten können. Jugendverbände leisten dafür einen wichtigen Beitrag, weil sie Beteiligung, Verantwortungsübernahme und demokratische Erfahrung ermöglichen“,
sagte Staatssekretärin Dr. Dörte Dinger.
Im Gespräch ging es auch um das Wahlverhalten junger Menschen. Die U18-Bundestagswahl zeigt aus Sicht des Bundesjugendrings, dass junge Menschen zukunftsgerechte demokratische Politik erwarten. Zugleich bereitet der Stimmenzuwachs der rechtsextremen AfD große Sorge. Junge Wahlentscheidungen entstehen nicht losgelöst vom sozialen Umfeld. Umso wichtiger sind Räume politischer Jugendbildung, in denen demokratische Haltung gestärkt und rechte Krisendeutungen kritisch bearbeitet werden.
Besondere Aufmerksamkeit brauchen Regionen, in denen jugendverbandliche Strukturen weniger dicht verankert sind und demokratische Räume stärker unter Druck geraten. Jugendverbandsarbeit setzt dort präventiv an: individuell, organisatorisch und gesellschaftlich.
Daniela Broda, Vorsitzende des Bundesjugendrings, betonte:
„Als Teil der Kinder- und Jugendhilfe erfüllen Jugendverbände einen gesetzlichen Auftrag und brauchen dafür eine verlässliche Förderung über den Kinder- und Jugendplan des Bundes.“
Wendelin Haag, Vorsitzender des Bundesjugendrings, machte außerdem deutlich:
„Junges Engagement erhält die Basis unserer Demokratie. Der Staat muss klar anerkennen, dass ehrenamtliches Engagement eine unverzichtbare Brücke zwischen demokratischer Zivilgesellschaft und demokratischen Institutionen ist“.
Bei Freiwilligendiensten, Wehrdienst und Pflichtdiensten wurden unterschiedliche Bewertungen deutlich. Einig waren sich die Gesprächspartner*innen darin, dass Freiwilligendienste eine hohe gesellschaftliche Bedeutung haben. Aus Sicht des Bundesjugendrings darf freiwilliges Engagement nicht gegen sicherheitspolitische Debatten ausgespielt werden. Junge Menschen müssen an allen Entscheidungen beteiligt werden, die ihre Lebensplanung, ihre Freiheitsrechte und ihre Möglichkeiten zum Engagement betreffen.
Der Bundesjugendring machte außerdem deutlich, dass Jugendbeteiligung in Bundesministerien strukturell verankert werden muss. Erfolgreiche Beteiligungsprozesse zeigen, dass junge Perspektiven wirksam eingebunden werden können. Der Bundesjugendring verwies dabei auf die Fach- und Koordinierungsstelle Jugendbeteiligung (FKS), die Koordinierungsstelle Jugendbeteiligung in Klimafragen (KJK) und die Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung. Es braucht klare Mandate, transparente Entscheidungswege und verbindliche Rückkopplung gegenüber jungen Menschen.