Jugendpolitische Einordnung der Rede zur Lage der Union 2026
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Aus jugendpolitischer Sicht bleibt entscheidend, dass junge Menschen nicht nur als Zielgruppe europäischer Politik verstanden werden, sondern als aktive Mitgestalter*innen Europas. Gerade bei Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz, digitaler Sicherheit, Klimaanpassung und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt braucht es Beteiligungsformate, in denen junge Perspektiven frühzeitig einfließen. Politische Antworten auf die Herausforderungen Europas müssen mit jungen Menschen entwickelt werden - nicht nur für sie.
Besonders einschneidend für junge Menschen in der EU ist die angekündigte Verordnung zur stärkeren Regulierung digitaler Räume. Zukünftig sollen unter 15-Jährige keinen eigenständigen Account auf Social-Media-Plattformen erstellen können. Für 13- und 14-Jährige sollen Erziehungsberechtigte Accounts mit umfangreicher Kontrolle und eine tägliche Nutzungsbegrenzung von einer Stunde einrichten. Junge Menschen fordern, vor schädlichen Inhalten, Hate Speech und manipulativen Plattformmechanismen geschützt zu werden – aber nicht durch den pauschalen Ausschluss aus dem digitalen Raum Europäische Digitalpolitik muss immer die Rechte junger Menschen auf (digitale) Teilhabe, Information, freie Meinungsbildung und Selbstbestimmung berücksichtigen. Ein sicherer digitaler Raum entsteht nicht allein durch Einschränkungen, sondern durch gute Regulierung, Verantwortung der Plattformen und die Stärkung digitaler Kompetenzen. Eine detaillierte Einordnung des Vorschlags (EU KIDS Act) ist hier zu finden.-
Auch die angekündigten Schwerpunkte zu Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Künstlicher Intelligenz betreffen junge Menschen unmittelbar. Entscheidend wird sein, ob europäische Strategien nicht nur wirtschaftliche Entwicklung fördern, sondern auch faire Chancen, gute Arbeit, Bildung und Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen sichern.
Für die europäische Jugendpolitik bleibt damit die zentrale Aufgabe bestehen: Europa muss junge Menschen als demokratische Akteur*innen ernst nehmen. Der EU-Jugenddialog, die EU-Jugendziele und eine verbindliche Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungsprozessen müssen weiter gestärkt werden, damit die Zukunft Europas nicht über junge Menschen, sondern gemeinsam mit ihnen gestaltet wird.