Die EU-Jugendstrategie

Seit Ende der 1990er Jahre bekommen Jugendliche und ihre Interessen in der Europäischen Union zunehmend Aufmerksamkeit. Stand in den Jahren zuvor eher die Förderung des Jugendaustausches und des Aufenthaltes in einem anderen EU-Land durch EU-Förderprogramme im Vordergrund, gab es mit der Veröffentlichung des EU-Weißbuchs „Neuer Schwung für die Jugend Europas“ im Jahr 2001 ein Paradigmenwechsel. Im Weißbuch bekräftigte die Europäische Kommission ihren Willen, Jugendliche stärker in die Entscheidungsfindung einzubeziehen und der europäischen Jugendpolitik einen neuen Rahmen zu verleihen. Die EU-Mitgliedstaaten schlossen sich dem an.

Im Jahr 2002 entschieden die Jugendministerinnen und –minister, in bestimmten Bereichen der Jugendpolitik verstärkt zusammenzuarbeiten. Aus einer europäischen Zusammenarbeit im Jugendbereich wurde damit eine europäische Jugendpolitik.

Dieser europäische Rahmen wurde 2009 grundlegend überarbeitet. Den Aufschlag machte im April die Europäische Kommission mit dem Entwurf einer „EU-Jugendstrategie“. Bis zur Verabschiedung der endgültigen Form durch die EU-Jugendminister_innen gab es zahlreiche Konsultationen und Beratungen. Auch der Bundesjugendring und seine Mitgliedsverbände beteiligte sich intensiv an diesem Prozess. Es gelang, die Politik davon zu überzeugen, dass Jugendliche nicht nur als Zukunftsressource gesehen werden dürfen, sondern dass junge Menschen bereits während ihres Aufwachsens Rechte und Bedürfnisse haben, denen in einer europäischen Strategie Rechnung getragen werden muss.

Ein Ergebnis der Beratung: Seit Sommer 2010 verantwortet der DBJR das nationale Projekt zum Strukturierten Dialog.