Prävention gegen sexualisierte Gewalt

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Mädchen und Jungen jeden Alters und jeder Herkunft können Opfer sexueller Gewalt werden. Täter und Täterinnen gehen meist strategisch vor und halten sich bevorzugt überall dort auf, wo sie Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufbauen können.

Deshalb ist Prävention sexueller Gewalt ein Thema in der Kinder- und Jugendarbeit. Denn: Wir haben sowohl Betroffene als auch Täter und Täterinnen unter uns. Es liegt in unserer Verantwortung, Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt möglichst wirksam zu schützen und Täter und Täterinnen abzuschrecken. Es ist unsere Aufgabe, die Initiative zu ergreifen.

Dafür brauchen wir möglichst viele Institutionen der Kinder- und Jugendarbeit, die effektive Maßnahmen zur Prävention sexueller Gewalt umsetzen. Und wir brauchen möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf allen Ebenen, die zum Schutz von Mädchen und Jungen aktiv werden.

Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes (BKischG) wird die Diskussion über Prävention vor allem durch die Umsetzung des Gesetzes dominiert. Mit unserem Fachtag im Juni 2016 wollten wir zeigen, dass die Jugendverbände gute Konzepte haben und sich intensiv auseinander setzen. Wir dokumentieren hier die Workshops des Fachtags.

Übrigens: Der Bayerische Jugendring (BJR) startete 2003  das Modellprojekt "PräTect - Keine Täter in den eigenen Reihen". Seit 2006 wird die Arbeit als Fachberatungsstelle im BJR fortgesetzt.

Dokumentation des Fachtags (Juni 2016)

Beim Fachtag gabe es Workshops und Austauschrunden. Hier ein kurzer Überblick über Themen und Referent_innen. Alle vorliegenden Inputs oder Ergebnisse sind im Anschluss dokumentiert.

Sexualpädagogische Fragen, Konzepte, Module (Helena Urdelowicz, Jugendfeuerwehr Hessen)

Verbände brauchen Sexualpädagogische Konzepte. Welche gibt es? Wie kann Sexualpädagogik im Jugendverband gelingen? Welche Module in Verbänden existieren? Wie kann es eingebunden werden in die Präventionsarbeit?

Umgang im Jugendverband (Dr. Tim Gelhaar, Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder)

Es geht um das Agieren mit externen Strukturen und Partnern, um die Zusammenarbeit mit Beratungsstellen, die Reflektion der eigenen Angebotsformen. Was wollen wir wie ermöglichen? Wie ist der Umgang mit Sexualität im Jugendverband, der Umgang bei Beschuldigungen?

Was kommt danach? Tertiäre Prävention (Yvonne Oeffling, AMYNA e.V.) 

Es geht um Rehabilitation, um Nachwirkungen und den Umgang damit. Thema ist auch die Aufarbeitung im Jugendverband sowie der Schutz von Betroffenen und Angehörigen.

Strukturelle Verankerung des Themas (Nina Dehmlow, SJD-Die Falken)

Erörtert wurden Möglichkeiten einer strukturellen Verankerung im Jugendverband und im verbandlichen Alltag. Warum gibt es den Wunsch, das Thema strukturell zu verankern? Könnte man damit vielen Ansprüchen gerecht werden? Was braucht es?

Erwartungen an Verbände (Beate Steinbach, Bayerischer Jugendring)

Was wird im Rahmen von Präventionsarbeit von Jugendverbänden und -ringen von Außen und Innen erwartet? Was können sie leisten und wollen sie leisten? Was ist wichtig oder wird aufgezwungen? Wie ist das Verständnis der Jugendverbände und –ringe selbst zu ihrer Arbeit in dem Bereich?

Ergebnisse und Präsentationen:

Hintergrund und Stellungnahmen