Projekt "Rap inner Burg"

Immer sonntags wird im Jugendtreff "Inner Burg" des Kreisverbandes Hannover-Stadt der djo - Deutschen Jugend in Europa für fünf Stunden ein kleines, aber feines Tonstudio auf- und wieder abgebaut. Jugendliche haben hier die Möglichkeit, eigene Songs aufzunehmen und sie in guter Qualität so abzumischen, dass es für die gängigen Verbreitungskanäle wie Youtube und Facebook reicht. Modou und Sam, die beiden Projektleiter, begleiten die Jugendlichen dabei. Sie unterstützen sie beim Schreiben der ersten eigenen Texte und geben Anregungen, wie sie die Performance ihrer Texte weiterentwickeln können. Viele Teilnehmer_innen sind dem Projekt über die gesamte Laufzeit treu geblieben. Das heißt, wenn sie mit etwa 14 angefangen haben, sind sie mittlerweile 18 Jahre alt, gehen nicht mehr zur Schule, sondern sind in Ausbildung oder auf weiterführenden Schulen. Ihr Lebenslauf ist mehr oder weniger mit dem Projekt verbunden. Junge Rapperinnen gibt es immer noch zu wenige. Doch inzwischen erobern sich erste junge Frauen ihren Platz in der Gruppe. Selbstbewusst und mit Qualität verschaffen sie sich den Respekt der anderen. Diese schöne Entwicklung zeigt, dass es gut und wichtig ist, wenn Projekte mit vermeintlich schwierigen Jugendlichen einen langen Atem haben können.

Die Entwicklung, die die jungen Rapper_innen dabei durchlaufen, reicht von ganz profanen und alltäglichen Dingen wie, dass nach der Aufnahme alles wieder so zurückgeräumt werden muss, damit der Raum danach wieder für andere nutzbar ist, bis hin zu der Erfahrung, dass Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und eine gute eigene Vorbereitung Eigenschaften sind, die nicht nur in der Gruppe Anerkennung finden sondern einen auch selbst weiterbringen.

Die intensive Auseinandersetzung mit Sprache, hier mit der deutschen, schärft das Ausdrucksvermögen. Denn obwohl die meisten der jungen Teilnehmer_innen hier geboren sind, haben nicht alle dieselbe Sprachkompetenz und anders als in der Schule können sie hier über die Auseinandersetzung mit ihren eigenen Texten ganz unmittelbar erfahren, dass ihr Track besser ankommt, je ausgefeilter, intelligenter, wortgewaltig und witziger ihre Sprache ist. Das Stichwort ist hier Freiwilligkeit und Selbstbestimmung. Die Erfahrung, dass jenseits von Notengebung persönliches Engagement zu Erfolg führen kann, ist für die Teilnehmer_innen oft eine neue Erfahrung.

Weitere Videos aus dem Projekt findet ihr hier.