Fachstelle Jugendreisen

Die Fachstelle Jugendreisen beim Bundesjugendring bietet Beratung und Vernetzung zu allen Themen von jugendverbandlichen Freizeitmaßnahmen. Neben dem unten dargestellten Schwerpunkt des Umgangs mit den Auswirkungen der Coronapandemie werden u. a. die Themen nachhaltiges Reisen, inklusive (insbesondere queere) Jugendreisen sowie reiserechtliche Themen wie Informationen zum Sicherungsschein bearbeitet.

Für die Planung von Freizeitmaßnahmen mit jungen Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind steht hier eine Linksammlung mit grundlegenden Informationen und praktischen Tipps zur Verfügung.

Freizeitenplanung unter Corona

Die pandemische Situation hat weitreichende Auswirkungen auf jugendverbandliches Reisen. Sie hat die Durchführung unzähliger Maßnahmen in den letzten zwei Jahren verhindert oder erschwert und schränkt die Planung und Durchführung dieser auch weiterhin ein. Die langfristigen Auswirkungen der Pandemie insbesondere auf das ehrenamtliche Engagement als Rückgrat jugendverbandlichen Reisens werden dabei erst nach und nach sichtbar.

Die Fachstelle Jugendreisen bietet einerseits Unterstützung und Beratung in der Planung von Jugendreisen und nimmt anderseits gleichzeitig Bedarfe aus den Mitgliedsorganisationen auf, um sie in der Arbeitsgemeinschaft beim Bundesjugendring zu bündeln.

Informationen zum aktuellen Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" finden sich auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Hygienekonzept und weitere Maßnahmen

Die aktuellen gesetzlichen Regelungen nach dem Infektionsschutzgesetz bieten im Verhältnis zu den bisherigen Einschränkungen ein hohes Maß an Freiheiten für jugendverbandliche Maßnahmen. Viele Beschränkungen wurden aufgehoben, sodass für die Durchführung von Jugendreisen nur wenige gesetzliche Vorgaben im Hinblick auf den Infektionsschutz eingehalten werden müssen. Gleichzeitig besteht weiterhin ein hohes Interesse, dass die geplanten Maßnahmen frei von Infektionen mit einhergehender Isolierung und Quarantäne der Teilnehmenden und damit möglichst reibungslos verlaufen können. Um die Auswirkungen von Infektionen gering zu halten, haben sich eine Reihe von Maßnahmen bewährt, die folgend aufgeführt werden.

Für die coronakonforme Durchführung einer Maßnahme ist das Hygienekonzept je nach pandemischer Situation und nach den Vorgaben der jeweiligen Landesschutzverordnungen weiterhin ein entscheidendes Instrument. Neben der pandemischen Situation ist die Art der geplanten Maßnahme für die Ausgestaltung des konkreten Hygienekonzeptes entscheidend. Aus diesem Grund können hier nur allgemeine Hinweise und Vorlagen dargestellt werden.

Für die dargestellten Hinweise und Vorschläge gilt: Je größer die Maßnahmen, desto ausführlicher müssen die genannten Punkte geregelt werden. Bei Maßnahmen mit einem überschaubaren Personenkreis müssen diese selbstverständlich nicht so detailliert geplant werden.

Unbedingt zu beachten sind die in den Ländern jeweils gültigen Corona-Schutz-Verordnungen. Eine Übersicht über alle Verordnung gegliedert nach den jeweiligen Bundesländern findet sich hier. Zu beachten ist, dass die Landesverordnungen zum Teil vor Ablauf ihrer Gültigkeit durch eine neue aktuelle Verordnung ersetzt wird. In dem jeweiligen Hygienekonzept sollte kurz auf die aktuell gültige Landesverordnung des Ziel-Bundeslandes verwiesen werden.

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Bewährte Maßnahmen und konkrete Verfahrensweisen

Auch wenn das Hygienekonzept den jeweiligen Landesverordnung entsprechen muss, gibt es folgende Elemente, die als Vorlage von allen genutzt werden können. Sie können und sollten natürlich speziell auf die jeweilige Maßnahme angepasst werden. Die zur Verfügung gestellten Hygienekonzeptbausteine sind inhaltlich auf Jugendmaßnahmen zugeschnitten, die in der Regel ortveränderlich meist mit Übernachtungen stattfinden.

Grundlegende Maßnahmen

Folgende Angaben gehören kurz und knapp einleitend in ein Hygienekonzept: Angaben zum Veranstalter, Gesamtverantwortliche, Erreichbarkeit, Art der Veranstaltung, Dauer, Ort, Zusammensetzungen (Anzahl, Alter, regionale oder bundesweite Zusammensetzung) Teilnehmende und Mitarbeitende sowie Hinweis auf die derzeit geltende Coronaschutzverordnung des jeweiligen Bundeslandes. Je nach Veranstaltungsgröße empfiehlt es sich hier ebenfalls gleich die Kontaktinformationen der Zuständigen im örtlichen Gesundheitsamt zu vermerken.

Grundlegende Hygienemaßnahmen wie:

  • Maskenpflicht: Angabe, in welchen Situationen eine Maskenpflicht gilt (z.B. während der An- und Abreise). Ggf. ergänzen, ob medizinische Mund-Nasen-Bedeckung ausreicht oder das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht ist. Dies kann von der jeweiligen Landesverordnung speziell geregelt sein. Darin wird ebenfalls geregelt, aber welche Altersstufe das Tragen welcher Maske überhaupt gesetzlich vorgeschrieben ist. Es empfiehlt sich einen Vorrat an Ersatzmasken für Teilnehmende einzukalkulieren.
  • Handhygiene & Empfehlung zur Nutzung der Corona-Warn-App: Kurze Ausführung, wann und wie auf die allgemeine Handhygiene hingewiesen wird und wie diese sichergestellt wird. Aussprechen der Empfehlung, nach Möglichkeit die Corona-Warn-App zu nutzen.
  • Ausschluss von Teilnehmenden mit Symptomen einer Atemwegsinfektion. Welche Symptome explizit bei Kindern und Jugendlichen auf eine Coronainfektion hinweisen, kann hier eingesehen werden.
  • Regelmäßiges Lüften von Räumen. Durch Öffnung aller Türen und Fenster alle 30 Minuten für mindestens 5 Minuten ist eine ausreichender Frischluftaustausch zu gewährleisten.
  • Verlegung des Programms soweit wie möglich nach draußen.
  • Maßnahmen zur Vermeidung von Ansammlungen und Warteschlangen insbesondere bei der An- und Abreise sowie Essensausgabe. In einigen Schutzverordnungen des jeweiligen Bundeslandes ist die Personenzahl für eine zu vermeidende Ansammlung definiert. Wo möglich, ist ein Einbahnstraßensystem mit verschiedenen Ein- und Ausgängen sinnvoll.

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Kontaktnachverfolgung

Nötig ist eine Beschreibung, wie die erforderlichen Kontaktinformationen (Name, Vorname, Anschrift, Telefonnummer) allen Teilnehmenden und Mitarbeitenden vor Veranstaltungsbeginn aufgenommen und vier Wochen vorgehalten werden. Es empfiehlt sich eine digitale Dokumentation.

Dabei ist es je nach Veranstaltungsformat/Größe und Pandemiegeschehen ggf. erforderlich feste Bezugsgruppen zu definieren. Das sind in der Regel diejenigen, die gemeinsam in einem Raum/Zelt übernachten und im Rahmen der Kontaktnachverfolgung zu dokumentieren. Ebenfalls abhängig vom Veranstaltungsformat/Größe und Pandemiegeschehen ist die spezifische Kontaktnachverfolgung bei bestimmten Formaten innerhalb der Veranstaltung. Gibt es beispielsweise Workshops innerhalb der Maßnahme, lohnt es sich möglicherweise, hier separat die Personenzusammensetzung zu dokumentieren. Nicht zu vergessen ist die Dokumentation von Besuchen durch Dritte, welche allerdings grundsätzlich so gering wie möglich zu halten sind.

Findet die Maßnahme in einer Bildungsstätte oder einem anderen festen Gebäude mit vorhandenen Hygieneregelungen statt, gelten diese natürlich für euch. Auf diese sollte im Hygienekonzept nur kurz verwiesen werden. Organisiert ihr euren Übernachtungsort aber in Eigenregie (z.B. Zeltlager, Camp, eigene Räume), so lohnt es sich bei einer größeren Anzahl an Teilnehmende für einige Bereiche spezielle Regeln aufzustellen.

  • Selbstorganisierte Verpflegung: Einbahnstraßensystem bei der Ausgabe, Ausgabe in gleichen Gruppen (Tischweise, nach fester und gleichbleibender Bezugsgruppe), Handdesinfektion vor Gegenständen, die von vielen Menschen benutzt werden, ggf. Plexiglasscheiben für die Ausgabe

  • Sanitärräume: Zuweisung einzelner Kabinen/Abschnitte zu bestimmten Gruppen, sofern entsprechende Menge vorhanden und Gruppe größer ist.

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Testkonzept

Das regelmäßige Testen ist neben dem Tragen einer Maske die zweite wesentliche Säule zur Eindämmung der Pandemie und sollte in jedem guten Hygienekonzept enthalten sein. Dabei ist zwischen dem Test als Teilnahmebedingungen und dem Testen während der Maßnahme zu unterscheiden.

Ob ein tagesaktueller Schnelltest vor Reiseantritt gesetzlich vorgeschrieben ist, ist von der jeweiligen Coronaschutzverordnung abhängig. Unabhängig davon, ist es sehr empfehlenswert diesen auch außerhalb von einer gesetzlichen Vorgabe durchzuführen. So vermeidet ihr insbesondere bei größeren oder längeren Freizeitmaßnahmen die Gefahr einer unentdeckten Infektion. Eine gute Regelung kann es sein, dass alle Teilnehmenden unabhängig von ihrem Genesenen-/Geimpftstatus unmittelbar vor der Abreise einen offiziellen negativen Schnelltest vorlegen müssen, welcher bei Reiseantritt nicht älter als 24 Stunden alt sein darf. Ohne diesen ist eine Teilnahme dann nicht möglich. Die Einsichtnahme in das negative Testergebnisse ist sinnvollerweise schriftlich zu dokumentieren.

Wie und ob weitere Tests während der Maßnahmen erforderlich sind, hängt maßgeblich vom Umfang der Maßnahme ab. Ggf. ist dies auch in der Landesverordnung spezieller geregelt. Bei mehrtätigen Maßnahmen empfiehlt sich die Durchführung von Selbsttests alle zwei Tage. Auch hier sollten die Ergebnisse auf einer Liste dokumentiert werden. Bei einer größeren Maßnahme (z.B. ein Bundeslager mit mehreren hundert Teilnehmenden) ist eine Kooperation mit einem Testcenter sinnvoll. Diese kommen nach Absprache direkt auf euer Veranstaltungsgelände und führen die Tests professionell und mit eigenem Personal und Material durch. Nach der aktuellen Testverordnung des Bundes (gilt derzeit noch bis zum 30.06.2022) entstehen dafür keine Kosten.

Zu bedenken ist, dass bei minderjährigen Teilnehmenden die schriftliche Einwilligung der Eltern zur Durchführung eines Coronatests erforderlich ist. Eine frei nutzbare Vorlage dafür steht hier zur Verfügung.

Eine offizielle aktuelle Liste über alle derzeit zugelassenen Selbsttest, findet sich hier. Diejenigen aufgeführten Tests, bei denen sowohl in der Spalte „Evaluierung PEI“ als auch in der Spalte „Omikron-Erkennung entsprechend Bridging-Prüfung des PEI“ ein „ja“ eingetragen ist, sind nach den Studien des Paul-Ehrlich-Instituts auch für die Erkennung der Omikron-Variante geeignet.

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Umgang mit Verdachtsfällen und positiven Fällen

Isolationspflicht für die infizierten Person

Sollte eine Person typische Symptome einer Coronainfektion haben, wird diese unverzüglich per Selbsttest getestet. Sollte sich der Verdacht durch den Test bestätigen oder ein positives Testergebnis im Rahmen der Routinetestung vorliegen, ist diese Person umgehend räumlich zu isolieren. Die Isolationspflicht ist gesetzlich durch die Länder geregelt und beträgt derzeit mindestens fünf Tage. Die Details über die Beendigung der Isolationspflicht beispielsweise über ein Freitesten oder eine Verlängerung bei weiterhin positiven Testergebnis sind in den jeweiligen Landesregelungen nachzulesen.

Plant vorher ein, welche Räume für die Isolation zur Verfügung stehen und ob ggf. separate Sanitärräume zur Verfügung gestellt werden können. In jedem Fall ist durchgehend eine gute Betreuung der Person unter Berücksichtigung der Isolation sicherzustellen. Informiert die betroffene Person darüber, was als nächstes passiert und sorgt beispielsweise für Unterhaltung. In der Regel kann die Isolationszeit nicht auf der Freizeitmaßnahme abgewartet werden. Die infizierte Person kann trotz ihrer Isolationspflicht von ihren Eltern abgeholt werden. Das eigenständigen Abreisen per Bahn ist nicht möglich. Diesen Fall gilt es natürlich im Vorfeld mit den Eltern durchzusprechen.

Sofern die Maßnahme nach einem positiven Testergebnis noch einige Tage andauern soll, ist ein Ausschluss eines falsch-positiven Testergebnisses durch einen PCR-Test sinnvoll. Inzwischen bieten viele Teststationen die Durchführung eines kostenpflichten Express-PCR-Testes an, dessen Ergebnis nach ca. einer Stunde bereits vorliegt. Sollte dieser negativ ausfallen, kann von einem falsch-positiven Antigentest ausgegangen werden.

Quarantäne(pflicht) für Kontaktpersonen

Falls im Hygienekonzept die Bildung von festen Bezugsgruppen geregelt ist, müssen konsequenterweise ebenfalls die übrigen Personen aus der Bezugsgruppe isoliert werden. Eine Quarantänepflicht für die Kontaktpersonen ist nach den derzeitigen Empfehlungen von Bund und Ländern dringend empfohlen. Ob diese für bestimmte Fälle vorgeschrieben ist, muss der jeweiligen Verordnung des Bundeslandes entnommen werden. Falls diese nicht vorgeschrieben ist, ist diese jedoch sinnvoll, um die Verbreitung von weiteren Infektionen und damit verbundenen Isolationspflichten zu vermeiden.

Nach derzeitiger Regelung gilt die Quarantäne für bestimmte Kontaktpersonen jedoch nicht (z. B. für Geboosterte). Trotzdem können in Hygienekonzepten auch strengere Regelungen als die gesetzlichen festgelegt werden.

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Kommunikation

Darüber hinaus ist es für das Reisen in Coronazeiten elementar, dass das Konzept nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch in die Praxis umgesetzt wird. Zum einen wird dafür natürlich das entsprechende Material (Schutzmasken, Tests. etc.) benötigt. Zum anderen muss dafür gesorgt sein, dass das gesamte haupt- und ehrenamtliche Team hinter den Maßnahmen steht. In der Vorbereitung der Maßnahmen solltet ihr euch genügend Zeit nehmen, dass Konzept gemeinsam durchzusprechen und offenen Fragen zu klären. Das Hygienekonzept aus dem Papier funktioniert in der Praxis tatsächlich dann auch nur, wenn jede*r weiß, welche präventiven Maßnahmen wie gelten und was im Falle eine positiven Falles zu tun ist.

Teamer*innen sollten frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden werden. Auch wenn manche Vorgaben aus der Verordnung nicht zu diskutieren sind, ist es für den Erfolg der Schutzmaßnahmen elementar, dass das gesamte Team hinter den gemeinsam erarbeiteten Maßnahmen steht. Gerade im Alltag einer Freizeitmaßnahme sind es oft die Teamer*innen, die die Umsetzung der Maßnahmen vorleben.

Kommuniziert euer Hygienekonzept aktiv nach außen und insbesondere gegenüber den Eltern. Das schafft Vertrauen und Transparenz. Transportiert dabei die wesentlichen Elemente des Hygienekonzepts. Die Eltern müssten bei der Anmeldung die Coronamaßnahmen im Rahmen der Teilnahmebedingungen auch schriftlich bestätigen. In diesem sollte also aufgeführt sein, welche Bedingungen für die Teilnahme (z. B. 3G, keine Teilnahme bei Symptomen einer Atemwegsinfektion) gelten.

Insbesondere sollte den Eltern gegenüber ganz klar kommuniziert sein, was in dem Fall zu tun ist, wenn ihr Kind während der Maßnahmen positiv getestet wird. Die bedeutet in aller Regel, dass diese ihr Kind selbst abholen müssen und - falls diese selbst nicht geboostert sind – anschließend ebenfalls in Quarantäne müssen. Legt im Vorfeld fest, wer aus eurem Team im Falle positiver Fälle während der Maßnahmen die Eltern informiert.

Für eine coronafreie Maßnahme ist die Unterstützung der Eltern wesentlich. So ist es im ureigenen Interesse der Eltern, in den Tagen vor Beginn der Maßnahmen auf vermeidbare Kontakte zu verzichten und z.B. nicht direkt im Vorfeld der Maßnahmen in einem Risikogebiet Familienurlaub zu machen. Auf diese und andere Maßnahmen sollten explizit z. B. im Rahmen eines Vorbereitungstreffens hingewiesen werden.

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Kosten bei Ausfall oder Abbruch der Maßnahme und Versicherungen

ACHTUNG: Diese Hinweise stellen keine Rechtsberatung dar! Sie dienen lediglich der Orientierung.

Aufgrund von Infektionen kann es passieren, dass die Teilnahme an der Freizeitmaßnahme kurz vor Beginn durch Teilnehmende abgesagt wird oder dass die gesamte Maßnahme aufgrund mehrerer Infektionen durch euch insgesamt abgesagt werden muss. Auch ist der Abbruch während der laufenden Maßnahmen ein mögliches Szenario. Für jede Variante muss im Vorfeld klar geklärt sein, wie dies kommuniziert wird und wie mit den entstandenen Kosten und Teilnahmebeiträgen verfahren wird.

Dies wird bereits mit der Anmeldung bei der Maßnahme schriftlich geregelt. Es handelt sich dabei rechtlich um allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) im Sinne der §§ 305 ff. BGB Eine gute Orientierung für die Teilnahmebedingungen bietet ein Musterexemplar der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej), welches den eigenen Maßgaben entsprechend angepasst werden kann.

Regelt also im Vorfeld klar, wer in welchem Szenario welche Kosten trägt. Beispielsweise ist es eine Möglichkeit, dass ein bestimmter Sockelbetrag als Teilnehmendenkosten definiert wird, welcher im Falle einer Absage zur Deckung der Ausfall- und Stornokosten nicht zurückgezahlt wird.

Auch ohne Corona kann sich der Abschluss einer Reiserückstritts- und Reiseabbruchversicherung lohnen. Damit der Verband oder die Organisation als Veranstalter im Falle eines coronabedingten (Teil)Abbruchs nicht auf größeren Kosten sitzen bleibt, kann sich im Einzelfall eine solche Versicherung lohnen. Zu unterscheiden ist zwischen der Reiserücktrittsversicherung und der Reiseabbruchversicherung. Erstere greift bei einem Versicherungsfall, der dazu führt, dass die Reise gar nicht erst stattfinden kann. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn das Team selbst erkrankt. Die Reiseabbruchversicherung dagegen deckt das Risiko, dass während der Freizeit ein versichertes Ereignis (z. B. viele Infektionen) zu einem Abbruch der Reise führt.

Es hängt von der individuell gewählten Versicherung ab, ob und welche Corona-Auswirkungen tatsächlich versichert sind. Es lohnt sich in jedem Fall die genauen Versicherungsleistungen im Vorfeld zu überprüfen. Dabei muss zwischen Erkrankung, Isolation und Quarantäne unterschieden werden. Einige Versicherungen haben Corona auch vollständig als Versicherungsfall ausgeschlossen. Andere dagegen haben sich gerade auf coronabedingte Ausfälle spezialisiert.

Bei Neuabschluss ist zu beachten, dass bei einigen Versicherungen eine Frist von z. B. 30 Tagen gilt, die zwischen Versicherungsabschluss und Reiseantritt liegen muss. Weiterhin schließen manche Versicherungen die Versicherungsleistung aus, wenn die Reise in ein Gebiet mit offizieller Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorgenommen wird.

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Hinweise zu Auslandsfahrten

Internationale Jugendmaßnahmen sind nach wie vor am stärksten von Planungsunsicherheiten betroffen. Wie und ob solche Maßnahmen stattfinden können, muss individuell entschieden werden. Die nachfolgenden Punkte sollen eine kleine Checkliste bieten, die die wesentlichsten Auswirkungen auf die Reiseplanung nennen.

  • Die Coronabeschränkungen des jeweiligen Landes müssen beachten werden. Für die Mitgliedsstaaten der EU können die aktuell gültigen Regelungen pro Reiseland hier eingesehen werden. Eine entsprechende zentrale Übersicht für Reiseziele außerhalb der EU gibt er nicht, sodass auf den offiziellen Seiten des jeweiligen Landes nachgeschaut werden muss. Eine aktuelle Übersicht über das weltweite Infektionsgeschehen kann hier eingesehen werden.

  • Bei der Buchung von Verkehrsmitteln, Unterkünften und Aktivitäten sollte darauf geachtet werden, dass diese möglichst lange kostenfrei umbuchbar oder stornierbar sind. Viele Reiseanbieter haben hier gute Angebote, die ohne nennenswerte finanzielle Mehrbelastungen eine kurzfristige Absage der Reise ermöglichen.

  • Beachtet werden müssen die Regelungen der aktuellen Coronavirus-Einreiseverordnung und die damit verbundenen Nachweispflichten bei der Wiedereinreise nach Deutschland. Es können je nach Pandemiegeschehen veränderte Anmelde-, Nachweis- und Quarantäntepflichten bei der Einreise nach Deutschland gelten.

  • Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherungen sind für Auslandsfahrten häufig an die offiziellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes gekoppelt. Teilweise entfällt der Versicherungsschutz, wenn trotz Reisewarnung die Fahrt in das betroffene Land unternommen wird. Es gibt hier jedoch auch Versicherungen, die dieses Risiko explizit mitversichern. Auch muss im Rahmen der Reisekrankenversicherung überprüft werden, ob ein ausreichender Versicherungsschutz (z.B. für Krankenhausaufenthalte oder Rücktransporte) gewährleistet wird.

  • Bei Auslandsreisen müssen die möglichen Quarantäne- und Isolationsfolgen unbedingt intensiv mit den Teilnehmenden und Eltern abgesprochen [Link zum Abschnitt Kommunikation] werden. Je nach Reiseland und abgeschlossener Versicherung sollte im Vorfeld klar sein, wer wen abholt oder nach Hause zurückbegleitet und die jeweiligen Kosten dafür trägt. Dafür ist mit dem Versicherungsdienstleister genau zu klären, welche möglichen Fälle tatsächlich abgedeckt sind.

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Landesrechtliche Regelungen

Die spezifischen Coronaregelungen werden durch die Bundesländer erlassen. Die Landesjugendringe stellen auf ihren Internetauftritten spezifische und regelmäßig aktualisierte Informationen zu den jeweiligen Landesregelungen und Hinweise zum Umgang damit bereit. Die jeweilige Seite ist hier direkt verlinkt:

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg (derzeit keine Informationen aufgeführt)
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland (derzeit keine Informationen aufgeführt)
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen (derzeit keine Informationen aufgeführt)

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Auswirkungen auf das ehrenamtliche Engagement

Durch die letzten zwei Jahre Pandemie konnten unzählige Fahrten und Maßnahmen nicht durchgeführt werden. Ehrenamtlichen Teamer*innen war es daher genommen, sich in die Gestaltung und Durchführung von Maßnahmen selbst einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und sich in neuen Rollen auszuprobieren. Daher fehlt es heute für viele Maßnahmen an erfahrenen Teamer*innen.

Gleichzeitig konnten durch den Entfall von Jugendreisen jungen Menschen nicht selbst an den üblichen Maßnahmen teilnehmen. Es fehlt an dem für Jugendreisen so typischen intensiven Erleben von Gemeinschaft, Teilhabe und persönlicher Weiterentwicklung. Dadurch sind Teilnehmende auch selbst nicht in den Kontakt mit Teamer*innen gekommen, die häufig ein Vorbild und Anregung für die Aufnahme des eigenen ehrenamtlichen Engagements sind.

Auch aus diesem Grund fehlt es derzeit an einem ausreichenden Nachwuchs ehrenamtlicher Teamer*innen für Jugendfahrten. Gerade in der Jugendarbeit erfolgt der „Generationenwechsel“ innerhalb nur einiger Jahre. Daher sind die Auswirkungen durch die Coronapandemie seit 2020 für jugendverbandlichen Reisen immens und stellen die Organisationen auch langfristig vor große Herausforderungen.

Auch aus diesem Grund ist geplant, eine bundesweite Erhebung bei allen Mitgliedsorganisationen zu den aktuellen Auswirkungen der Coronapandemie zu starten. Weitere Informationen zur Teilnahme an der Umfrage finden sich bald hier.

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Mentale Gesundheit auf Jugendreisen

Insbesondere bei der Durchführung von Freizeitmaßnahmen mit einer größeren Anzahl an Teilnehmenden müssen die psychosozialen Folgen der Pandemie berücksichtigt werden. Die soziale Entwicklung wurde durch die teilweise massiven Einschränkungen während der Lockdowns erheblich beeinträchtigt. Teilweise litten Kinder aufgrund der Kontaktbeschränkungen unter erhöhten psychischem Stress und Vereinsamung. In extremen Fällen kann dies zu Ängsten und Depressionen führen. Auch die aktuelle COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf belegt die erheblichen Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche. Neben dieser generell erhöhten Sensibilität und Wachsamkeit im Team, braucht es eine pädagogisch begleitete Aufarbeitung der Pandemiefolgen für Kinder und Jugendliche auf Freizeitmaßnahmen.

Nehmen Kinder und Jugendliche nach der langen Zeit der Einschränkung erstmal an einer größeren Veranstaltung teil, kann dies zu einer sozialen Überforderung führen. Alle Verantwortlichen der Maßnahme müssen dies frühzeitig im Blick haben um angemessen reagieren zu können. Möglicherweise reagieren junge Menschen auf bei emotionalem Stress oder psychischer Belastung durch die neue (Groß)gruppenerfahrung nicht in gewohnter Weise. Teamer*innen müssen hier Rückzugsräume anbieten und sich bereits bei der Planung ihrer Maßnahmen damit auseinandersetzen.

Sollten während der Jugendfreizeit mögliche Anzeichen schwerwiegenderer psychischer Probleme oder der Verdacht auf eine Kindswohlgefährdung vorliegen, so sollte in Absprache mit der Leitung stets fachliche Unterstützung hinzugezogen werden.

Hilfreiche und für Kinder und Jugendliche niederschwellig erreichbare Portal sind z. B. :

https://www.corona-und-du.info/

https://www.virtualsupporttalks.de/

https://krisenchat.de

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Ansprechperson

Lars Reisner (Referent Jugendreisen) 030/40040-432, Mail

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