Volunteering

Blick in den Freiwilligensurvey

Der Freiwilligensurvey liegt auf dem Tisch. Auf den ersten Blick liefert er erfreuliche Ergebnisse: Der Anteil junger Menschen steigt, die sich engagieren. Sagen wir schon lange. Zentrale Orte für Engagement sind Vereine und Verbänden. Ist auch unsere Erfahrung. Spannend am Survey sind noch andere Aspekte.

„Werthaltungen sind bedeutsam für das Engagement. Menschen, denen der Wert Solidarität wichtig ist, engagieren sich anteilig häufiger als Menschen, denen dieser Wert weniger wichtig ist“, heißt es im Freiwillegsurvey. Engagement in Jugendverbänden ist seit jeher wertegebunden. Junge Menschen übernehmen Verantwortung, ihr Engagement ist Ausdruck ihrer Wertevorstellung. „Deswegen muss auch die Förderung der wertegebundenen Formen des Engagements und der entsprechenden Organisationen Vorrang haben vor der Einführung politisch abhängiger hybrider Formen wie Freiwilligenagenturen, trisektoralen Netzwerken usw.“ fordern wir in unserer Position „Ehrenamtliches Engagement junger Menschen: Für sich selbst und andere“. 

Wenn sich junge Menschen engagieren, dann wollen sie dabei Spaß haben und die Welt verändern. Dafür stehen Jugendverbände. Im Survey heißt es passend: „Die Motive der Engagierten sind vielfältig. Am häufigsten geben Engagierte an, ihre Tätigkeit mache ihnen Spaß. Es engagieren sich aber ebenfalls viele, um mit anderen Menschen zusammenzukommen oder um die Gesellschaft mitzugestalten.“

Wir haben schon 2010 in unserer Position beschrieben, dass attraktive Gestaltungsmöglichkeiten und die Möglichkeit, selbst über Räume, Inhalte sowie Geld und andere Ressourcen zu bestimmten, die wichtigste Voraussetzung für ein ehrenamtliches Engagement ist, in dem junge Menschen ihre Persönlichkeit umfassend entwickeln und entfalten. Und was steht im aktuellen Survey? „Freiwilliges Engagement ermöglicht Lernerfahrungen. Knapp drei Viertel der Engagierten geben an, soziale Fähigkeiten bei ihrer freiwilligen Tätigkeit erworben zu haben. Jeweils mehr als die Hälfte der Engagierten hat aber auch persönliche Fähigkeiten (z. B. Zeitmanagement) oder Fachkenntnisse im Engagement erlangt. Schülerinnen und Schüler geben besonders häufig an, soziale und persönliche Fähigkeiten im Engagement erworben zu haben“, steht dort und weiter: „Die Mitsprachemöglichkeiten in den Organisationen werden von den Engagierten überwiegend positiv bewertet. Mehr als drei Viertel aller Engagierten bezeichnen ihre Mitsprachemöglichkeiten als sehr gut beziehungsweise eher gut.“

In einem Abschnitt beschreibt der Freiwilligensurvey das Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren sind und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Der Anteil dieser Engagierten ist ähnlich hoch wie bei den Menschen ohne Migrationshintergrund. Laut Survey sind die Unterschiede im Anteil Engagierter zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund nur zu geringen Teilen auf Unterschiede hinsichtlich Alter, Bildung und Einkommen zurückzuführen. Und jetzt kommt die Erkenntnis: „Offensichtlich sind prägende Erfahrungen in Kindheit und Jugend, die sich für Personen mit und ohne eigene Migrationserfahrung unterscheiden, von erheblicher Bedeutung für das freiwillige Engagement“.

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