Poverty

Die Jugendarmut wächst 

Das Armutsrisiko junger Menschen steigt und steigt. Aktuell zeigen das der Monitor Jugendarmut 2018 der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit sowie der Datenreport 2018 des Statistischen Bundesamtes. „Die Bundesregierung muss noch in dieser Amtszeit den Grundstein für einen Plan zur Bekämpfung der Jugendarmut legen“, fordert unser Vorstandsmitglied Matthias Schröder.

Die Armutsgefährdungsquote ist mit 25,5 Prozent unter den 18- bis 24-Jährigen so hoch wie in keiner anderen Altersgruppe. Auf Platz zwei stehen mit 20,2 Prozent die unter 18-Jährigen. Das sind Zahlen aus dem Monitor Jugendarmut 2018. Der Monitor stellt auch fest: Sanktionen treffen Jugendliche besonders hart. Wir fordern in unserer Position zur Jugendarmut die Abschaffung aller besonderen Sanktionen gegen junge Menschen im Rahmen des SGB II.

Gerade Jugendliche und junge Erwachsenen sind in einer besonders tiefgreifenden Umbruchphase ihres Lebens: Sie sollen oder müssen den Start in ein selbstständiges Leben bewältigen. Das unterschiedet sie von anderen Altersgruppen. In diesem Zusammenhang stell der Monitor fest: Gerade junge Menschen sind immer stärker von prekärer und befristeter Beschäftigung betroffen. In Deutschland sind 26,4 Prozent junger Menschen befristet beschäftigt. „Prekäre Berufseinstiege verstärken soziale Ungleichheit“, sagt Matthias Schröder und fordert die Abschaffung aller Ausnahmen beim Mindestlohn, die junge Menschen betreffen.

Auch der aktuelle Datenreport 2018 legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Die Bundeszentrale für politische Bildung gibt den Report zusammen mit dem Statistischen Bundesamt, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und dem Sozio-oekonomischen Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung heraus. Eine Erkenntnis: Die steigende Kinderarmut erschwert kulturelle, soziale und politische Teilhabe. Und: Die derzeitige und zukünftige Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen wird immer noch entscheidend durch ihre soziale Herkunft geprägt.

Wir machen diese Erfahrung in den Jugendverbänden täglich. Unsere konkrete Forderung ist deswegen: Die Teilnahme an Angeboten der Jugendarbeit muss flächendeckend unbürokratisch durch die öffentliche Hand für finanziell Benachteiligte möglich sein. Außerdem muss das Kindergeld auf den maximalen Betrag erhöht werden, der durch die steuerliche Freistellung des Existenzminimums erzielt werden kann. „In unseren Augen ist das Bildungs- und Teilhabepaketes nicht reformierbar, es muss zu Gunsten einer Erhöhung der ALG II-Regelleistung um mindestens 50 Euro pro Monat und Kind oder Jugendlicher erhöht werden“, sagt Matthias Schröder.

Insgesamt wird deutlich: Die Zahl alarmierender Nachrichten zu Kinder- und Jugendarmut steigt. Zugleich werden Lösungen nur zögerlich auf den Weg gebracht, zum Beispiel das Familienentlastungsgesetz. Das greift aus unserer Sicht zu kurz. Und wir fürchten: Die geplante Entlastung wird bei vielen nicht ankommt, vor allem nicht bei den wirklich Bedürftigen.

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