Bildung Medienpolitik

Öffentliches Geld Öffentliches Gut

SmartTV mit Fernbedienung.

SmartTV mit Fernbedienung.

Wir unterstützen die Kampagne „Öffentliches Geld Öffentliches Gut“. „Aus unserer Sicht sollte der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk möglichst viele Inhalte unter einer freien Lizenz bereitstellen“, sagt unsere stellvertretende Vorsitzende Daniela Broda.

Die Verantwortlichen in den Sendern müssen vor allem Bildungsinhalte frei online verfügbar halten. Das sollte stärker als bisher möglich sein, denn die sogenannte Depublikation ist im Rundfunkstaatsvertrag für Bildungsinhalte als Teil der „zeit- und kulturgeschichtlichen Archive“ nicht mehr zwingend vorgesehen. In den Medienkonzepten der ARD und des ZDF muss das konsequent und schnell umgesetzt werden. Wichtig dabei: Umfassende Nutzungsrechte sind diesem Anspruch entsprechend und mit angemessener Vergütung an Urheber*innen zu erwerben.

Wir wissen, dass ein Bereitstellen von Sendungen unter freier Lizenz nicht immer möglich ist. Viele Beiträge bestehen auch aus „unfreien“ Zutaten. Deswegen sollten relevante Teile von Produktionen von vornherein so angelegt werden, dass sie im Anschluss unter freier Lizenz veröffentlicht werden können – etwa Fotos, Grafiken oder Erklärvideos. Gemeinsam mit den anderen Unterzeichnenden sehen wir großes Potenzial für alle Bildungsakteure, mit Material des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, rechts- und zukunftssicher gute Bildungsangebote zu gestalten.

Medienschaffende im Auftrag von ARD, ZDF und Deutschlandfunk unterstützen die Kampagne. Sie betonen, dass Bildungsinhalte des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks zuverlässige Quellen sind: Gegen Falschnachrichten und damit für eine sachliche Auseinandersetzung. „Das stärkt letztlich unsere Demokratie, die auf Meinungsvielfalt aus seriösen Quellen angewiesen ist“, sagt Daniela Broda.

Durch die öffentliche Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandfunk sind alle Eigenproduktionen von den Beitragszahlenden bezahlt. Deswegen müssen sie als öffentliches Gut auch allen zur Bildung bereitstehen. Beiträge und Mediengesetze legen in Deutschland die Bundesländer fest. „Wir erwarten von den Staatskanzleien und Landesparlamenten, dass sie gesetzliche Regelungen und Bedingungen schaffen, damit die Inhalte des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks als öffentliches Gut bereitgestellt werden können“, sagt Daniela Broda. Beim Festlegen der Gebühren ist zu berücksichtigen, dass für Bildungsmaterialien unter einer Open Educational Ressource (OER) in den Etats von ARD, ZDF und Deutschlandfunk entsprechende Posten ausgewiesen werden. Die Anstalten sollten in der Folge auch ein Regel- und Honorarsystem entwickeln, dass Urheber*innen dazu bewegt, ihre Inhalte und Produktionen unter OER bereitzustellen.

Initiiert haben die Kampagne Wikimedia Deutschland, das Bündnis freie Bildung und der Deutsche Bibliotheksverband. Wir gehören zu den ersten zwölf Organisationen, die das Anliegen unterstützen.

Themen: Bildung Medienpolitik