Volunteering

Debatte um Pflichtdienste – Engagement wertschätzen, nicht erzwingen!

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Es kursiert die Idee, dass Jugendliche verpflichtend ein Jahr Dienst bei der Bundeswehr oder in sozialen Einrichtungen leisten sollen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. „Der Zusammenhalt in Deutschland wird nicht von jungen Menschen gefährdet. Es ist anmaßend, jungen Menschen – und zwar ausschließlich ihnen – einen Pflichtdienst aufzuzwingen“ kritisiert unser Vorsitzender Tobias Köck die Forderung nach Pflichtdiensten für junge Menschen.

Wir finden: Zwangsdienste sind unnötig und kontraproduktiv. Engagement kann und darf nicht erzwungen werden. Und die Praxis zeigt: Jedes Jahr ist die Nachfrage nach Freiwilligendienstplätzen höher als das Angebot. Statt neue Pflichtdienste zu schaffen, müssen bestehende Freiwilligendienste ausgebaut werden. „Freiwilligendienste dürfen nicht verzweckt werden, um personelle Engpässe in sozialen Berufen oder der Bundeswehr zu überbrücken. Sie müssen als attraktive Lern- und Bildungsorte gestaltet und ausgebaut werden“ fordert Tobias Köck.

Ein Pflichtdienst ist ein verfassungsrechtlich hochproblematischer Eingriff in die Freiheitsrechte junger Menschen und in ihre individuelle Lebensplanung. Freiwilligkeit und Selbstbestimmung sind die Basis für erfolgreiches Engagement. Dafür stehen wir als Jugendverbände, in denen sich über sechs Millionen junge Menschen freiwillig engagieren – für sich selbst und andere. Für Demokratie, für Nachhaltigkeit, für Beteiligung, für Soziales. „Anerkennung und Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement und nicht Zwang und Dienstpflicht führen zu mehr Solidarität. Und zwar unter allen Menschen, egal welchen Alters“ so unsere Vorsitzende Lisi Maier. 

 

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