Nachhaltigkeit

BNE-Prozess durch die Beteiligung junger Menschen stärken!

Bei der Umsetzung der sozial-ökologischen Transformation übernimmt Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) eine Schlüsselfunktion. Jungen Menschen kommt in diesem Prozess eine besondere Rolle zu – schließlich geht es bei BNE vor allem um die Vermittlung von Gestaltungskompetenzen für eine lebenswerte Zukunft. Der Bundesjugendring kritisiert: Die Anliegen junger Menschen werden im BNE-Prozess nicht ausreichend berücksichtigt.

Die Nationale Plattform zu BNE ist als zentrales Gremium für die Umsetzung des Nationalen Aktionsplanes BNE zuständig, der in Deutschland den Umsetzungsrahmen für das UNESCO-Programm BNE 2030 bietet. Wendelin Haag betont: „Diese Umsetzung kann nur wirksam geschehen, wenn junge Menschen wirkmächtiger in politische BNE-Prozesse einbezogen werden, als es aktuell geschieht.“

Bei der jüngsten Sitzung der Nationalen Plattform wurde der gemeinsame Schattenbericht von Bundesjugendring, dem Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und dem Bündnis ZukunftBildung schriftlich eingebracht. Unter dem Titel „Bildung Stärken, Zukunft schaffen“ betont der Bericht die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Perspektiven auf BNE. Wie wichtig es ist, diesen Perspektiven mehr Gehör zu verschaffen, zeigt sich in der Zusammenarbeit der Nationalen Plattform BNE. Hier werden die wichtigen Positionen vieler zivilgesellschaftlicher Akteur*innen oft überhört. Die Blockadehaltung einiger weniger Vertreter*innen führt teilweise zu Verzögerungen in Entscheidungsprozessen des Gremiums, die in der Konsequenz dazu führt den BNE-Prozess insgesamt ausbremsen.

Der Bericht weist zudem auf die zahlreichen Leerstellen des BNE-Berichts der Bundesregierung hin. Außerdem kritisieren die Autor*innen, dass Beteiligung, insbesondere junger Menschen, zu wenig in den Blick genommen wird. Auch benennen die Autor*innen die großen Hürden, denen BNE-Akteure in ihrer Arbeit ausgesetzt sind.

Mit Blick auf Angebote der außerschulischen Bildung sagt Wendelin Haag: „Im Bereich der informellen und non-formalen Bildung braucht es neben verlässlichen und langfristigen Förderstrukturen vor allem eine Stärkung von Freiräumen junger Menschen, wie sie in den Jugendverbandsstrukturen zu finden sind.“ Freiräume sind Lernorte für Selbsterfahrung, zum Erlernen von Beteiligungsmöglichkeiten an Entscheidungsprozessen und zum Erwerb von Gestaltungskompetenz.

Die große Bedeutung von Freiräumen betonten auch die Mitglieder der Nationale Plattform zu BNE in ihrer Erklärung „Partizipation, Beteiligungsmöglichkeiten und Freiräume“, die bei der Sitzung abgestimmt wurde. Gleichzeitig zeigte die vorangegangene Debatte aber, wie schwer es junge Menschen haben, sich ehrenamtlich in die politischen Prozesse zu BNE einzubringen. Vor Beschluss der Erklärung diskutierten die Mitglieder der Plattform ausführlich, ob sie eine Empfehlung zu Freistellungsmöglichkeiten in den Bildungsprozessen zustimmen. Diese blieb leider aus.

Wendelin Haag betont: „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Erklärung beschlossen wurde, immerhin hat der Staatsseketär*innen-Ausschuss für Nachhaltige Entwicklung die Nationale Plattform bereits im Jahr 2020 um deren Ausarbeitung gebeten." Durch das Papier werde die Bedeutung der Beteiligung junger Menschen betont. In der Praxis seien jedoch Freistellungsangebote entscheidend, um Beteiligung wirklich zu fördern. „Daher bedauern wir als Bundesjugendring, dass es dieser Zusatz trotz der Bemühungen der Jugendverbände nicht in den finalen Entwurf geschafft hat. Hier erwarten wir insbesondere von den Vertretungen der deutschen Wirtschaft mehr Einsicht in die Notwendigkeit von Freistellungen als Voraussetzung von ehrenamtlichem Engagement junger Menschen“, so Wendelin Haag.

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