Nachhaltigkeit

Mobilität junger Menschen mit 9-Euro-Ticket sichern!

Insbesondere junge Menschen sind auf einen guten und günstigen öffentlichen Nahverkehr angewiesen, um ihre Freiheitsrechte wahrnehmen und an der Gesellschaft teilhaben zu können. Auf Initiative der Jugendverbände fordert ein breites Bündnis deswegen die Fortsetzung des 9-Euro-Tickets zusammen mit massiven Investitionen in Ausbau und Personal. „Wir appellieren an die Bundesregierung, so Mobilität zu ermöglichen, Gerechtigkeitslücken zu schließen und gleichzeitig den Klimaschutz voranzubringen“, sagt Wendelin Haag, Vorsitzender des Bundesjugendrings.

In dem gemeinsamen Statement fordern Jugendverbände, Parteijugenden und Fridays for Future neben der Verlängerung des 9-Euro-Tickets langfristig einen kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und eine Ausbildungsoffensive. Jusos, Grüne Jugend sowie Linksjugend solid unterstützen das Paper, das von im Bundesjugendring organisierten Jugendverbänden initiiert wurde.

Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für Inklusion, Selbstbestimmung, Emanzipation und Partizipation aller jungen Menschen. Die Möglichkeit, sich eigenständig fortbewegen zu können und dabei über Anlass, Ort, Zeit, und Verkehrsmittel selbst zu wählen, ist sowohl ein wichtiger Entwicklungsschritt als auch Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. „Das 9-Euro-Ticket geht in die richtige Richtung. Es muss bis mindestens zum Ende des Jahres fortgeführt werden. Sonst bleibt es Symbolpolitik. Langfristig braucht es aber einen kostenlosen ÖPNV“, betont Raoul Taschinski, stellvertretender Vorsitzender des Bundesjugendrings.

Bei der Reaktion auf aktuelle Krisen muss aus Sicht des Bundesjugendrings das Ziel einer sozial-ökologischen Transformation konsequent berücksichtigt werden. Gerade im Verkehrssektor gibt es dabei massiven Nachholbedarf. Stärker als für alle anderen Bevölkerungsgruppen ist Mobilität für Kinder und Jugendliche ein Schlüssel für Bildung, neue Erfahrungen, individuelle Freiheit und die Entwicklung ihrer Kompetenzen. Räumliche Mobilität ist hierbei auch Voraussetzung für soziale Mobilität und die Möglichkeit zu dieser eine Frage der Gerechtigkeit.

„Im Bereich der Mobilität wurden die Bedarfe junger Menschen gänzlich außer Acht gelassen. Als Jugendverbände setzen wir uns für Klimagerechtigkeit, Mitbestimmung und bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen ein. Deshalb braucht es jetzt massive Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur und das Personal im Nah- und Fernverkehr“, so Wendelin Haag.

Die Verkehrsverlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsträger und der Ausbau des ÖPNV sind nur mit ausreichend Personal möglich. Das Bündnis fordert die Bundesregierung deswegen auf, ihr Vorhaben einer gesetzlichen, umlagefinanzierten Ausbildungsgarantie zügig zu realisieren. Besonders im Bereich des ÖPNV muss eine Ausbildungsoffensive von 100.000 grünen Jobs ins Leben gerufen werden.

Die Finanzierung der Maßnahmen kann zeitnah aus den bisherigen umweltschädlichen Subventionen sichergestellt werden. Deren Streichung ist im Koalitionsvertrag bereits verankert. „Diese Verlagerung staatlicher Mittel aus dem fossil geprägten Verkehr in einen nachhaltigen, sozialen und klimafreundlichen ÖPNV ist überfällig“, unterstreicht Raoul Taschinski.

Das vollständige Statement des Bündnisses ist hier abrufbar.

Die Position des Bundesjugendrings zur Mobilitätspolitik ist hier abrufbar

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