Vollversammlung Jugendverbände

Vollversammlung tagte in Magedeburg

Delegierte heben ihre Stimmkarte.
Die 94. DBJR-Vollversammlung wählte einen neuen Vorstand und nahm die Deutsche Gehörlosenjugend einstimmig als Anschlussmitglied auf. Sie setzte außerdem jugendpolitische Schwerpunkte.

Neue Vorstandsmitglieder

Als neue Vorsitzende lösen Daniela Broda (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland, aej) und Wendelin Haag (Naturfreundejugend Deutschlands, NFJD) die bisherigen Vorsitzenden Lisi Maier (Bund der Deutschen Katholischen Jugend, BDKJ) und Tobias Köck (Solidaritätsjugend Deutschland) ab.

Neue stellvertretende Vorsitzende im Vorstand sind Özge Erdoğan (Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland, BDAJ), Loreen Schreck (Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken), Lea Herzig (Jugend im Deutschen Gewerkschaftsbund, DGB-Jugend), Daniela Hottenbacher (Bund der Deutschen Katholischen Jugend, BDKJ) und Raoul Taschinski (Jugend des Deutschen Alpenvereins, JDAV). Marius Schlageter (Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände, rdp) wurde in seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender bestätigt.

Die bisherigen Vorstandsmitglieder Lisi Maier und Tobias Köck sowie die stellvertretenden Vorsitzenden Matthias Schröder, Hetav Tek und Alma Kleen wurden verabschiedet.


Neue Mitgliedsorganisationen

Auf dem Papier schrumpfte der DBJR um eine stimmberechtigte Mitgliedsorganisation. Die beiden Mitglieder Ring deutscher Pfadfinderverbände (RdP) und Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände (RDP) haben sich nach einem längeren Prozess zu einem Verband zusammengeschlossen. Die Pfadfinder*innenverbände treten künftig als Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände zusammen auf und sind erneut als Vollmitglied in den DBJR aufgenommen worden. Ein eher formaler Akt.

Neu im DBJR begrüßen wir die Deutsche Gehörlosen-Jugend e. V (DGJ). Sie wurde einstimmig als Anschlussmitglied aufgenommen. Die Gesamtzahl der Mitgliedsorganisationen im DBJR bleibt somit unverändert. In der DGJ haben sich auf Bundesebene taube Jugendliche und ihre Jugendorganisationen zusammengeschlossen, um gemeinsam für die Wahrung ihrer Selbstständigkeit zu kämpfen, ihre gemeinsamen Interessen in der Öffentlichkeit zu vertreten, die Belange der Jugendarbeit zu fördern und dem Wohle der gesamten tauben Kinder und Jugendlichen zu dienen.

Die Deutsche Gehörlosen-Jugend versteht sich als sozialpolitische, kulturelle und schulische Interessenvertretung der hörgeschädigten Jugendlichen in Deutschland und als Forum für die junge Gebärdensprachgemeinschaft. Sie vertritt ca. 30.000 taube Jugendliche, die in Deutscher Gebärdensprache kommunizieren, Gleichberechtigung fordern und auf eigene Kultur stolz sind.

 

Neue Positionen

Von der Vollversammlung beschlossen wurde die Einführung einer umlagefinanzierten Ausbildungsgarantie (Zukunftsfonds). In der Position kritisieren die Jugendverbände und Landesjugendringe, dass die Chancen junger Menschen auf einen Ausbildungsplatz von ihrem Wohnort, Schulabschluss, der sozialen Herkunft, dem Geschlecht abhängen oder auch davon, ob sie von rassistischen Diskriminierungen betroffen sind. Als DBJR fordern wir, dem wirksam entgegenzusteuern, an der Struktur des Ausbildungsmarktes anzusetzen und einen Zugang zu einer Ausbildung für alle zu schaffen. Die Garantie soll im SGB III verankert und damit Teil der staatlichen Arbeitsmarktförderung werden. Durch einen Zukunftsfonds, in den alle Betriebe einzahlen, sollen zudem zusätzlich notwendige Ausbildungsplätze finanziert und die Ausbildungsleistung der Betriebe honoriert werden.

Eine Position zur Änderungen im Familienrecht fordert, Diskriminierung von Kindern aus Regenbogenfamilien* abzuschaffen. Damit das gelingt, soll das Abstammungsrecht geändert werden. Konkret: Die Gleichstellung aller Elternteile, die in einer Ehe leben, unabhängig vom biologischen und sozialen Geschlecht sowie der sexuellen Orientierung. Die Möglichkeit einführen, dass der Elternteil, der das Kind gebärt, seine*n Partner*in unabhängig vom Geschlecht und davon, ob die beiden verheiratet sind oder nicht, als zweiten Elternteil eintragen lassen kann. Und: Ersetzen der Begriffe „Mutter und Vater“ im Bürgerlichen Gesetzbuch durch „Elternteil 1 und Elternteil 2“ oder eine vergleichbare Formulierung, die Elternschaft unabhängig vom biologischen oder sozialen Geschlecht macht.


Geschäftliches

Wie in der Satzung vorgesehen legte der Vorstand seinen Jahresbericht vor. Die Versammlung nahm außerdem den Jahresabschluss entgegen und den Bericht der Revision. Sie entlastete den Vorstand und genehmigte sowohl die Mitgliedsbeiträge als auch den Haushalt für das Jahr 2022. Zudem wurde eine neue Geschäftsordnung beschlossen.

Neben dem Vorstand besetzte die Vollversammlung auch die Revison neu. Gewählt wurden Anne Meisberger (Deutsche Bläserjugend, DBJ), Laura Seyfang (Bund Deutscher Pfadfinder_innen e.V., BDP) und Heike Langneff-Riedel (Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken).

In den jugendpolitischen Debatten ging es um weitere Anträge, etwa zur Nachhaltigkeitspolitik und zu Jugendparlamenten. Auch Anträge zu Frauenhass im Netz und zur demokratischen Schule sowie zur Diskriminierung junger Menschen lagen der Versammlung vor. Aus zeitlichen Gründen wurden die Anträge nach intensiven Debatten in kommende Gremien überwiesen.

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